OB Putz: „Eine Modellregion Stadt und Landkreis Landshut wäre sinnvoll“

Einmütiger Beschluss des Landshuter Stadtrates, wenn möglich mit dem Landkreis sich als Modellregion am Pilotprojekt zu bewerben.

„Landshut würde sich nicht zuletzt auch aufgrund seines Stadtbildes und der Struktur des ansässigen Einzelhandels, optimal als Modell-Stadt eignen.“

In der Sitzung des Plenums gestern (26. 03.2021) in der Sparkassenarena, wurde die Verwaltung der Stadt Landshut von den Stadträtinnen und Stadträten beauftragt, im Umgang mit der Corona-Pandemie, sich umgehend bei dem von der Bayerischen Staatsregierung eingerichteten Pilotversuches zu bewerben. Acht Städten gibt die Bayerische Staatsregierung diese Möglichkeit auch bei einem Inzidenzwert von über 100.

In der geänderten 12. Bayerischen Infektionsmaßnahme (27. März 2021) ist expliziert aufgeführt, dass hiermit die Grundlage für befristete Pilotversuche geschaffen wird, die es ermöglichen soll, bestimmte Einrichtungen – beispielsweise des Kulturbetriebs – in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit einer 7-Tagesinzidenz von über 100 auszuwählen, um unter strengen Schutz- und Hygienemaßnahmen die Wirksamkeit insbesondere von Testkonzepten zu untersuchen.

In Landshut beläuft sich die 7-Tage-Inzidenz derzeit auf ca. 144,4 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Stand 26.03.21, 00:00 Uhr). Damit liegt die Stadt Landshut über dem für das Modellprojekt als Voraussetzung genannten Grenzwert, bleibt aber erheblich unter der Marke von 200, ab der nach den in Aussicht gestellten Neuregelungen der Einzelhandel auch nach den Osterferien prinzipiell komplett geschlossen bleiben müsste. Zudem hat sich die 7-Tageinzidenz nach einem zwischenzeitlichen Anstieg seit etwa zehn Tagen stabilisiert, so dass das Infektionsgeschehens – auf natürlich viel zu hohem Niveau – einigermaßen unter Kontrolle und das exponentielle Wachstum gebrochen scheint.

Landshut würde sich aber nicht zuletzt auch aufgrund seines Stadtbildes und der Struktur des ansässigen Einzelhandels, optimal als Modell-Stadt eignen. Die Innenstadt sei geprägt von den weitläufigen beinahe platzartigen Straßenzügen der Alt- und Neustadt, wo Abstände zwischen Passanten auch bei höherer Besucherfrequenz, konsequenten eingehalten werden könnten. Ergänzend gilt im gesamten historischen Zentrum bereits seit dem Spätherbst Maskenpflicht, die von der übergroßen Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger sehr diszipliniert eingehalten wird. Der Einzelhandel in Landshut wiederum sei geprägt von vielen kleinen Läden und Boutiquen, so dass sich das Kundenaufkommen stark verteilt und entzerrt.  Größere Kaufhäuser bilden die Ausnahme, die beiden Einkaufszentren sind vergleichsweise klein, beziehungsweise im Fall des „Landshut Parks“ fernab der Innenstadt gelegen, so dass sich die Kundenströme nicht überschneiden dürften. Zudem sei das Stadtzentrum gut mit dem Fahrrad und – für auswärtige Besucher – von dezentralen Großparkplätzen wie etwa der Grieserwiese aus problemlos zu Fuß zu erreichen. Eine kritische Auslastung des ÖPNV mit den damit leider verbundenen Infektionsrisiken wäre daher auch bei einer vorsichtigen Öffnung von Teilbereichen des öffentlichen Lebens nicht zu befürchten.

Ein weiteres Argument für die Aufnahme Landshuts in den Kreis der Modell-Städte in den Kreis der Modellstädte sei die bewährte Test- und Schnelltest-Infrastruktur. Auf dem weitläufigen Messegelände betreibt die Stadt Landshut federführend die gemeinsame PCR-Teststation der kreisfreien Stadt und des Landkreises Landshut

An dieser Teststation sei seit etwa zwei Wochen auch ein Schnelltest-Zentrum angegliedert, in dem täglich bis zu 2.500 Antigen-Schnelltests durchgeführt werden können. Sollte die Bewerbung als Modellstadt erfolgreich sein, würde die Stadt Landshut zudem einen privaten Dienstleister mit dem Aufbau mindestens einer weiteren großen Schnellteststation auf der Grieserwiese beauftragen; weitere Standorte in Innenstadtnähe seien möglich. Entsprechende Angebote liegen bereits vor; die Umsetzung des im Rahmen des Modellprojektes geforderten „konsequenten Testregimes“ wäre also garantiert.

Auch der Landkreis Landshut bewirbt sich als Modellregion für die Entwicklung von Öffnungsperspektiven aus dem Corona-Lockdown, gekoppelt an eine engmaschige Teststrategie. „Das wäre der lang ersehnte Schritt zurück in die Normalität und die Möglichkeit für unseren Einzelhandel und die Gastronomie, dass ihre erprobten und ausgefeilten Hygienekonzepte nun doch zu Tragen kommen würden“, so Landrat Peter Dreier. Deshalb ist es für ihn „höchste Zeit“, die Kehrtwende einzuleiten und den Bürgern eine Perspektive zu bieten: „Wenn dies anhand eines solchen Modells möglich wäre, müssen wir diese Chance nutzen.“  

Oberbürgermeister Putz habe bereits Kontakt mit Landrat Dreier aufgenommen. Sie wollen Beide nochmals ein gemeinsames Schreiben hinterhersenden und vorschlagen, dass man auch als Stadt und Landkreis eine Modellregion machen könnte. „Das wäre sogar noch sinnvoller, fügte OB Putz hinzu.

– hjl –

Bildquelle: Landratsamt/ h.j.lodermeier

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