Region Landshut: Steiler Anstieg aller Parameter

Inzidenzen weiter im Höhenflug – Personal für Intensivstationen gesucht

Die vierte Corona-Welle hat mit ihrem exponentiellen Wachstum auch die Region Landshut mit voller Wucht getroffen. Die 7-Tages-Inzidenzen befinden sich unaufhörlich im Höhenflug, die Kliniken verzeichnen steil ansteigende Patientenzahlen – nicht nur von Corona-Patienten.

Aus diesem Grund mussten bereits wieder planbare Operationen abgesagt werden, um mehr Personal für die Versorgung der Patienten in den Intensivstationen einsetzen zu können. Erste Umstrukturierungen am Wochenende haben kurzzeitig etwas Entlastung geschaffen – doch die „neuen“ Betten waren bereits nach kurzer Zeit so gut wie alle wieder belegt. Gerade deshalb brauchen die Intensivstationen derzeit jede helfende Hand. „Wir können nur an jede intensivmedizinisch ausgebildete Fachkraft (Pflegekräfte und Ärzte) appellieren, unsere Kliniken für einige Wochen zu unterstützen. Egal warum sie aktuell nicht im Krankenhaus arbeiten, sei es Elternzeit oder aus anderen Gründen: Ihre Kollegen, unsere Kliniken brauchen Sie dringend“. Der Ärztliche Leiter Krankenhauskoordination Jürgen Königer bittet deshalb eindringlich, sich baldmöglichst bei ihm zu melden (E-Mail: kh-koordinator@zrf-landshut.bayern) – egal in welchem zeitlichen Rahmen ein vorübergehender Klinik-Einsatz möglich ist. Königer ist gerne bei der Vermittlung an die einzelnen Häuser behilflich.

In den regionalen Akutkliniken (LAKUMED-Kliniken in Landshut-Achdorf und Vilsbiburg sowie dem Klinikum Landshut) werden mit heutiger Meldung 33 Patienten mit nachweislicher Corona-Infektion behandelt (+ 2), 13 müssen intensivmedizinisch betreut werden (+ 3). Die bayernweite Krankenhaus-Ampel steht weiter auf Rot, die Region Landshut erfüllt nach wie vor die gesetzlichen Kriterien eines Hotspots: Die Intensivbetten im Rettungsdienstbereich (zu dem neben Stadt und Landkreis Landshut auch die Landkreise Dingolfing-Landau und Kelheim zählen) sind über 80 Prozent belegt, auch liegen die 7-Tages-Inzidenzen über einem Wert von 300.

Die Einführung von 2G und 3Gplus in weiten Teilen des gesellschaftlichen Lebens zeigen zumindest in einem Bereich bereits Wirkung: Die Nachfrage nach Impfungen ist in den letzten Tagen anhaltend hoch geblieben. So wurden am Montag im Impfzentrum des Landkreises in Kumhausen-Preisenberg knapp 340 Impfungen verabreicht, am gestrigen Dienstag waren es knapp 320. Etwa Dreiviertel davon entfielen auf die Drittimpfungen. Ähnliche Zahlen meldet das Impfzentrum der Stadt Landshut: Dort wurden gestern fast 400 Personen geimpft, am Samstag waren es knapp 350. Obwohl das Interesse an Erstimpfungen steigt, ist auch hier die Nachfrage nach Drittimpfungen bereits hoch. Nach aktuellem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz können sich aktuell alle Personen ab 18 Jahren eine Auffrischungsimpfung verabreichen lassen, deren erste Impfserie vor mindestens sechs Monaten abgeschlossen wurde. Nach wie vor ist in beiden Impfzentren, die von Bürgerinnen und Bürgern aus Stadt und Landkreis Landshut gleichermaßen genutzt werden können, KEINE Voranmeldung für eine Impfung nötig; für etwaige Wartezeiten, die bei starkem Andrang unvermeidbar sind, wird allerdings um Verständnis gebeten. Der Impfbetrieb läuft derzeit von Sonntag bis Donnerstag von 8.00 Uhr bis 15.00 Uhr im Impfzentrum in Kumhausen-Preisenberg (Ziegelfeldstr. 1, ggü. Aldi), beziehungsweise von Dienstag bis Samstag jeweils von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr im Impfzentrum der Stadt Landshut im Dultwachgebäude an der Ringelstecherwiese.

Mit 601,8 wird die 7-Tages-Inzidenz im Landkreis Landshut ausgewiesen, täglich erreicht dieser Wert neue Rekorde. Deutlich niedriger, aber auch mit steigender Tendenz, beziffert das Robert-Koch-Institut diesen Parameter für die Stadt Landshut: 312,1 Neuinfektionen wurden (in Relation zur Einwohnerzahl) in den vergangenen sieben Tagen festgestellt. Da das Staatliche Gesundheitsamt Landshut seit Montag 491 neue positive Befunde bearbeitet hat, ist auch in den kommenden Tagen mit steigenden Werten zu rechnen.

Seit Pandemiebeginn im März vergangenen Jahres wurde bei 16 847 Bürgerinnen und Bürger der Stadt Landshut bislang eine Infektion mit SARS-CoV2 und seinen Varianten festgestellt. Davon gelten 14 861 als genesen (+ 276 seit Montag) und konnten die häusliche Quarantäne wieder verlassen. Aktuell befinden sich 1 687 Infizierte mit einer aktiven Corona-Erkrankung in Isolation (+ 215). Es sind keine weiteren Todesfälle gemeldet worden – bislang sind 299 Personen in diesem Zusammenhang verstorben.   – CW –

(Stand: 10. November 2021)

Grafiken: Landratsamt Landshut

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