OB Putz: „Landshut ist eine Fahrradstadt und ich freue mich, dass die Landshuter so viel mit dem Radl unterwegs sind“

Die Stadt Landshut wurde 2016 zu einer fahrradfreundlichen Stadt ausgezeichnet. Radverkehrskonzept 2020 für eine fahrradfreundliche Infrastruktur in Landshut wurde im Verkehrssenat auf Antrag der Herren Stadträte Dr. Thomas Keyßner und Prof. Dr. Frank Palme von den Grünen vom 14.05.2020, Nr. 25Beschluss Nr. 9 des Verkehrssenats vom 16.06.2020 vorgestellt. Zu Fuß gehen, Rad fahren und mit dem Bus fahren, muss deutlich attraktiver werden.

Die Parkmöglichkeiten für Fahrräder soll erweitert werden

Das starke Wachstum der Stadt und der Region Landshut sowie der Klimawandel sind wesentliche Herausforderungen für die städtische Mobilität.

Hinzu kommen die allgemeine Verkehrszunahme bedingt durch hohen Motorisierungsgrad, demographische Entwicklung und wachsenden Gütertransport und der starke Durchgangsverkehr auf den Bundesstraßen, die durch Landshut verlaufen. Diesen Herausforderungen muss auf mehreren Ebenen begegnet werden. Neben konkreten Maßnahmen zur Entlastung der städtischen Hauptverkehrsstraßen zum Beispiel durch Umfahrungen ist auch eine verstärkte Förderung der Verkehrsmittel des Umweltverbunds notwendig. Auf kurzen innerstädtischen Wegen muss zu Fuß gehen, Rad fahren und mit dem Bus fahren deutlich attraktiver werden. „So sind etwa 50 % der Pkw-Wege [der Landshuter] kürzer als 4-5 Kilometer“ (Haushaltsbefragung zur Mobilität in Stadt und Landkreis Landshut, 2018/19). Diese Zahl aus der aktuellen Haushaltsbefragung zeigt, dass es beispielsweise im Fall von innerstädtischen Wegen mit dem Auto in Landshut durchaus noch Potenzial gibt, diesen Anteil zu reduzieren.

Die positiven Beispiele aus Städten wie das oft zitierte Kopenhagen aber auch aus mit Landshut vergleichbaren Städten wie Bamberg zeigen, dass die negativen Auswirkungen des Verkehrswachstums von mehr Staus, Unfällen, Lärm, CO2- und Schadstoffausstoß nur durch die Verkehrsmittel des Umweltverbunds effektiv eingedämmt werden können. Eine aktive Förderung der öffentlichen Verkehrsmittel, des Radfahrens und der kurzen Wege zu Fuß wird von den Bürgern unterstützt.

Die Förderung des Radverkehrs in Landshut wurde in den vergangenen Jahren durch eine Vielzahl von Kampagnen und Aktionen im Zusammenspiel zwischen Stadt, Verbänden und aktiven Bürgern vorangetrieben.

Ziel sei, dass der Radverkehr auf sicheren Fahrradwegen gebündelt wird.

Wichtig für einen attraktiven und sicheren Radverkehr in Landshut sei der Ausbau der Radinfrastruktur. Seit der letzten Neuerstellung des Radverkehrskonzeptes für Landshut wurden u.a. im Rahmen von Fahrradaktionstagen, Radroutenchecks, etc. von Bürgern und der Verwaltung weitere Anforderungen an die Radinfrastruktur erfasst. Das Radverkehrskonzept wurde nun fortgeschrieben und zunächst im Arbeitskreis Radverkehr des Mobilitätsforums abgestimmt. Den Kern des Radverkehrskonzepts 2020 bildet der Maßnahmenplan mit der Beschreibung der Schwachstellen und den zugehörigen Lösungsansätzen, der in den kommenden Jahren umzusetzen ist. Die Einzelmaßnahmen werden in den kommenden Monaten ausgearbeitet und dann dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgestellt, so das Tiefbauamt Landshut zu den Anträgen der Herren Stadträte Dr. Thomas Keyßner und Prof. Dr. Frank Palme.

Umsetzung der Maßnahmen seit dem Radverkehrskonzept 2014

Im Maßnahmenplan des Radverkehrskonzepts von 2014 wurden insgesamt 42 Maßnahmen im Bereich Radinfrastruktur vorgestellt. Eine Bilanzierung der Umsetzung ergibt, dass 14 Maßnahmen bisher noch nicht umgesetzt werden konnten (z.B. Verbesserung der Radverkehrsführung am Bahnhofplatz oder Lückenschluss Siemensstraße) und dass vier Maßnahmen in ihrer bisherigen Form bisher abgelehnt wurden (z.B. im Verkehrssenat Förderung des Radverkehrs und mehr Sicherheit auf der Schützenstraße neben dem Hauptfriedhof). Die Lösung bzw. Beseitigung dieser Problemstellen ist auf Grund der hohen Bedeutung für die Netzstruktur und die Sicherheit im Radwegenetz weiterhin im Rahmen des vorliegenden Radverkehrskonzeptes zu verfolgen.

