Nicht nur Arbeitsplatz, sondern auch Lebensmittelpunkt

Abgeordneter Radlmeier besucht Landshuter Werkstätten in Rottenburg      

Rottenburg. Die Landshuter Werkstätten sind vielen ein Begriff. In ihnen arbeiten Menschen mit Handicap. Wie sich der Alltag in den Werkstätten gestaltet, beleuchteten Vertreter der Lebenshilfe Landshut beim Besuch des Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier (CSU) am Rottenburger Standort der Werkstätten. Dabei wurde auch deutlich, welch vielfältigen Mehrwert die Werkstätten bringen. 

Johannes Fauth, Geschäftsführer der Lebenshilfe Landshut, Lebenshilfe-Vorsitzender Hans-Peter Summer und Uwe Heilmann, Geschäftsführer der Landshuter Werkstätten GmbH, führten den Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier über das weitläufige Areal der ehemaligen Kaserne. Die Landshuter Werkstätten GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Lebenshilfe Landshut e.V. und eine anerkannte Werkstätte für Menschen mit Behinderung, wie Fauth informierte. „In unseren Betrieben in Landshut, Altdorf, Landau, Kelheim, Vilsbiburg, Mainburg, Rottenburg und Dingolfing haben wir rund 900 Werkstattplätze für Menschen mit geistiger Behinderung. Dazu kommen 48 Förderstättenplätze für Menschen mit einer schwer-mehrfachen Behinderung. In Rottenburg haben wir 72 Werkstattplätze für Menschen mit geistiger Behinderung plus 18 Plätze für erwachsene Menschen mit einer seelischen Behinderung im „Haus Lebensraum“, erläuterte Fauth. Die Lebenshilfe Landshut ist einer der größten Träger der Eingliederungshilfe in Niederbayern.

Namhafte Auftraggeber

Der Geschäftsführer betonte, dass zum einen großer Wert auf die berufliche und soziale Rehabilitation der Mitarbeiter gelegt wird, zum anderen aber auch qualitativ hochwertige Arbeit gegenüber den gewerblichen und privaten Kunden erbracht wird. Vorsitzender Hans-Peter Summer bekräftigte: „Es steht bei uns nicht nur die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund. Das Soziale spielt ebenfalls eine große Rolle. An den Arbeitsplätzen wird viel Rücksicht auf die Mitarbeiter genommen.“

Die Qualität kommt allerdings nicht zu kurz – ganz im Gegenteil, wie sich Helmut Radlmeier überzeugen konnte. Geschäftsführer Heilmann konnte die hochwertige Arbeit mit Zahlen belegen: „Wir haben einen großen Auftraggeber, für den wir jährlich 18 Millionen Dichtungssätze verpacken. Davon wurden heuer nur drei reklamiert. Das ist genauer und besser als eine Maschine“, so Heilmann.

Eine Qualität, die ankommt: „Die Firmen, mit denen wir kooperieren, möchten ihre Aufträge erhöhen“, berichtete Heilmann. „Unter unseren Auftraggebern sind auch so bekannte Firmen wie BMW oder der FC Bayern. Es spornt unsere Mitarbeiter an, wenn sie sagen können, dass sie für BMW oder den FC Bayern produzieren. Das macht sie stolz“, so Heilmann.

Win-win-Situation 

Für Helmut Radlmeier haben Werkstätten wie die in Rottenburg einen mehrfachen Nutzen: „Die Arbeiten strukturieren den Alltag und integrieren Menschen mit Handicap in den Arbeitsmarkt. Die Mitarbeiter wiederum sind froh über diese Möglichkeiten. Man merkt sofort, mit welchem Elan die sie ihren Tätigkeiten nachgehen“, so Radlmeiers Eindrücke.

„Für unsere Mitarbeiter sind die Werkstätten weit mehr als nur ein Arbeitsplatz“, bestätigte Fauth. „Vielmehr sind sie ihr sozialer Lebensmittelpunkt, an dem sie ihre Freunde treffen.“ Da passt es ideal, dass in direkter Nachbarschaft zur Werkstatt Anfang 2021 eine weitere Einrichtung der Lebenshilfe eröffnet hat: Das ‚Haus Sonnenschein‘, eine Anlage für gemeinschaftliches Wohnen. Bis zu 15 Personen mit Handicap können hier wohnen.

Bildbeschreibung:

CSU-Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (3.v.r.) besichtigte die Landshuter Werkstätten an ihrem Standort in Rottenburg. Diese sind nicht nur Arbeitsplatz, sondern sozialer Mittelpunkt der Mitarbeiter, wie (v.l.) Lebenshilfe-Geschäftsführer Johannes Fauth, Lebenshilfe-Vorsitzender Hans-Peter Summer, die Vorsitzende des Werkstattrates Edeltraud Staudacher und der Geschäftsführer der Landshuter Werkstätten GmbH Uwe Heilmann darlegten.

Foto:

Büro Radlmeier

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