Neujahrsempfang der Gemeinde Neufahrn i. NB. stand im Zeichen ihres 900-jährigen Bestehens

Mit einem gelungenen Auftakt ist die Gemeinde Neufahrn am Samstag in ihr Jubiläumsjahr gestartet.

Der Neujahrsempfang stand im Zeichen des 900-jährigen Bestehens, das die Gemeinde das ganze Jahr 2023 über feiert. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Landrat Peter Dreier sprachen ein Grußwort, Bürgermeister Peter Forstner blickte in seiner Neujahrsansprache auf das vergangene Jahr zurück und schwor die Besucher auf das Festjahr ein. Die Theaterfreunde Neufahrn stellten die Unterzeichnung der Urkunde im Jahr 1123, in der Neufahrn zum ersten Mal erwähnt wird, dar. Josef Parzefall gab mit historischen Bildern einen Einblick in das frühere Neufahrn, Judith Heinrich stellte die Festschrift vor und Bianca Marklstorfer präsentierte die Veranstaltungen, die zum Jubiläum stattfinden. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Stattkapelle Neufahrn und die historische Musikgruppe Shalimo. Daneben wurden erfolgreiche Sportler der Gemeinde geehrt, darunter die Deutsche Meisterin im Triathlon über die Mitteldistanz, Lena Götzenberger.

„Wir wollen aus Vergangenem lernen, in der Gegenwart die Weichen stellen und über die Zukunft sprechen und diskutieren“, sagte Bürgermeister Peter Forstner zur Begrüßung. Das Jahr 2023 sei ein besonderes Jahr für Neufahrn. Mit Stolz könne man auf das 900-jährige Jubiläum blicken.

In seiner Neujahrsansprache ging Forstner einerseits auf die ungewisse Lage zum Jahreswechsel ein. Der Ukraine-Krieg, Inflation und die Energiekrise bewegten die Menschen. Als Kommune habe man sich mit Krisenplänen und Leuchtturmstandorten auseinandersetzen müssen. Er hoffte, dass diese Vorsorge nie greifen müsse. Andererseits hob er das Positive des vergangenen Jahres hervor. Es wurde die 50-jährige Gemeindepartnerschaft mit Broons gefeiert, das Volksfest habe wieder stattgefunden und bei der Dorfwette sei die Gemeinde zur Höchstleistung aufgelaufen. Gemeinsam könne die Kommune die Herausforderungen, die in diesem Jahr anstehen, bewältigen. Unter anderem zählte er bauliche Vorhaben an der Schule und der Kinderkrippe auf, Brückenbaumaßnahmen und die Bauleitplanung für einen möglichen Einkaufsmarkt zwischen Asenkofen und Neufahrn.

Stabilisierende Wirkung des Ehrenamts

Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger und Landrat Peter Dreier gratulierten der Gemeinde zu ihrem Jubiläum. Sie betonten beide die Bedeutung der Gemeinschaft und des Ehrenamts für eine Gemeinde. Gemeinsam könne man Herausforderungen bewältigen und mit Optimismus in die Zukunft blicken. Aiwanger hob die stabilisierende Wirkung des Ehrenamts gerade in unsicheren Zeiten hervor. Der Zusammenhalt in der Gesellschaft müsse mehr nach vorne gestellt werden. Dreier betonte, dass in einer Kommune, was übersetzt Gemeinschaft bedeute, vieles einfacher gehe. Auch der Landkreis mit seinen 35 Gemeinden sei nur gemeinschaftlich stark.

Alle drei Redner bekundeten außerdem ihre Solidarität mit allen Rettungskräften und ihr Unverständnis, wenn diese angegriffen werden. Mit einer Videobotschaft gratulierte auch Ministerpräsident Markus Söder zu diesem besonderen „Geburtstag“.

Neufahrn gestern – heute – morgen

Hans Fischaleck führte durch den zweiten Teil des Neujahrsempfangs, der im Zeichen des 900-jährigen Jubiläums stand. Hierzu hatte Josef Parzefall eine kurze Bilderschau mit historisch wichtigen Dokumenten vorbereitet. Die Präsentation stellte er unter das Motto „Neufahrn gestern – heute – morgen“. So erklärte er die Urkunde von 1123. Die erste urkundliche Erwähnung eines Ortes wird in der Geschichtsschreibung als dessen Geburtstag angenommen. Auch die erste kartographische Darstellung der Gegend oder der Urkataster waren zu sehen.

Die Theaterfreunde inszenierten humorvoll die Unterzeichnung der Urkunde vor 900 Jahren. Nach dem Tod seines Vaters Heinrich überschrieb Graf Ernst (Thomas Störck) das Gut Neufahrn dem Kloster Mallersdorf, mit der Bedingung, täglich eine Messe zum „Seelentrost“ seines Vaters zu lesen. Darauf ließ sich der Bruder des Klosters Mallersdorf (Pfarrer Jörg Gemkow) ein. Mit der Hilfe seines Schreiberlings (Markus Grahammer) unterzeichnete Graf Ernst die Schenkungsurkunde und setzte sein Siegel darunter. Auch Sigmund Kraus (Bürgermeister Forstner), der einige hundert Jahre später in Neufahrn wirkte, schwirrte durch die Szene. Die kurze Aufführung endete mit dem von Pfarrer Gemkow gesungenen „Dies natalis est“ (Es ist der Geburtstag) auf die Melodie von „Zum Geburtstag viel Glück“.

