Landshuter Schützenscheibe offenbart ihre Geheimnisse  

Wenige Monate ist es her, dass Helmut Radlmeier dem Freundeskreis Stadtmuseum eine Schützenscheibe übereignet hat, als er gehört hatte, dass im LANDSHUTmuseum eine diesbezügliche Ausstellung im Aufbau ist. Als langjähriger Flohmarktgänger und Sammler von allem, was mit Landshut zu tun hat, hatte er diese Scheibe ohne weiteres Wissen um ihre Abstammung und ihre Bedeutung erstanden, ihre Herkunft aus der niederbayerischen Hauptstadt allerdings war aus der Inschrift zu entnehmen.

Nachdem die Scheibe dann über den Freundeskreis zu den Experten ins Museum gekommen war, haben sich die Diplom-Restauratorin Anette Klöpfer und der Historiker Max Tewes daran gemacht und nun gezeigt, wozu Museum in der Lage ist:

Sie haben aus dem im Lauf der Jahrhunderte stark in Mitleidenschaft gezogenen Farbauftrag nicht nur den Anlass des Festschießens aus dem Jahr 1830 erschlossen, sondern auch die ursprüngliche Bemalung der Scheibe, die einstigen Besitzer und sogar den – durchaus bekannten – Maler dieser Scheibe herausgefunden.

Es ist ein spannender Schützenscheibenkrimi, und die beiden Fachleute, die beim Museumstag erstmals in einem Vortrag die Geheimnisse gelüftet haben, werden das hoffentlich bald wieder tun. Denn wer die Sitzende auf dem Bild ist, was es mit ihrer seltsam geformten Krone auf sich hat, warum ihr Arm so unorganisch verdreht wirkt, das alles haben die Wissenschaftler entdeckt. Und festgestellt, dass das Kätzchen zu ihren Füßen im Entstehungsjahr 1830 alles andere als ein Kuscheltier war.

Bei den zahlreich angebotenen Führungen durch die Schützenscheiben-Ausstellung können die Auflösungen der vielen Rätsel sicherlich erfragt werden.

Zum Bild: Max Tewes, Anette Klöpfer und Helmut Radlmeier MdL vor der geheimnisvollen Schützenscheibe.
Foto: Humpeneder-Graf

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