Niederbayern: Ein Drittel weniger Verkehrstote

(pol) Das Polizeipräsidium Niederbayern stellte am Montag seine Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2021 vor: Die Zahl der Verkehrstoten ist um fast ein Drittel gesunken. Nicht angepasste bzw. überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor die Hauptunfallursache bei Unfällen mit Schwerverletzten und Getöteten.

Mit dem Verkehrssicherheitsprogramm 2030 des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration wurden die bereits bestehenden Strategien und Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit konsequent weiterentwickelt, um dadurch insbesondere die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten noch weiter zu reduzieren. „Die Unversehrtheit aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer steht auch heuer erneut im Mittelpunkt unserer Anstrengungen und polizeilichen Maßnahmen. Unser Ziel ist es, die Anzahl der schweren Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Niederbayern noch weiter zu senken“, so Polizeipräsident Manfred Jahn.

Leichte Steigerung bei den Gesamtunfallzahlen

Nachdem sich das Verkehrsaufkommen nach einem pandemiebedingten deutlichen Rückgang im Jahr 2020 wieder auf das Niveau vor der Pandemie einpendelte, sind auch die Verkehrsunfälle in Niederbayern im vergangenen Jahr mit 39.082 (2020: 36.534) um knapp sieben Prozent gestiegen. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wirkten sich besonders im Jahr 2020 auch auf den Straßenverkehr aus. Durch das geringere Verkehrsaufkommen war von 2019 auf 2020 bei den Gesamtunfallzahlen ein Rückgang von fast 16 Prozent zu verzeichnen.

Mit der Zunahme der Gesamtunfälle erhöhte sich auch die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten geringfügig. Wurden im Jahr 2020 noch 5.410 Personen bei Verkehrsunfällen verletzt, so steigerte sich die Anzahl der Verletzen im vergangenen Jahr auf 5.591 Personen. Dies stellt im Vergleich der letzten zehn Jahre den zweitniedrigsten Wert dar.

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Zahl der Unfalltoten ist erneut rückläufig – niedrigster Wert seit zehn Jahren

49 Verkehrsteilnehmer haben im vergangenen Jahr (2020: 67) bei Verkehrsunfällen auf niederbayerischen Straßen ihr Leben verloren. Das ist der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre. „Nichts desto trotz werden wir unsere bisherigen Maßnahmen weiterhin fortführen. Denn,“ so betont Polizeipräsident Manfred Jahn, „jeder Verkehrsunfalltote ist einer zu viel.“

Ein besonders tragischer Verkehrsunfall ereignete sich im August 2021 im Bereich Schöfweg (Lkr. Freyung-Grafenau). Weil ein 30-jähriger Pkw-Fahrer in einer Kurve die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hatte, kam er mit seinem Fahrzeug von der Fahrbahn ab und fuhr auf einen neben der Fahrbahn liegenden Rastplatz. Dort kollidierte sein Fahrzeug dann  mit einer Sitzgruppe aus Granit. Durch den Zusammenstoß lösten sich Granitteile. Ein 24-jähriger Mann, der auf einer weiteren Bank des Parkplatzes saß, wurde durch die herumfliegenden Teile tödlich verletzt. Nach bisherigem Stand der Ermittlungen verlor der Pkw-Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug, weil er im Kurvenbereich mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war.

Unfallursache nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit

Im zurückliegenden Jahr wurden außerhalb geschlossener Ortschaften bei Verkehrsunfällen mit nicht angepasster oder überhöhter Geschwindigkeit 631 Verkehrsteilnehmer verletzt, was eine Zunahme von über 20 Prozent im Vergleich zu 2020 bedeutet. Die Zahl der getöteten Verkehrsteilnehmer sank dabei im Vergleich zum Vorjahr von 21 auf 16. Jeder dritte Verkehrstote ist auf nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen.

Zahl der tödlichen Motorradunfälle mehr als halbiert

Motorradfahren ist nach wie vor hoch im Trend, die Zahl der neuzugelassenen Motorräder ist in Deutschland erstmals seit zehn Jahren wieder angestiegen, wie aus einer Mitteilung des Kraftfahrt-Bundesamtes hervorgeht. In Niederbayern laden zahlreiche Routen zu lohnenswerten Ausflugsfahrten ein. Allerdings ist dieses Hobby nicht ungefährlich. Insgesamt ereigneten sich im vergangenen Jahr 659 (588 in 2020) Motorradunfälle. Mit 612 verletzten Kradfahrern ist der Anteil sehr hoch und im Vergleich zum Vorjahr um fast 13 Prozent gestiegen.

Foto: Motorradkontrollaktion – Foto: Polizeipräsidium Niederbayern

Schulwegunfälle – auf dem Niveau vor der Pandemie

Im Jahr 2021 ereigneten sich in Niederbayern 40 Schulwegunfälle und damit um 14 mehr als 2020. Ursächlich für den Anstieg dürften die pandemiebedingten Schulausfälle im Jahr 2020 sein. Im Jahr 2019, in dem sich die Ausbreitung der Infektionskrankheit COVID-19 noch nicht auf den Schulunterricht auswirkte, ereigneten sich, wie im Jahr 2021, 40 Schulwegunfälle. Bei Schulwegunfällen mit Verletzungsfolge zeichnet sich ein ähnliches Bild ab – insgesamt verletzten sich im letzten Jahr 50 Schüler*innen.

Um die Sicherheit der Schüler*innen weiter zu erhöhen, werden auch in diesem Jahr an den Schulen wieder Verkehrsunterrichte, gerade für Schulanfänger, durchgeführt und die Schulwegüberwachung vor allem zu Beginn des neuen Schuljahres intensiviert. Auch der Einsatz der zahlreichen ehrenamtlichen Schulweghelfer trägt wesentlich zur Verkehrssicherheit bei.

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Appell an die Eltern – „Elterntaxis“ wenn möglich vermeiden

Regelmäßig kommt es vor Unterrichtsbeginn und nach Unterrichtsende zu einem hohen Verkehrsaufkommen vor den Schulen. Eltern bringen ihre Kinder morgens zur Schule, damit ihr Kind direkt vor dem Schulgebäude aus dem Auto aussteigen kann. Dabei entstehen nicht selten gefährliche Verkehrssituationen für die Kinder. Daher appelliert die Polizei an Eltern, die ihre Kinder in die Schule fahren, die Verkehrs- und Parkregelungen vor den Schulgebäuden unbedingt zu beachten oder ihre Kinder abgesetzt aussteigen zu lassen.

Bekämpfung der Hauptunfallursachen steht weiterhin im Fokus der niederbayerischen Polizei

Fahren mit nicht angepasster oder überhöhter Geschwindigkeit ist – wie schon in den vergangenen Jahren – die Unfallursache Nr.1 bei den Verkehrsunfällen mit schwerverletzten oder getöteten Personen. Aus diesem Grund betont Polizeipräsident Manfred Jahn: „Die Bekämpfung dieser Hauptunfallursache ist das oberste Verkehrsziel des Polizeipräsidiums Niederbayern.

Fotos: Polizeipräsidium Niederbayern

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