Landshut seniorenfreundlich gestalten  

In seiner letzten Sitzung am 17. März hat der Sozialausschuss den Seniorenbeirat beauftragt, in einem Eckpunktepapier die Voraussetzungen darzustellen, die erfüllt sein müssen, damit Landshut eine seniorenfreundliche Stadt wird.

Mit diesem Beschluss trägt der Sozialausschuss dem Antrag des Seniorenbeirates vom Januar d. J. inhaltlich voll Rechnung. „Üblicherweise wird mit der Erarbeitung derartiger Konzepte die Verwaltung beauftragt. Dass der Sozialausschuss diese für die Stadt so bedeutsame Aufgabe dem Seniorenbeirat übertragen hat, zeigt, dass der Stadtrat mehrheitlich die fachliche Kompetenz des Seniorenbeirates sehr schätzt“, erklärte Franz Wölfl, der Vorsitzende des Seniorenbeirates.

Eine seniorenfreundliche Stadt ist eine menschenfreundliche Stadt und damit eine Stadt für alle Generationen. Bei der Konzeptentwicklung ist es uns daher ein großes Anliegen, so die zweite stellvertretende Vorsitzende Edeltraud Nuhn, die Einwohnerinnen und Einwohner unserer Stadt frühzeitig einzubinden. Darüber hinaus werden wir natürlich auch auf die Erkenntnisse der Wissenschaft und die Erfahrungen kompetenter Praktiker zurückgreifen, ergänzte Jürgen Handschuch, erster stellvertretender Vorsitzender des Seniorenbeirates.

Die Stadt Landshut steht vor gewaltigen demographischen Herausforderungen: Das Durchschnittsalter der Landshuterinnen und Landshuter betrug Ende 2019 43,5 Jahre; Ende 2039 sind es 45,6 Jahre. Der Altenquotient, also die Anzahl der 65-Jährigen oder Älteren je 100 Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren, belief sich Ende 2019 auf 33,0; Ende 2039 wird er mit 45,0 zu Buche schlagen.

Älteren Menschen der Altersgruppe 65plus pauschal das Adjektiv „pflegebedürftig“ anzuheften, ist diskriminierend. Die meisten älteren Menschen fühlen sich bei der Ausübung der gewohnten Tätigkeiten noch nicht beeinträchtigt: 85 % der Menschen ab 85 Jahren leben im eigenen Haushalt. Über 70 % der Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt.

Ausgehend von diesen Entwicklungen ist es für unsere Gesellschaft entscheidend, dass die Menschen ein erfülltes Leben bis ins hohe Alter führen können. Die Politik für ältere Menschen muss deshalb darauf ausgerichtet sein, ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen sowie soziale Teilhabe zu fördern und zu sichern.

Bestimmende Faktoren der Lebensqualität im Alter sind neben Gesundheit und sozialer Sicherung die Ausgestaltung des direkten Lebensumfeldes und die Einbindung in die örtliche Gemeinschaft. Die lokalen Rahmenbedingungen spielen deshalb für das Leben im Alter eine entscheidende Rolle. Dazu gehören lebendige Nachbarschaften, Angebote für soziales Miteinander, Wohlfahrtsstrukturen und bürgerliches Engagement. Entscheidend sind aber auch passgenaue Dienstleistungsangebote, eine seniorengerechte Infrastruktur sowie stabile Rahmenbedingungen zur Förderung der Gesundheit und zur Unterstützung bei Hilfe- und Pflegebedarf. Nicht zuletzt tragen digitale Assistenztechnologien und vielfältige Wohnformen dazu bei, dass Menschen bis ins hohe Alter weitgehend selbstbestimmt und selbständig im vertrauten Wohnumfeld leben können.

„Den Kommunen kommt als kleinsten räumlich-politischen Verwaltungseinheiten eine besondere Bedeutung für den Lebensalltag älter werdender Menschen zu (Art. 11 und 83 der Bayerischen Verfassung). Sie sind der Ort, an dem älter werdende Menschen Verantwortung für ihr eigenes Alter übernehmen, sich für andere Menschen und das Gemeinwohl engagieren und auf diese Weise Sorge und Mitverantwortung verwirklichen“, so Franz Wölfl abschließend.

 

Foto: Archiv DIESUNDDAS/hjl

 

 

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