Mit der Biokönigin in ihrer Heimat unterwegs

Landtagsabgeordnete Ruth Müller im Gespräch mit Bio-Landwirten

Bis zum Jahr 2030 sollen in Bayern 30 Prozent der bewirtschafteten Flächen auf ökologische Landwirtschaft umgestellt werden. Im Landkreis Landshut beträgt die Bio-Quote derzeit gerade einmal acht Prozent der Anbauflächen. Wie sich das Bild vom Biobauern in den letzten Jahren geändert hat, wollte die SPD-Agrarpolitikerin Ruth Müller von zwei Bio-Pionieren im Landkreis Landshut bei ihrem Besuch bei der Bio-Gärtnerei Degenbeck erfahren.

Mit dabei waren auch Bürgermeisterin Sibylle Entwistle und die bayerische Bio-Königin Annalena Brams, die aus Vilsbiburg heraus für zwei Jahre die Regentschaft übernommen hat. Die Biokönigin wird von der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e. V. (LVÖ) gekrönt, deshalb war auch Josef Bauer vom Seepointerhof als Vorstandsmitglied bei dem Gesprächstermin mit dabei, der bereits 1990 den Ackerbau- und Legehennen-Betrieb auf ökologische Landwirtschaft umgestellt hat. Josef und Johanna Degenbeck bewirtschaften seit fast zwei Jahrzehnten eine fünf Hektar große Fläche und bauen dort Obst und rund 50 verschiedene Gemüsesorten für die Direktvermarktung an. Verkauft wird die Ware am Donnerstag im Hofladen und Freitag und Samstag auf den Wochenmärkten in Landshut und Vilsbiburg. „Der Wochenmarkt hier in der Stadt hat sich sehr positiv entwickelt, mittlerweile ist er zu einem Besuchermagnet für den südlichen Landkreis Landshut und die Nachbarregionen geworden“, zog Josef Degenbeck ein positives Fazit. Das Interesse an ökologisch erzeugten Lebensmitteln ist während Corona noch einmal deutlich gestiegen, das könne man auch an den vielen Angeboten von Bio-Ware im Lebensmitteleinzelhandel sehen. „Aber im Unterschied zum Discounter sind unsere Produkte auch noch regional erzeugt“, machte LVÖ-Sprecher Josef Bauer deutlich. Und damit verringere sich der ökologische Fußabdruck, Transportwege sind kürzer und die regionale Wertschöpfung bleibe am Ort. Aus dem aktuellen Bericht zu „Bio in Bayern“ hatte die Landtagsabgeordnete Ruth Müller auch Zahlen dabei: Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln ist von 2019 auf 2020 um rund 22 Prozent gestiegen. Den höchsten Bio-Anteil mit nahezu 16 Prozent haben Eier, gefolgt von Milch (11 Prozent) und Frischgemüse mit 9 Prozent. Die bayerische Biokönigin Annalena Brams lebt in Wachsenberg, wo ihre Eltern einen Bio-Hähnchenmastbetrieb führen. Sie hat Ökolandbau in Triesdorf studiert und arbeitet für die Ökomodellregion Inn-Salzach. Ihr ist es dabei wichtig, Netzwerke zu knüpfen und insbesondere darauf hinzuwirken, dass die staatlichen Kantinen mehr Biolebensmittel im Angebot haben. „Auch die Ausbildung in der Landwirtschaft muss sich verändern“, machte Josef Bauer deutlich. „Unsere jungen Landwirte  müssen die Vorteile einer ökologisch betriebenen Landwirtschaft vermittelt bekommen. Denn das bisherige Prinzip, nach dem man stetig wachsen müsse, wird in Zukunft nicht mehr erfolgreich sein“.

„Gerade beim Tierwohl haben die Verbraucher eine deutlich höhere Erwartungshaltung“, stellte die Landtagsabgeordnete Ruth Müller fest. Dazu müsse es auf Bundesebene endlich ein verpflichtendes Tierwohllabel geben und die Investitionen in Tierwohl dürfen sich nicht auf eine einmalige Förderung von Stallbaumaßnahmen beschränken. „Mittlerweile gibt es rund ein Dutzend Biobetriebe in der Stadt Vilsbiburg“, stellte Bürgermeisterin Sibylle Entwistle fest. Eine gesunde Landwirtschaft bedeutet auch eine gesunde Umwelt und vor allem einen wichtigen Beitrag für die Biodiversität in unserer Kommune“.

Bildunterschrift v. li. n. re.: Annalena Brams (bay. Bio-Königin), Ruth Müller (MdL), Josef Degenbeck (Hofinhaber), Josef Bauer (Vorst. LVÖ Bayern), Sibylle Entwistle (1. Bgm. Vilsbiburg)
Bildquelle: Johanna Degenbeck

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