Oberer Gutachterausschuss übergibt Immobilienmarktbericht Bayern 2022 an Regierungspräsident Rainer Haselbeck

Der Obere Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Freistaat Bayern hat den Immobilienmarktbericht Bayern 2022 fertiggestellt.

Auch dieses Mal gibt es dazu eine Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse für Niederbayern, die der Vorsitzende des Oberen Gutachterausschusses, Maximilian Karl, heute an Regierungspräsident Rainer Haselbeck übergeben hat. Seitens der Geschäftsstelle des Oberen Gutachterausschusses waren die Leiterin Gudrun Eder und Florian Lang mit dabei.

„Der Immobilienmarktbericht ist ein wichtiger Seismograph für wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen. Die Attraktivität einer Region und die Kaufkraft der Bevölkerung spiegeln sich ebenso wider wie demografische Entwicklungen und vieles andere mehr. Außerdem sorgt der Immobilienmarktbericht für Transparenz angesichts der jüngsten Veränderungen auf dem Kapitalzinsmarkt, der weiter anhaltenden Krisen und der steigenden Baupreise“, betont Regierungspräsident Rainer Haselbeck.

„Ein Ende der Preisspirale im Raum Niederbayern war im Jahr 2021 noch nicht in Sicht“, brachte Karl ein wesentliches Ergebnis des Berichts auf den Punkt. So stieg der Geldumsatz in der Region trotz leicht rückläufiger Vertragszahlen um 17 Prozent. Ebenso konnte ein Plus bei den Baugenehmigungen von 4,7 Prozent verbucht werden.

Bei der Verteilung der Märkte dominiert der Eigentumswohnungsmarkt in den kreisfreien Städten. In den niederbayerischen Landkreisen beansprucht der Teilmarkt der bebauten Grundstücke mit 30 Prozent knapp vor den Eigentumswohnungen mit rund 26 Prozent den größten Teil.

Das durchschnittliche Bodenpreisniveau für Ein- und Zweifamilienhausgrundstücke lag in Niederbayern im Jahr 2021 zwischen rund 70 Euro pro Quadratmeter im Landkreis Freyung-Grafenau und 900 Euro pro Quadratmeter in der kreisfreien Stadt Landshut. Allgemein ist das Preisniveau in diesem Bereich in den Städten um circa ein Vierfaches höher als in den Landkreisen. Beim Preisniveau für Gewerbebauland verhält es sich ähnlich.

Fast alle niederbayerischen kreisfeien Städte und Landkreise verzeichnen beim Geldumsatz für bebaute Grundstücke im Vergleich der Jahre 2020 und 2021 steigende Umsatzzahlen. Hingegen ging auch hier die Anzahl der Transaktionen leicht zurück.

Die größte Steigerung zeichnete sich 2021 im Bereich der Landwirtschaftlichen Flächen ab. Bei rückläufigem Flächenumsatz (-1,1 Prozent) und einem leichten Plus bei den Transaktionen (+ 4,4 Prozent) wurde der Geldumsatz um 39,2 Prozent gesteigert.

Zusammengefasst könne man, so Karl, auch 2021 von einem sehr guten Jahr für die niederbayerische Immobilienwirtschaft sprechen. Die anhaltend starken Preissteigerungen in der Landeshauptstadt würden sich weiter auf die gesamte Metropolregion München auswirken.

Der Regierungspräsident dankte Karl und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der örtlichen Gutachterausschüsse für die Zusammenstellung der umfangreichen Daten.

Die nächste Ausgabe des Immobilienmarktberichts Bayern erfolgt im Jahr 2024.

Der Obere Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Freistaat Bayern besteht seit 2015. Seine Aufgaben umfassen vor allem die überregionale Auswertung und Analyse des Grundstücksmarktgeschehens, die Erstellung von Obergutachten bei Gerichtsverfahren und die Gewährleistung einheitlicher Standards bei sämtlichen Daten der Grundstücksbewertungen. Der im zweijährigen Turnus zu erstellende Bericht unterstützt Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft bei ihren Investitionsentscheidungen. Die Aufgaben der Geschäftsstelle werden durch die Regierung von Niederbayern wahrgenommen.

Erhältlich ist der Immobilienmarktbericht Bayern über die Internetseite des Bodenrichtwertinformationssystems „Boris Bayern“ unter www.borisbayern.de.

Bildtext:

Als „wichtigen Seismographen für wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen“ bezeichnete Regierungspräsident Rainer Haselbeck (rechts) den Immobilienmarktbericht Bayern, den ihm der Vorsitzende des Oberen Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Freistaat Bayern, Maximilian Karl, am Mittwoch überreicht hat.

Foto:

Regierung von Niederbayern

 

 

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