Nach 0:2 und 12:16 im 3. Satz: Raben-Aufholjagd in Aachen wird mit einem Punkt belohnt

Im Hexenkessel von Aachen haben die Roten Raben nach einem sehr wechselvollen, teils turbulenten Match einen wichtigen Auswärtspunkt geholt.

Beim Stand von 0:2-Sätzen und 12:16 im dritten Durchgang sah es in der wie immer stimmungsvollen Sporthalle an der Neuköllner Straße vor 1.038 lautstarken Fans nicht gut aus für die Gäste aus Vilsbiburg, doch mit einer Energie- und Willensleistung schafften sie noch den verdienten 2:2-Satzausgleich. Im Tiebreak hatten die Ladies in Black die Nase vorn, so dass es aus Raben-Sicht letztendlich 2:3 (16:25, 21:25, 25:21, 25:14, 6:15) hieß.

Die aus den letzten Wochen bekannte Startaufstellung mit Zuspielerin Wilma Rivera, Dayana Segovia auf Diagonal, Suvi Kokkonen und Channon Thompson im Außenangriff, Yeisy Soto und Avery Heppell im Mittelblock sowie Libera Kirsten Knip lieferte sich zur Begrüßung mit den Gastgeberinnen einen langen, spektakulären ersten Ballwechsel, der gleich den richtigen Vorgeschmack gab auf das mit Spannung und auf Augenhöhe erwartete Duell der Tabellennachbarn. Allerdings blieb es im Anfangssatz nur bis zum 4:5 knapp, dann zogen die Ladies mit einer Aufschlagserie von Hilary Howe auf 4:10 davon. Extrem kompakt in der Defensive und durchschlagskräftig im Angriff enteilte Aachen gar auf 8:17, und trotz eines Zwischenspurts mit der eingewechselten Lara Darowski am Service (auf 12:17) konnten die Raben das 16:25 nicht verhindern.

Im 2. Abschnitt spielten die Gäste von Beginn an mit Britte Stuut für Avery Heppell im Mittelblock und frühzeitig mit Lisa Arbos für Suvi Kokkonen auf Außen, was zunächst zu einem quasi ausgeglichenen Spiel führte (8:9). Es folgte aber eine starke Aachener Phase, den daraus resultierenden 14:21-Rückstand konnten die stets kampffreudigen Raben nur noch auf vier Punkte reduzieren; am Ende hieß es 21:25.

Nach der zehnminütigen Pause kam Vilsbiburg mit neuerlich veränderter Aufstellung zurück (mit Lisa Arbos und Suvi Kokkonen im Außenangriff) – und ganz viel frischer Energie. Zwar entglitt den Raben der 7:5-Vorsprung zwischenzeitlich zum 12:16, doch aus dieser kritischen Phase konnte sich das Team mit noch mehr Power eindrucksvoll befreien, glich prompt zum 16:16 aus und münzte das Momentum nun auch in Spielstärke um. Mit schnellen, variablen Angriffen holten die Raben Punkt um Punkt, ehe ein krachender Block von Yeisy Soto das 25:21 fixierte.

In dieser Tonlage ging’s im vierten Satz weiter. Das Team von Florian Völker war nun eindeutig Herr im fremden Haus und marschierte über 8:4 und 16:9 unwiderstehlich zum 25:14, das Lisa Arbos besorgte. Die Französin bekam vom Coach hinterher ein Extralob: „Lisa hat nach ihrer Einwechslung Ruhe und Stabilität in unser Spiel gebracht und eine sehr gute Leistung gezeigt.“

Im abschließenden Tiebreak allerdings wurden die Vilsbiburgerinnen kollektiv auf dem falschen Fuß erwischt. Nachdem die ersten fünf Bälle an die Ladies in Black gegangen waren, kamen die Raben nicht noch einmal in die Partie zurück und unterlagen mit 6:15.

Die Analyse von Florian Völker spiegelte das Auf und Ab dieser Fünf-Satz-Partie wider: „In den ersten beiden Sätzen haben wir zu viel riskiert, zu viele Fehler gemacht, wobei Aachen schon richtig gut war. Im dritten Satz war unser Spiel besser, im vierten hat praktisch alles funktioniert. Leider haben wir dann im Tiebreak die Ordnung verloren.“

Absolute Top-Scorerin bei den Raben war Dayana Segovia mit 22 Punkten vor Yeisy Soto mit 13 und Suvi Kokkonen mit 11 Zählern. Als MVP wurde Britte Stuut ausgezeichnet. Das letzte Spiel im Jahr 2022 bestreiten die Roten Raben am Freitag, 30. Dezember, 19.30 Uhr, gegen Meister Allianz MTV Stuttgart.

Foto:

Rote Raben

 

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