Poetisches von Oskar Stock: „Frühjahrskur“ – „Der Fliederdieb“

Frühjahrskur

 

Im Frühjahr braucht man neue Kräfte

und Vitamine, Früchte, Säfte …

sind gut für Kreislauf und den Geist,

und Herz und Seele auch zumeist.

 

Hier sei die Zitrusfrucht benannt,

als Vitamin-Schub gut bekannt,

Rhabarber reinigt rasch das Blut,

und schmeckt als Marmelade gut.

 

Auch Zwiebel, Knoblauch, Porrekraut

sind heilsam, da man gut verdaut,

und gar der Sellerie im Lenz,

sorgt für gesteigerte Potenz.

 

Junges Gemüse, Obst und Kohl

tun Magen und der Leber wohl,

und Blütentee von Kirsch und Linden

baut auf und fördert das Befinden.

 

Frischer Schnittlauch, Gartenkresse

sind für die Nieren von Interesse,

und letztlich heben Gelbe Rüben

das Sehvermögen nach Belieben.

 

So ist ein jeder frohgestimmt,

gleich ob er Saft, ob Grünzeug nimmt;

es regt sich alles und man merkt –

Herz und auch Glieder sind gestärkt.

Der Fliederdieb

 

Er schleicht um Garten und ums Haus,

sucht sich die besten Büsche aus,

hat auch ein Messer meist dabei,

dass er am Flieder sich erfreu’.

 

Schneidet gekonnt die langen Stiele,

mit Blüten, blau und weiße viele,

und dunklem Lila, wie man’s kennt,

hat einen großen Strauß am End’.

 

Versteckt ihn hinter seinem Rücken,

denkt an die Frau schon mit Entzücken,

den als Geschenk er ihr auftische –

und hofft, dass keiner ihn erwische.

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