„Sammlerauge.Das Subjektive zum Prinzip gemacht“ im KOENIGmuseum eröffnet

Die Kunst von Fritz Koenig im Dialog mit Meisterwerken namhafter Privatsammlungen

Am vergangenen Sonntag, den 27.03.2022 um 15 Uhr versammelten sich Freunde von Fritz Koenig und sonstige Kulturbeflissene in seinem Museum im Prantlgarten, um die Eröffnung der neuen Ausstellung, die von der Museumsleiterin Alexandra von Arnim im Kooperation mit ihrer Freundin Katharina Keller konzipiert und eingerichtet wurde, mit zu erleben. Alexandra von Arnim sei keine, wie sie selbst von sich behauptet, Koenig Expertin. „Habe nach einer Nische gesucht und gefunden“, behauptet sie, wie man den Künstler Koenig noch darstellen könne. Maßgebend war der Dialog mit den Sammlern gewesen.

Nicht nur Leihgeber sondern auch viele Ehrengäste und Mitglieder des Kultursenats waren zur Eröffnungsfeier gekommen.

Die aktuelle Ausstellung entspricht dem besonderen Facettenreichtum von Fritz Koenigs Werk. Denn nicht nur seine bildhauerischen Arbeiten, sondern auch seine Zeichnungen forderten und begeisterten Sammler zeitgenössischer Kunst von Anfang an. Ihre Sammlungen sind Spiegel dieser Auseinandersetzung mit Koenigs Werk. Gezeigt werden künstlerische Arbeiten aus namhaften Privatsammlungen, die in den Jahren 1958 bis 2019 entstanden sind und somit die Position von Fritz König indirekt und direkt erstmals im Umfeld anderer Künstler am speziellen Ort des KOENIGmuseums.

Kuratorischer Ansatz der Ausstellung ist es, die individuellen Ausrichtungen privater Sammlungen in einem übergeordneten Sinn zusammenzufassen und damit Fritz Koenigs Schaffen in einen adäquaten Kontext zu stellen.

Zugleich soll die Ausstellung für Besuchende einen erkennbaren und erlebbaren Bezug mit anderen bedeutenden Kunstpositionen aus der Zeit von Fritz Koenig und bis heute schaffen und zeigen, wie die Kunstwerke miteinander korrespondieren.

Die Einführung in die Veranstaltung übernahm Prof. Dr. Bernhard Schwenk

Ausgewählt wurde jeweils eine Koenig-Arbeit sowie ein weiteres Werk eines anderen Künstlers aus bedeutenden Privatsammlungen profilierter Sammler. Denn das konzeptionell verankerte und sammlerisch definierte Zusammenstellen von Werken offenbart die besondere Kraft und Qualität dieser und unterstreicht die Typik einzelner Arbeiten. Die korrespondierende und dialogische Beziehung zwischen Arbeiten verschiedener Künstler lässt eine Interaktion ganz eigener Art entstehen. Dafür verantwortlich und gestaltend tätig ist das „Sammlerauge“ – eben die spezifische Wahrnehmung und Auswahl des künstlerischen Werkes und das folgende Setzen in einem Gesamtzusammenhang. Der subjektive Ansatz der Auswahl wird zum gestaltenden Prinzip.

Gezeigt werden Werke von Kenneth Armitage, Willi Baumeister, Max Beckmann, Cosima von Bonin, Eduardo Chillida, Rupprecht Geiger, Gotthard Graubner, Bettina Dittlmann, Marino Marini, Wasa Marjanov, Henry Moore, Pierre Soulages, Rainer Wölzl.

Aus den Sammlungen Die Neue Sammlung – The Design Museum. Sammlung Katrin Basiner; Sammlung Rolf u. Irene Becker; Sammlung »Der bewohnte Garten, Pulheim, Deutschland«; Sammlung Eckbert von Bohlen und Halbach, München; Sammlung Hans Christoph von Mosch, München; Privatsammlung Landshut; Sammlung Schaub, Landshut; Leihgabe aus Privatbesitz im Schloßmuseum Murnau, Sammlung Heinrich Graf v. Spreti; Wittelsbacher Ausgleichsfonds München (aus der Sammlung Prinz Franz von Bayern) sowie weitere private deutsche Sammlungen.

Bürgermeister Dr. Thoams Haslinger, der den erkrankten Oberbürgermeister Alexander Putz vertrat, sprach in seiner Eröffnungsrede von den gezeigten Werken Königs, die sozusagen als Gäste zurückkämen und Werke anderer Künstler im Schlepptau hätten. Dies sei ausschließlich der Verdienst von Museumsleiterin Alexandra von Arnim, die mit „ihrer Ausstellung“ an diesem Tag eine begeisternde Menge von Kunstliebhabern im KOENIGmuseum versammelt habe.

-hjl-

Fotos: h.j.lodermeier

 

 

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