Naturnaher Campingplatz

Mandatsträger bestehen auf Maßnahme im Rahmen der Nationalparkerweiterung

Ein naturnaher Campingplatz in Finsterau würde einen echten Mehrwert für das Freilichtmuseum Finsterau bieten und viele zusätzliche Besucher dazu animieren, dieses Kleinod bäuerlicher Vergänglichkeit zu entdecken und zu erleben. Da sind sich Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und Museumsleitern Stephanie Herzig einig.

Dazu muss dieser Campingplatz aber erst einmal gebaut werden. Landtagsabgeordneter Max Gibis will dazu den bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber in die Pflicht nehmen, denn dieser hatte den Bau im Zuge der Erweiterung des Nationalparks Bayerischer Wald in Aussicht gestellt. Gibis wünscht sich eine schnelle Umsetzung und die Einplanung von Haushaltsmitteln in den Staatshaushalt. Auch Landrat Sebastian Gruber und Mauths 3. Bürgermeister Heiner Kilger sind sich einig, dass so ein Campingplatz dem Nationalpark, dem Landkreis Freyung-Grafenau und der Gemeinde Mauth guttun wird. Dazu fand nun ein Treffen im Freilichtmuseum statt, bei dem die politisch Verantwortlichen den Freistaat aufforderten, die Pläne umzusetzen und die Mittel im Haushalt 2022 bereitzustellen.

„Es ist ein großer Erfolg, dass Ministerpräsident Markus Söder die Erweiterung des Nationalparks zugesagt hat. Die lokalen Mandatsträger haben an einem Strang gezogen und ein Maßnahmenpaket unterstützt und vorangebracht, in dem auch ein naturnaher Campingplatz umgesetzt werde kann“, skizzierte der Vorsitzende des Zweckverbandes Niederbayerische Freilichtmuseen, Dr. Olaf Heinrich, den Ist-Zustand. Hier müsse man aber dranbleiben, unterstrich MdL Max Gibis. Es habe eine klare Zusage gegeben, dass der Ort für naturnahes Campen umgesetzt werde. Da man nicht sicher sei, ob der Freistaat diesen Campingplatz betreiben wolle, habe man angeboten, ihn logistisch an das Museum anzudocken. Der Freistaat habe aber signalisiert, selbst Betreiber sein zu wollen. „Uns war es hier wichtig, dass das Campen wirklich im Einklang mit der Natur erfolgt. Es wird hier kein Halligalli und Remmidemmi geben und keinen totalen Luxus, sondern Stellplätze für Wohnmobile und Zelte im Einklang mit der Natur. Zudem werden dort auch keine Besucher zu Gast sein, die wilde Partys feiern, sondern welche, die die Natur schätzen und achten“, ist sich der Abgeordnete sicher.

Stutzig macht ihn aber jetzt eines: Dass der bayerische Umweltminister ihn in einem Schreiben als Antwort auf einen Brief, in dem Gibis nochmal auf die Umsetzung drängte, auf die sehr begrenzten Fördermöglichkeiten des Freistaates für so einen Campingplatz aufmerksam gemacht hat. „Wir haben die Zusage, dass so eine Einrichtung geschaffen werden wird. Nun wollen wir, dass wir auch das bekommen, was uns versprochen wurde. Wir bleiben dran“, stellte Gibis in Aussicht, der Staatsminister Thorsten Glauber angeboten hat, noch einmal ein Gespräch zu führen zu dieser Thematik.

Daran ist auch Landrat Sebastian Gruber sehr gelegen. Er sagt, dass im Nationalpark Bayerischer Wald „wildes Campen“ durchaus ein Thema ist, das immer wieder Sorgen und Probleme bereitet: „Durch das Angebot eines naturnahen Campingplatzes könnte dies kanalisiert werden. Es wäre ein sehr wichtiger Schritt auch für den Landkreis Freyung-Grafenau.“ Dritter Bürgermeister Heiner Kilger unterstreicht, dass von der Maßnahme auch die Gemeinde Mauth profitiert, sofern sie denn umgesetzt werden. Gemeinsam will man nicht lockerlassen.

Wie Museumsleiterin Stephanie Herzig sagte, ist die Nachfrage nach Übernachtungen in der Umgebung des Museums durchaus gefragt: „Wir bieten bisher im Denk-Haus und auf dem Museumsgelände eine Übernachtungsmöglichkeit an, dies wird von rund 500 bis 600 Besuchern des museumspädagogischen Programms im Jahr rege angenommen. Diese Zahlen ließen sich stark steigern.“ Laut Bezirkstagspräsidenten ist noch kein Grundstück für den Campingplatz festgelegt, es bieten sich aber Flächen in der Nähe des Museums an: „Dies würde unserem hervorragenden Freilichtmuseum noch einmal einen nennenswerten Besucher-Schub geben“, ist sich Heinrich sicher.

-bs-

Im Bild: Drängen auf eine zeitnahe Umsetzung eines naturnahen Campingplatzes im Zuge der Nationalparkerweiterung: Von links MdL Max Gibis, 3. Bürgermeister Heiner Kilger, Landrat Sebastian Gruber, Museumsleiterin Stephanie Herzig und Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich.
Foto: Bezirk Niederbayern/Bäumel-Schachtner

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