Weitere vier Maßnahmen befinden sich in Arbeit (z.B. Verbreiterung Hochbord- Wittstraße bei alter JVA), acht Maßnahmen wurden teilweise umgesetzt (z.B. Schutzstreifen Watzmannstraße) und zwölf Maßnahmen konnten vollständig realisiert werden:

• Kreuzung Rupprechtstraße/Nikolastraße neuer Radweg

• Bismarckplatz und Zweibrückenstraße Radverkehrsführung

• Siemensstraße westl. Liebigstraße inkl. 09-Unterführung Radverkehrsführung

• Einmündung Hofmarck-Aich-Straße mehr Radverkehrssicherheit

• Abschnitt Konradweg als Zweirichtungsradweg

• Stadtteil-Radroute Hbf – Peter & Paul Beschilderung

• Stadtteil-Radroute Innenstadt – Auloh Beschilderung

• Schönbrunn zw. Messe und Hochschule Radschnellweg

• Hagengasse – Felix-Meindl-Weg Schutzstreifen bergauf

• westl. Bachstraße Öffnung Einbahnstraße für Radverkehr

• Wittstraße vor Isarsteg neuer Belag und Ausbau Trennbord

• Sandnerstraße vor Isarsteg kurze Schutzstreifen

Zwischenzeitlich wurde auch eine Reihe weiterer Maßnahmen zum Ausbau der Radinfrastruktur umgesetzt, die ursprünglich nicht im Radverkehrskonzept beschrieben waren wie z.B. Erneuerung des Fahrbahnbelags am Isarradweg neben der Schützenstraße, Lückenschluss bei Rita-Wohnheim an der Unteren Auenstraße oder Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr. Weitere von Bürgern direkt oder durch das Meldeportal RADar gemeldeten Schwachstellen (z.B. im Radwegeunterhalt oder von Markierungen) werden grundsätzlich unverzüglich geprüft und nach Möglichkeit zeitnah behoben. Noch nicht behandelte Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept von 2014 werden nach Absprache im Arbeitskreis Radverkehr des Mobilitätsforums in die Fortschreibung des Radverkehrskonzepts 2020 übernommen.

Der starke Wunsch vieler Landshuter im alltäglichen Verkehr auch mit dem Rad mobil zu sein, ist einerseits subjektiv wahrnehmbar.

Von Jahr zu Jahr steigt dieMenge an Fahrrädern auf den Straßen. Andererseits bestätigt der deutliche Anstiegdes Radanteils auf 28 % die zunehmendeBeliebtheit des Radverkehrs. Dieser durchaus hohe Radanteil ist als Zielsetzung fürdie kommenden Jahre bis 2025 auf einem Niveau von 30 % Radanteil zu konsolidieren.

Ziel für den Klimaschutz ist eine verringerte Nutzung von Kraftfahrzeugen und eine deutliche Förderung des emissionsfreien Fuß- und Radverkehrs. Die zusätzlichen Verkehrsanteile für den Umweltverbund (zu Fuß, ÖV und Rad) sollen im Wesentlichen vom Kraftfahrzeugverkehr kommen. Die positive Verkehrsentwicklung im Radverkehr soll nicht zu Lasten des ÖPNV gehen und auch die Nahmobilität zu Fuß nicht beeinträchtigen. CO2-Emissionen von Kraftfahrtzeugen sind im Kurzstreckenbetrieb besonders hoch, da der Motor im kalten Zustand überproportional viel Kraftstoff verbraucht. Diese Strecken kürzer als 5 km sind optimal geeignet, um mit dem Fahrrad zurückgelegt zu werden. Im Bereich der kurzen Pkw-Wege gibt es ein deutliches Umstiegs-Potenzial. Dieser durchaus hohe Radanteil ist als Zielsetzung für die kommenden Jahre bis 2025 auf einem Niveau von 30 % Radanteil zu konsolidieren.

Derzeit sind 50 % der Pkw-Wege der Landshuter kleiner als 5 km (Haushaltsbefragung zur Mobilität in Stadt und Landkreis Landshut, 2018/19; siehe Abbildung).

Wenn es gelingt, die Kurzstreckenwege mit dem Pkw um ein Drittel zu reduzieren und unter der Annahme, dass der Großteil dieser Wege (z.B. 80 %) durch Fahrrad und Pedelec kompensiert wird, erhöht sich der Radanteil in Landshut von derzeit 28 % auf 35 %. Unter Betrachtung der Umstiegs-Potenziale von Pkw-Kurzstrecken auf das Rad wird für die kommenden zehn Jahre bis 2030 ein realistischer Radanteil in Landshut von 35 % als Zielsetzung formuliert.

Der Fahrradbekenner Stadtrat Dr. Thomas Keyßner, beschrieb die Situation der Landshuter Radfahrer wie folgt: „Diese Geschichte des ganzen Konzeptes durfte ich ja miterleben, und es steckte unheimlich viel Arbeit darin die Wünsche der Bürger/Innen, die es vermehrt gab, mitzunehmen und zu sichten. Dies ist alles sehr gut gelungen, und ich bedanke mich ganz herzlich für die Arbeit des Tiefbauamtes.“

Es gab vereinzelt Nachfragen einiger Stadträte zu dem Thema Radfahren in Landshut, die aber von Dipl. Ing. Magnus Stadler vom Referat 5 zur vollsten Zufriedenheit er- und geklärt werden konnten. Somit war man einverstanden mit dem vorgelegten Konzept und die Stadträte waren einstimmig der Meinung, dieses Konzept müsse man weiter betreiben und verfolgen.

(Auszüge aus dem vorgestellten Konzept des Tiefbauamtes)

– hjl –

Fotos: Tiefbauamt/h.j.lodermeier

weitere Beiträge