ÖDP-Vizechefin Altweck-Glöbl: „Sozialministerin Scharf hat den falschen Plan“

„Wir brauchen nicht noch längere Arbeitszeiten, sondern eine Stärkung der Familien“

Die bayerische ÖDP unterstützt die Kritik der Katholischen Arbeitnehmerbewegung KAB an der von Sozialministerin Scharf vorgeschlagenen Arbeitszeitverlängerung.

Die Ministerin hatte bei der der Eröffnung der Sozialmesse Consozial 2022 längere Arbeitszeiten für die Sozialwirtschaft gefordert. Die stellvertretende ÖDP-Landesvorsitzende Martha Altweck-Glöbl sieht dies „aus zwei Gründen sehr kritisch“: „Wir lehnen es ab, dass die Beschäftigten noch mehr in ein Hamsterrad hineingedrängt werden. Das Gegenteil ist richtig. Es muss wieder mehr Freiraum für die Familien geben“. Weder in der Altenpflege, noch in der Kinderbetreuung werde der Staat seiner Aufgabe mit den eigentlich sinnvollen Personalschlüsseln gerecht. Angesichts des Fachkräftemangels sei das in Zukunft noch schwieriger.

„Deshalb ist es notwendig, die familiäre Sorgearbeit für Kinder und Pflegebedürftige zu vergüten, gesellschaftlich aufzuwerten und damit öffentliche Einrichtungen zu entlasten. Familien sollen dies nicht auch noch neben voller Erwerbstätigkeit leisten müssen, sondern sich zumindest in diesen Lebensabschnitten auf die familiäre Sorgearbeit konzentrieren können. Mit ihrem Vorschlag nach noch längerer Arbeitszeit bringt Sozialministerin Scharf die Familien dagegen noch mehr unter Druck“, kritisiert Altweck-Glöbl.

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Martha Altweck-Glöbl, stellv. Landesvorsitzende der ÖDP Bayern

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ÖDP

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