Mehr als 3.300 Erstimpfungen binnen einer Woche

Impfkampagne in Landshut kommt endlich in Schwung

Bis Sonntag sollen knapp 13.000 Bürgerinnen und Bürger zumindest die erste Dosis der Corona-Schutzimpfung erhalten haben – OB Putz: „Angebotene Termine auch wahrnehmen“

Die Impfkampagne gegen das Coronavirus SARS-Cov-2 kommt endlich in Schwung: In der laufenden Woche werden im Impfzentrum der Stadt Landshut voraussichtlich mehr als 2.500 Erstimpfungen verabreicht, etwa 1.000 davon sind für den morgigen Samstag terminiert. Dazu kommen gut 850 Erstimpfungen, die bisher von Hausärzten im Stadtgebiet durchgeführt wurden. Damit sollten bis zum Ende der Woche knapp 13.000 Bürgerinnen und Bürger zumindest die erste Dosis der Schutzimpfung erhalten haben, das entspricht einem Bevölkerungsanteil von rund 17,75 Prozent. Allerdings sei trotz der insgesamt ermutigenden Entwicklung gerade in den vergangenen Tagen auch ein unerfreulicher Trend festzustellen, sagt Thomas Schindler, Leiter des städtischen Impfzentrums: „Immer öfter werden angebotene Termine abgelehnt oder ohne Rückmeldung einfach nicht wahrgenommen.“

Das gelte insbesondere für geplante Impfungen mit dem Vakzin des Herstellers AstraZeneca, das in Deutschland derzeit im Regelfall nur Senioren über 60 Jahren verabreicht wird. „Für Freitag hatten wir 700 Berechtigte eingeladen, konnten letztlich aber nur rund 500 Termine tatsächlich vergeben. Die übrigen 200 Impfdosen mussten wir einlagern, sie können aber problemlos auch nächste Woche verwendet werden“, sagt Schindler. Er vermutet, dass viele Impfwillige angesichts der seit Wochen schwelenden, öffentlichen Diskussionen Bedenken gegen den Impfstoff von AstraZeneca hegen und daher darauf spekulieren, dank der eigenen hohen Priorisierung zeitnah doch das Vakzin eines anderen Herstellers zu bekommen.

Diese Entwicklung sei sehr bedenklich, sagt Oberbürgermeister Alexander Putz. „Natürlich kann ich verstehen, dass angesichts der Berichte über zwar äußerst seltene, aber eben sehr ernsthafte Nebenwirkungen des Vakzins von AstraZeneca eine gewisse Verunsicherung und Skepsis gegen diesen Impfstoff herrscht. Allerdings waren von solchen Nebenwirkungen nach allen wissenschaftlichen Erkenntnissen bisher ausschließlich Menschen unter 65 Jahren betroffen. Deshalb wird die Verwendung des Vakzins für ältere Personen von der Ständigen Impfkommission weiter empfohlen; die Europäische Arzneimittelagentur hat erst vor wenigen Tagen sogar ihre für diesen Impfstoff ausgesprochene Empfehlung ohne jede Altersbeschränkung bestätigt.“ Es sei daher ein Gebot der Fairness, einen angebotenen Impftermin auch wahrzunehmen oder wenigstens rechtzeitig abzusagen, damit ein anderer Berechtigter zum Zuge kommen könne, so Putz. „Das gilt unabhängig davon, welcher Impfstoff dann zum Einsatz kommen soll. Denn jedes in Deutschland zugelassene Vakzin ist – gegebenenfalls unter Beachtung von Altersbeschränkungen – wirksam und sicher.“ – JV –

Bildquelle: Stadt Landshut

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