Landshuter Christkindlmarkt muss wegen der Corona-Pandemie ausfallen

Weihnachtsmärkte in Bayern untersagt

OB Putz: „Entscheidung ist bitter, mit Blick auf das Infektionsgeschehen aber nachvollziehbar“ – Glühweinstände im Innenstadtbereich müssen ab Sonntag ebenfalls geschlossen bleiben

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat im Rahmen einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag neue Corona-Schutzmaßnahmen für den Freistaat angekündigt. Demnach werden unter anderem Weihnachtsmärkte landesweit verboten. Betroffen von dieser Regelung ist natürlich auch der Landshuter Christkindlmarkt, der eigentlich bereits am vergangenen Donnerstag beginnen sollte, aufgrund der unklaren Situation aber zunächst verschoben wurde und nun ganz abgesagt werden muss. „Die von der Staatsregierung getroffene Entscheidung war zwar mit Blick auf die kritische Infektionslage zu erwarten, kommt aber sehr spät“, sagt Oberbürgermeister Alexander Putz. Folglich seien die Vorbereitungen auch in Landshut bis heute weitergelaufen. „Der wirtschaftliche Schaden für die Beschicker ist enorm“, sagt Putz. „Die Buden wurden fertig aufgebaut und geschmückt, die Waren längst eingekauft – alle sind also finanziell massiv in Vorleistung gegangen. Auf diesen Verlusten dürfen die Marktkaufleute und Schausteller nicht sitzen bleiben: Sie müssen vom Freistaat eine angemessene Entschädigung erhalten.“

Für die Stadt Landshut sei die Absage ebenfalls sehr bitter. „Wir haben uns schon im Vorjahr – letztlich vergeblich – viele Gedanken darüber gemacht, wie ein Christkindlmarkt unter Corona-Bedingungen möglichst sicher veranstaltet werden könnte“, sagt Putz. Im laufenden Jahr habe man die Pläne dann über Monate hinweg und unter Einbindung der Stadtratsgremien immer weiter optimiert. „Wir wären mit unserem durchdachten Konzept hervorragend vorbereitet gewesen“, ist auch Zweiter Bürgermeister Dr. Thomas Haslinger, der den Senat für Messen, Märkte und Dulten leitet, überzeugt. So sollte der Christkindlmarkt statt unter den relativ beengten Verhältnissen in der Freyung in diesem Jahr auf der weitläufigen Ringelstecherwiese stattfinden, wo Besucherströme entzerrt und großzügige Abstände zwischen den Marktständen eingehalten werden könnten. Zudem sei das Gelände vollständig umzäunt worden, um etwaige Zugangsbeschränkungen, zum Beispiel in Form der 2G-Regel, bereits beim Einlass in jedem Einzelfall kontrollieren zu können. „In den vergangenen Tagen haben wir uns dann verwaltungsintern aufgrund des hohen Infektionsgeschehens noch auf zusätzliche Maßnahmen wie eine FFP2-Maskenpflicht für alle Gäste und eine Begrenzung der maximalen Besucherzahl verständigt“, verraten Putz und Haslinger. „Unter diesen ganz speziellen Voraussetzungen wäre die reine Freiluftveranstaltung Christkindlmarkt in Landshut verantwortbar gewesen. Dennoch ist die Entscheidung, die die Staatsregierung in dieser so schwierigen Situation für das gesamte Land getroffen hat, verständlich und zu akzeptieren.“

Die Stadt Landshut wiederum wird es mit der Absage des Christkindlmarkts nicht bewenden lassen. „Wir werden am morgigen Samstag eine Allgemeinverfügung erlassen und auch alle weihnachtsmarktähnlichen Angebote im gesamten Stadtgebiet ab Sonntag untersagen“, so Putz. Damit müssen sämtliche Glühweinstände – beispielsweise im historischen Stadtzentrum und auf dem Freigelände rund um das City Center am Alten Viehmarkt – schließen. „Die Infektionsgefahren, die von solchen Angeboten für die Besucher und die Allgemeinheit ausgehen, sind mit Sicherheit nicht geringer als das Risiko, das wir mit einem strengstens reglementierten und gut kontrollierbaren Christkindlmarkt eingegangen wären“, betont der OB. „Deshalb ist es nur konsequent und im Sinne des Gleichbehandlungsgrundsatzes meines Erachtens sogar geboten, auch Glühweinstände und Ähnliches zu schließen. Eine andere Entscheidung würde zudem die breite Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger zurecht nicht mehr nachvollziehen können.“

Foto: h.j.lodermeier

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