„Mehr Frauenpower für die Politik“

Pandemie wirkt gerade bei Frauenthemen wie ein Brennglas

Die Landshuter Stadträtinnen Kirstin Sauter (FDP), Patricia Steinberger (SPD) und Elke Rümmelein (B 90 – Die Grünen) kämpfen in Vorbereitung für das am 18. Mai stattfindende Frauenplenum (Sparkassen Arena) fraktions- und parteiübergreifend für mehr „Frauen in die Politik“.

Das Frauenplenum gibt es aufgrund eines Antrages von der damaligen Landshuter Stadträtin Ingeborg Pongratz seit 1997, also heuer zum 24. Mal. Frau Pongratz hatte ein paar Jahre die Leitung des Frauenplenums übernommen, dann übernahm Stadträtin Ute Kubatschka bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Stadtrat in 2014 die Leitung. In den Jahren danach waren diverse Stadträtinnen verantwortlich für die Leitung des Frauenplenums.

In einem Pressegespräch, das im Prantlgarten des Koenig Museums stattfand, gaben die drei Kommunalpolitikerinnen ihre Statements zum Thema „mehr Frauen in die Politik“ ab.

Nachdem das Plenum und die verschiedenen Sitzungen des Stadtrates in der Sparkassen Arena stattfinden, gäbe es keinen Grund, das Frauenplenum auch in diesem Jahr nicht stattfinden zu lassen. Umso mehr, nachdem die Pandemie gerade bei Frauenthemen wie ein Brennglas wirkt. Die Pandemie sei zwar grundsätzlich für jeden belastend und es gäbe keinen, der noch „Bock hat auf das Ganze“ habe. Frauen seien besonders betroffen, denn sie arbeiten in systemrelevanten Berufen, wie in der Pflege oder im Einzelhandel. Dazu kommt nun noch das Thema „Homeschooling“, verbunden mit der ganzen Care-Arbeit, wie das Pflegen von Angehörigen, sich Kümmern um die Kinder, ihnen zu erklären, wie sie am besten weiterkommen in der Schule. Es mag sein, dass diese Arbeiten schon vor der Pandemie von den Frauen bewältigt werden mussten, aber KITAS und Schulen hätten hier vieles abgefedert. Es kommt dazu, dass Frauen heute meist berufstätig seien, entweder teilzeit- oder vollzeitmäßig und somit viele Stunden die gesamte Woche. Es kommt jetzt noch dazu, dass die Frauen ihre Kinder auch an den Vormittagen betreuen müssen. Es wäre falsch zu sagen, dass es die Frauen störe, dass sie sich nicht nur um ihre Kinder, sondern auch um ihren Job kümmern müssen. Die meisten Chefs hätten wenig Verständnis, wenn von den Frauen darauf hingewiesen werde, „tut mir leid, aber ich konnte die Dead Line nicht halten, denn ich musste meinem Zweijährigen das Lesen beibringen.“ Das sei genau das Problem, das die Frauen hätten. Über 9.000 Pflegekräfte haben gekündigt, weil sie die Belastung nicht mehr stemmen können. Diese vielfältigen Themen zeigen, was Frauen in der Zeit der Pandemie stemmen und leisten müssen.

Gerade in der Politik hätten Frauen die Möglichkeit an der einen oder anderen Stellschraube zu drehen. Leider scheuen viele Frauen den Schritt in die Politik zu machen. Das Frauenplenum böte die Möglichkeit sehr niedrigschwellig mit Themen, die Frauen auf dem Herzen haben und einen Antrag stellen können, der unter den Frauen diskutiert werde, seien es Themen wie „das Gehen in dunklen Gassen“, die ein Mann gar nicht bedenkt. Der Blickwinkel von Frauen sei ein anderer, als der von Männern. Im Rahmen des Frauenplenums bestehe die Möglichkeit, Frauenthemen öffentlich vorzubringen und zu diskutieren. Die Teilnehmerinnen des Frauenplenums brächten die Themen im Stadtrat ein. Dabei bestünde die Möglichkeit im Plenum oder in den Ausschüssen Frauenthemen vorzubringen und es wäre gewährleistet, dass man sich um dieses Thema kümmern müsse.

Die drei Stadträtinnen, die sich als Vertreterinnen aller Landshuter Stadträtinnen sehen, wollten gerade in der Corona-Zeit die Frauenthemen in den Vordergrund rücken um ein Zeichen zu setzen, dass Frauenpolitik sehr wichtig sei. Frauenpolitik sei weniger Parteipolitik, sondern soll Frauen helfen, ihre alltäglichen Probleme zu meistern.

Das Wichtige sei, dass in dem „politischen Farbenspiel“, wie sich die drei Stadträtinnen gerne sehen, ein Signal in die Öffentlichkeit zu senden, um den Männern zu zeigen, wie so etwas funktionieren kann.

Text- und Bildquelle: h.j.lodermeier

Hinweis:

Anträge an das Frauenplenum an die Mailadresse: frauenplenum@landshut.de

Teilnahme am Frauenplenum – 18. Mai, 17:00 Uhr – bedarf keiner Anmeldung.

Es gelten die üblichen Hygienevorschriften.

Geplant sei, einen Schnelltest vor Betreten der Sparkassen-Aren anzubieten

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