Zum Festjahr gibt es auch eine Festschrift, deren Inhalt Judith Heinrich vorstellte. Neben Informationen zu den Feierlichkeiten findet auch die Ortsentwicklung Platz in dem 120 Seiten umfassenden Heft. Das Motto „gestern – heute – morgen“ zieht sich ebenfalls durch die Festschrift. Bianca Marklstorfer wies auf die Veranstaltungen hin. Von 14. Bis 17. Juli ist das große Festwochenende mit Auftritt der Kapelle Menzl, einem großen Volksliedersingen und dem Festumzug. Die nächste Veranstaltung ist am 19. Februar. In der Realschulturnhalle findet ein Familienkonzert mit der Band „Sternschnuppe“ statt.

Sportliche Leistung und Haltung gezeigt – Sportlerehrung der Gemeinde beim Neujahrsempfang

Der Neujahrsempfang der Gemeinde bildet stets den passenden Rahmen für die Ehrung erfolgreicher Sportler. Heuer zeichneten Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Landrat Peter Dreier, Bürgermeister Peter Forstner sowie die Sportreferenten Christoph Ertl, Sebastian Wimmer und Florian Barth vier Sportler und zwei Mannschaften aus.

Die Sportehrennadel in Gold erhielt Lena Götzenberger. Sie wurde Deutsche Meisterin im Triathlon über die Mitteldistanz. Götzenberger, die für den TSV Zirndorf startet, wohnt seit kurzem in Neufahrn. Sie konnte beim Empfang nicht anwesend sein, weil sie im Trainingslager war.

Ehrung für Einzelsportler und Mannschaften

Die Sportehrennadel in Silber erhielt Julian Wimmer sowie eine Ehrenurkunde Fabian und Tobias Schinhanl von den Motorsportfreunden Piegendorf für ihre Erfolge bei den Meisterschaften im Kartslalom des NAVC. Wimmer belegte den dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft, wurde Bayerische Meister und Südbayerischer Meister. Tobias Schinhanl wurde ebenfalls Dritter bei der Deutschen Meisterschaft, Vierter bei der bayerischen Meisterschaft und Zweiter bei der Südbayerischen. Sein Bruder Fabian belegte den dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft, den vierten Platz bei der Bayerischen Meisterschaft sowie den zweiten Platz bei der Südbayerischen Meisterschaft.

Ausgezeichnet wurden auch zwei Tischtennisjugendmannschaften des TSV Neufahrn. Yannik Blümel, Josef Beckenbauer und Saskia Weizenberg wurden mit der Pokalmannschaft Jugend Bezirkspokalsieger der Bezirksklassen im Bezirk Oberbayern Nord. Blümel und Beckenbauer wurden außerdem mit Leon und Luca Niedermüller mit der Jugendmannschaft Mannschaftsmeister der Bezirksklasse A Landshut im Bezirk Oberbayern Nord.

Bürgermeister Forstner betonte, dass die Sportler nicht nur für ihre Leistungen, sondern auch für ihre sportliche Haltung geehrt werden. Mit Fleiß und Disziplin haben sie auf ihre Erfolge hingearbeitet. Gleichzeitig seien sie ein Aushängeschild für das Sportangebot der Gemeinde. Zur Sportlerehrung leitete die „Stattkapelle“ passenderweise mit der Titelmelodie aus dem „aktuellen Sportstudio“ über.

Bürgermeister Peter Forstner (links), Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Landrat Peter Dreier (von rechts) zeichneten die erfolgreichen Sportler Josef Beckenbauer, Yannik Blümel, Saskia Weizenberg, Fabian und Tobias Schinhanl sowie Julian Wimmer aus.

Ehrengäste und Besucher sangen mit musikalischer Begleitung durch die „Stattkapelle“ Neufahrn zum Abschluss gemeinsam die Neufahrner Hymne nach dem Text und der Melodie von dem Neufahrner Josef Gabler sowie die Bayernhymne.

– TG – / HJL –

 

Titelbildbeschreibung des Beitrags: In seiner Neujahrsansprache ging Forstner auf die ungewisse Lage zum Jahreswechsel ein.

 

Die „Stattkapelle“ Neufahrn umrahmte die Veranstaltung.

 

Die MdL Ruth Müller und Helmut Radlmeier waren selbstverständlich auch gern gesehene, geladene Gäste

 

Bürgermeister Peter Forstner, Brauereichef Andreas Stöttner (von links) sowie die Festschriftverantwortlichen Franz Sedlmeier und Judith Heinrich (von rechts) überreichten an Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (3.v.r.) und Landrat Peter Dreier ein Exemplar der Festschrift und eine Kostprobe des Jubiläumsbieres.

 

Die Theaterfreunde in Begleitung der historischen Musikgruppe Shalimo Neufahrn inszenierten, wie sich damals die Unterzeichnung der Urkunde zugetragen haben könnte.

 

Zahlreiche Festgäste verfolgten in der Realschulturnhalle den Neujahrsempfang.

 

Fotos: T. Gärtner/ H.J. Lodermeier

 

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