Leserbrief: zum LZ-Artikel v. 13.08.2022 „Gewappnet sein für Herbst u. Winter“

Zum LZ-Artikel v. 13.08.2022 „Gewappnet sein für Herbst u. Winter“

In dem genannten Artikel wird u.a. gefragt, „..wo man überhaupt noch Strom sparen kann“, oder die Aussage einer Klimabeauftragten „es ist allerdings aufwendig alle Gebäude zu finden, die auch in der Nacht beleuchtet sind“. Da muss man sich schon fragen, wozu gibt es Klimabeauftragte? Ist es nicht u.a. deren Aufgabe gerade solche  Energieverbraucher aufzuspüren.

Der „Aufwand“ diese Gebäude ausfindig zu machen, dürfte sich in Grenzen halten. Gebäude anzustrahlen ist m.E. unnötig. Hier kann man einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der „Lichtverschmutzung“ und zur Einsparung von Strom leisten. Zur Frage, „wo man überhaupt noch Strom sparen kann„, möchte ich auf das Beispiel des Finanzamtes Landshut verweisen. Das dort seit 2014 implementierte „Energie- u. Umweltmanagement“, das ich als Projektverantwortlicher im Ehrenamt bis Ende 2020 leiten durfte, hat es geschafft, durch bewussten sparsamen Umgang mit Energie über 50 % Strom (145.000 KWh) und gut 30 % Wärme (297 MW) einzusparen. Zusammen mit der PV-Anlage auf dem Dach waren das immerhin 180 Tonnen CO2-Einsparung (Werte nur für das Jahr 2020). Nur für ein Gebäude! Ich habe dabei durch verschiedene Aktionen, wie Energietag, Energiewendeausstellung, Aktionen mit den Auszubildenden und verschiedenste Informationen, das Personal sensibilisiert und motiviert, mit der vorhandenen Energie sparsam umzugehen. Beim Strom gab es außer Bewegungsmelder keine großen technischen Änderungen. Bei der Wärme wurden die fast 50 Jahre alten Fenster ausgetauscht.  Diese Maßnahmen können bei allen Verwaltungsgebäuden angewandt werden. Die Klimabeauftragten haben dabei eine entscheidende Funktion. Es ist m.E. deren Aufgabe den Mitarbeitern  „Energiekompetenz“ zu vermitteln. Durch den Klimawandel und die schlimmen Auswirkungen durch den Krieg in der Ukraine sind wir alle aufgefordert einen Beitrag zu leisten um diese Energiekrise zu meistern und um verantwortlich mit den vorhandenen Resourcen umzugehen. Der heiße und viel zu trockene Sommer zeigt uns allen gerade wieder, mit welchen Folgen wir durch den Klimawandel noch rechnen müssen. Das „Modell Landshut“ des Finanzamtes Landshut hat als Vorreiter bewiesen, dass jeder und jede seinen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten kann.

Willi Forster
Energie- u. Umweltmanager
am Finanzamt Landshut (bis Ende 2020)
Foto:
W. Forster priv.

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