„Lupus est homo homini, non homo, quom(cum) qualis sit non novit.“

„Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, kein Mensch, solange er nicht weiß, welcher Art der andere ist.“

Auf Wunsch des Ältesten Rates gedachte Oberbürgermeister Alexander Putz mit ein paar Worten an die Stadträtinnen und Stadträte sowie an die Öffentlichkeit, des russischen Angriffes an die Ukrainer. Die Ansprache endete mit einer Schweigeminute im Plenarsaal.

Die Vorgänge in der Ukraine überschatteten am Freitagnachmittag den Ablauf der Plenarsitzung in der Sparkassenarena. Bevor man zu den anstehenden Tagesthemen überging, zitierte Oberbürgermeister Alexander Putz den römischen und lateinischen Komödiendichter Titus Maccius Plautus (250 – 184 v.Chr.) hinweisend auf die rücksichtslose Invasion Putins in die Ukraine.

„Wir sind alle gleichermaßen erschrocken, erschüttert und berührt über die Ereignisse wenige Fahrstunden von unserer Heimat, 1.000 km entfernt in der Ukraine und sehen einen Angriffskrieg mitten in Europa“, so der Oberbürgermeister. OB Putz habe am 24. d.M. um 5:45 die Meldung erhalten und  sich sofort an den November 1989 erinnert. Damals wurde er über den Radiowecker über die Öffnung der Berliner Mauer durch die Nachrichten informiert. Er sei noch am Wochenende nach Berlin gefahren und war voller Hoffnung, dass der Kalte Krieg nun ein für alle Mal beendet sei. Dass die Weltmächte sich nicht mehr mit waffentrotzenden Arsenalen mit einem Potential, das die ganze Welt vernichten könne sich gegenüberstehen, war für Putz ein wichtiges Signal für die Zukunft.

Der Oberbürgermeister erinnerte an die Vorgänge im Jugoslawienkrieg, die unfassbar waren und wieder verdrängt wurden. Viele junge Menschen von heute kennen diese schrecklichen Vorgänge in der Weltgeschichte nicht mehr. „Man sieht was ein Einzelner anrichten kann. Ich denke dabei an Michael Gorbatschow, der mit seiner Öffnungspolitik vieles in der damaligen UdSSR verändert hat, jetzt ist zu sehen, was ein einzelner wie Vladimir Putin in Russland anrichtet. Die Bilder sind unfassbar, die aus der Ukraine zu uns kommen. Unsere Gedanken sind bei den Menschen in der Ukraine aber auch bei den jungen russischen Soldaten, die in einem völlig sinnlosen Krieg zu Tode kommen und noch zu Tode kommen werden. Wir denken aber auch an die bei uns lebenden Ukrainerinnen und Ukrainer, die sehr betroffen sind von diesen Ereignissen. Ihnen gilt unsere Solidarität“, so OB Putz. Mit dem Zitat von dem lateinischen Komödiendichter Titus Maccius Plautus, „ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, kein Mensch, solange er nicht weiß, welcher Art der andere ist“, und der Erkenntnis, dass der Mensch nichts dazu gelernt habe, beendete Oberbürgermeister Alexander Putz mit einer Schweigeminute und der Unterstützung der Landshuter Stadträtinnen und –Räte das Gedenken.

-h j l –

Foto: Archiv DIESUNDDAS/hjl

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