Pflasterstein an Pflasterstein zur Barrierefreiheit in der Stadt Landshut

Ein Megatrend für mehr Sicherheit und Komfort auch in der Stadt Landshut

„Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes.

Seit den 90er Jahren ist das Thema „Barrierefreiheit“ zunehmend ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Es hat Einzug gehalten in die Bauordnungen der Bundesländer und ist zu einem bedeutenden Aspekt bei öffentlichen Bauvorhaben geworden. Die demographische Entwicklung rückt das barrierefreie Bauen zusehends in den Vordergrund.

 Selbstbestimmung ist für Menschen mit Behinderung und ältere Menschen ein zentrales Anliegen, Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen deshalb unerlässlich. Viele wollen eigenständig, in ihrem gewohnten Umfeld, in ihrem eigenen Zuhause ohne Einschränkungen leben können. Glücklicherweise hat das Thema „Barrierefreiheit“, das barrierefreie Bauen, Wohnen und Leben auch gesellschaftlich mehr Beachtung gefunden. Verband man ursprünglich Barrierefreiheit mit körperlicher Einschränkung, Alter und Krankheit, so hat sich die Auslegung des Begriffs gewandelt: Heute rücken Eigenständigkeit, Komfort und Sicherheit zunehmend in den Vordergrund.

Mit Blick auf den demographischen Wandel hat das Thema Barrierefreiheit auch beim Staat einen anderen Stellenwert erhalten. In vielen Arbeitsgruppen auf kommunaler bis hin zu bundesstaatlicher Ebene werden die Folgen der veränderten Altersstruktur der Bevölkerung untersucht und Konsequenzen für das staatliche Handeln debattiert. Es werden Antworten auf die Fragen gesucht, wie das private Umfeld und wie die Gemeinden auf eine steigende Zahl älterer Menschen vorbereitet werden.

Auch die Stadt Landshut hat das Thema schon seit langer Zeit für sich gepachtet. In langen Schritten wird die Barrierefreiheit in der Landshuter Neu- und Altstadt weitergeführt. Pflastersteine, die schon vor längerer Zeit aus der Altstadt entnommen wurden, wurden saniert, d.h. die Oberflächen sind bearbeitet und feingeschliffen worden, umso eine barrierefreie Geh- und Lauffläche für behinderte Menschen zu gewährleisten.

Die gehbehinderten Menschen werden sich sehr über die Pflaster-Aktion freuen, die gerade in der Landshuter Altstadt von einer Firma aus Neufraunhofen durchgeführt wird. Der Rollator oder Gehstock wird sich weniger oder gar nicht mehr in den Fugen der Pflastersteine verhaken. Umgeknickte oder sogar gebrochen Knöchel gehören somit der Vergangenheit an.

Zudem muss sich die Stadt Landshut daran messen lassen, ob sie die Vorgabe vom damaligen Ministerpräsidenten Horst Seehofer im Jahre 2013, die Barrierefreiheit in zehn Jahren erfüllen kann. Also hat die Stadt noch zwei Jahre Zeit, diese Aufgabe zu meistern.
-hjl-
Bildquelle: h.j.lodermeier

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