Regionalität hat Vorrang

Sommertour der SPD-Abgeordneten führte in die Karmelitenbrauerei

Wenige Tage vor Beginn des Gäubodenvolksfest haben die niederbayerischen SPD-Abgeordneten, die von örtlichen SPD-Vertretern Martin Kreutz, Marvin Kliem und Nicola Nagels begleitet wurden, eines der Unternehmen besucht, das dafür von entscheidender Bedeutung ist: die Karmelitenbrauerei. Von Geschäftsführer Christoph Kämpf und Braumeister Thomas Eichenseher wurden die beiden Landtagsabgeordneten Ruth Müller und Christian Flisek sowie Bundestagsabgeordneter Johannes Schätzl durch die 655 Jahre alte Brauerei geführt, die seit 143 Jahren in Familienbesitz ist. Sie nahmen Impulse für ihre Arbeit im Bayerischen Landtag beziehungsweise im Bundestag mit.

„Wir denken in Generationen“, betonte Kämpf. Wenngleich der Ausstoß im Vergleich zu den „Global Playern“ (die Jahresmenge der Karmelitenbrauerei wird bei der größten Brauerei der Welt in einer Stunde gebraut) vergleichsweise gering ist, so habe man doch sehr hohe Ziele. Dazu gehören nicht nur ein gleichbleibend guter Geschmack und eine hohe Qualität, sondern auch nachhaltiges Wirtschaften. Ihre Rohstoffe wie Hopfen und Malz bezieht die Karmelitenbrauerei von Bauern aus der Region, das Wasser aus einem eigenen Tiefbrunnen. Dementsprechend gut sei die Versorgungslage trotz des Kriegs in der Ukraine, versicherte Kämpf.

Der Klimawandel stelle aber eine zusätzliche Herausforderung dar. Dem stimmte die landwirtschaftspolitische Sprecherin Müller zu, die aus Pfeffenhausen am Rande der Hallertau kommt, wo bald die Hopfenernte beginnt. Ihr war es wichtig auch die Versorgung mit diesen regionalen Rohstoffen anzusprechen: „Wir haben uns auf unsere Initiative hin im Frühjahr diesen Jahres im Landwirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtagstags intensiv mit der Thematik des Hopfenanbaus im Klimawandel beschäftigt. Für den Anbau dieser Sonderkultur brauchen wir klimaresistente Züchtungen und die entsprechenden Forschungsmittel“.

Darüber hinaus gibt es in der Karmelitenbrauerei ein Energiekonzept, das in den nächsten Jahren fertig umgesetzt werden soll. „Wir versuchen so viel wie möglich Energie selbst zu produzieren und sie so sparsam wie möglich einzusetzen“, erläuterte Eichenseher. So versuche die Brauerei unabhängig zu sein, was sich gerade jetzt während des Ukraine-Kriegs auszahlt. Schätzl betonte, dass auch Brauereien zu den Unternehmen der Lebensmittelbranche gehören,  die bei der Priorisierung der Energieversorgung ganz vorne stehen. „Dieser Winter ist sicher“, versprach Schätzl. Erst im nächsten Winter könnte die Gasversorgung zum Problem werden. Die Karmelitenbrauerei versorgt sich zu etwa 70 Prozent selbst mit Energie. Ein Teil des Gasbedarfs stammt aus einer eigenen Biogasanlage, in der das Abwasser aus dem Brauprozess verwendet wird, erklärte Eichenseher.

Bei einer Verkostung im Schalander, dem Aufenthaltsraum der Brauer, sprachen Kämpf und Eichenseher die zunehmende Dokumentationspflicht an. Aus Verbraucherschutz- und Haftungsgründen muss natürlich die Produktsicherheit gewährleistet sein, pflichte Flisek bei. Dennoch müsse man immer wieder kritisch hinterfragen, was  notwendig sei.

Die drei Abgeordneten aus Landshut (Müller) beziehungsweise Passau (Flisek und Schätzl) reiste mit der Gewissheit weiter, dass die Karmelitenbrauerei für das Gäubodenvolksfest in der eigenen Stadt gerüstet ist. Sie zeigten Verständnis dafür, dass die Brauereien unter der Corona-Pandemie zu leiden hatten. Umso erfreulicher fanden sie es, dass die Karmelitenbrauerei mit ihren 32 Mitarbeitern (in Voll- und Teilzeit) zu ihrer Verantwortung als Familienbetrieb steht und die Arbeitsplätze erhält.

Noch gelinge es, die benötigten Fachkräfte zu finden, erläuterte Kämpf. Was die Auszubildenden betrifft, hat sich die Karmelitenbrauerei schon Anreize einfallen lassen. Nach bestandener Prüfung dürfen diese für einige Wochen nach Amerika und den dortigen Brauern über die Schultern schauen. So bekommen jungen Menschen einen „Blick über den Tellerrand“ und erfahren Wertschätzung für ihre Arbeit, zeigten sich die Abgeordneten beeindruckt.

Foto:

Thomas Gärtner

 

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