Mehr als 630 Mitarbeiter sorgen für sicheren Flugbetrieb am Airport München

Fuhrpark des Winterdienstes umfasst 181 Fahrzeuge – Bis zu 190 Einsatzkräfte in einer SchichtGeräumte Fläche am Flughafen München entspricht 780 Fußballfeldern

Für das kommende Wochenende sind die ersten Schneefälle des neuen Jahres angekündigt. Um auch unter diesen Witterungsbedingungen rund um die Uhr einen sicheren Flugbetrieb zu gewährleisten, steht am Münchner Airport von Anfang November bis Mitte April der Winterdienst bereit. Bei Eis und Schnee rückt die Winterdienst-Kolonne am Airport aus. Sie umfasst 181 Fahrzeuge, darunter 66 Traktoren aus dem Umland. Insgesamt sind im Winterdienst mehr als 630 Männer und Frauen im Einsatz, von denen rund 540 aus der Landwirtschaft und von Fuhrunternehmen aus der Region kommen. Pro Schicht sorgen bis zu 190 Einsatzkräfte für schnee- und eisfreie Flächen innerhalb des Flughafenzauns. In diesem Winter musste der Winterdienst des Airports bereits an 22 Tagen ausrücken.

Um einen möglichst reibungslosen und sicheren Flughafenbetrieb zu ermöglichen, müssen bei Schneefall große Areale geräumt werden: Allein die zwei Start- und Landebahnen, Vorfelder und Rollwege umfassen rund 5,6 Millionen Quadratmeter, umgerechnet mehr als 780 Fußballfelder. Die Räumung einer Start- und Landebahn am Münchner Flughafen dauert etwa 30 Minuten.

Zum Einsatz kommen neben Traktoren mit Schneepflug auch zahlreiche Spezialfahrzeuge, von 22 Kehrblasgeräten über sechs Verladefräsen bis hin zu zwei Pistenraupen. Die geräumten Schneemassen werden auf sechs eigens eingerichtete Schneedeponien verfrachtet. Pro Saison kommen hier insgesamt bis zu 2,2 Millionen Kubikmeter Schnee zusammen. Ein unterirdisches Auffangbecken sorgt dafür, dass das dabei entstehende Schmelzwasser nicht in die Umwelt gelangt.

Die am Winterdienst beteiligten Mitarbeiter werden während der Corona-Pandemie durch umfangreiche Hygienemaßnahmen geschützt. So stehen den Einsatzkräften mehrere Aufenthaltsräume zur Verfügung, um die Abstandsregeln einhalten zu können.

Alarmiert wird der Winterdienst durch die Verkehrsleitung des Münchner Flughafens, die den Zustand der Betriebsflächen rund um die Uhr überwacht. Als Hilfsmittel dient der Verkehrsleitung neben den aktuellen Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes unter anderem ein Glatteis-Frühwarnsystem, das von insgesamt 18 über den Flughafen verteilten Messstellen permanent aktualisierte Daten bezieht. Darüber hinaus werden mit Hilfe von Spezialfahrzeugen laufend die Bremswerte auf den Start- und Landebahnen geprüft.

Die mechanische Säuberung der Verkehrsflächen genießt wegen des Umweltschutzes Priorität. Nur bei Vereisungsgefahr der Betriebsflächen wird der Einsatz von Flächenenteisungsmitteln erforderlich. Auf einem Teil der Flächen wird anstelle der Enteisungsflüssigkeit Quarzsand ausgebracht. Beiderseits der Startbahnen verlaufende Rinnen fangen die abtauende Flüssigkeit auf und leiten sie zum Schmelzwasser-Rückhaltebecken. Von hier aus wird das Schmelzwasser kontrolliert an das Klärwerk in Eitting weitergeleitet.

Nicht nur die Verkehrsflächen des Airports müssen in der kalten Jahreszeit in einem betriebssicheren Zustand gehalten werden: Auch die Flugzeuge müssen vor dem Start von Schnee und Eis befreit werden. Das übernehmen die sogenannten „Eisbären“ der Gesellschaft für Enteisen und Flugzeugschleppen am Flughafen München mbH (EFM), einer Tochtergesellschaft der Deutschen Lufthansa AG und der Flughafen München GmbH. „Eisbären“ sind Spezialfahrzeuge, die unmittelbar vor dem Start Enteisungsmittel auf die Flugzeuge sprühen. Bis zu 15.000 Flugzeuge – vom Learjet bis zum Airbus A380 – enteist die EFM pro Jahr. Das verbrauchte Enteisungsmittel wird aufgefangen und zu einem Großteil recycelt.

Foto: Flughafen Müchen (Pressefoto)

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