Schutzimpfung auch ohne Termin für Kurzentschlossene am Wochenende

Aktion „Offene Impftage“: 1.800 Dosen der mRNA-Impfstoffe von BioNTech-Pfizer und Moderna stehen zur Verfügung – Die Zweitimpfung folgt bereits nach vier Wochen

Monatelang herrschte akuter Impfstoffmangel in Deutschland, doch diese Zeiten sind offenbar vorbei. Plötzlich scheint das wachsende Angebot die Nachfrage erheblich zu übersteigen. Wie die Einrichtungen in vielen anderen Landkreisen und kreisfreien Städten tut sich auch das Impfzentrum der Stadt Landshut trotz Aufhebung der bislang geltenden Priorisierungsregeln zunehmend schwer, freie Impftermine an Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtgebiet zu vergeben. Für das Wochenende stehen beispielsweise 2.000 Dosen für Erstimpfungen zur Verfügung, bis Donnerstagnachmittag hatten sich aber nur 300 Interessenten dafür gemeldet. Deshalb hat sich die Stadt Landshut nun zur Aktion „Offene Impftage“ entschlossen: Am Wochenende wird es den „ersten Stich gegen Corona“ auch ohne vorherige Anmeldung für alle Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren geben. Interessierte können einfach am Samstag zwischen 11 und 17 Uhr oder am Sonntag von 9 bis 17 Uhr ins Impfzentrum kommen. Voraussetzung ist lediglich die Vorlage des Personalausweises und des Impfpasses. Verimpft wird am Samstag das Vakzin des Herstellers BioNTech-Pfizer, am Sonntag der Impfstoff von Moderna. Letzterer ist allerdings nur für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen.

„Es hilft nichts, die Lage schönzureden: Mit den erfreulicherweise sinkenden Infektionszahlen ist leider auch die Impfbereitschaft deutlich zurückgegangen“, sagt Oberbürgermeister Alexander Putz. Zwar habe mittlerweile etwa die Hälfte der Bevölkerung zumindest eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten, doch das reiche noch längst nicht aus, um gegen eine spätestens im Herbst drohende neue Infektionswelle gewappnet zu sein. „Wir dürfen die Sommermonate nicht verschenken, sondern müssen die Zeit nutzen, um die Impfkampagne entscheidend voranzutreiben und möglichst viele Menschen gegen das Coronavirus zu immunisieren“, mahnt Putz. Dafür sei man aber auf die Mithilfe der bislang noch ungeimpften Bürgerinnen und Bürger angewiesen. „Ich bitte daher alle herzlich: Nehmen Sie das Impfangebot wahr! Schützen Sie sich und Ihre Mitmenschen!“

Mit Appellen allein wollen es der OB und Thomas Schindler, Leiter des Impfzentrums der Stadt Landshut, indes nicht bewenden lassen. „Wir müssen versuchen, diejenigen, die momentan noch mit der Impfung zögern, zu überzeugen und zu motivieren“, sagt Schindler. Dazu sollen nicht zuletzt die „Offenen Impftage“ am Wochenende einen Beitrag leisten. „Viele eigentlich Impfwillige werden derzeit vom zugegebenermaßen ziemlich bürokratischen Anmeldeverfahren über das BayIMCO-System abgeschreckt. Zudem hören wir immer öfter, dass das eigentliche Problem der Termin für die Zweitimpfung ist, weil dieser mitten in die Sommerferien fallen würde“, berichtet Schindler. Beide Probleme sollen mit der Aktion am Wochenende gelöst werden. „An den „Offenen Impftagen“ ist es möglich, sich spontan und ohne langwierige Anmeldeprozedur im Impfzentrum impfen zu lassen. Und weil die Zweitimpfung bereits nach vier statt nach sechs Wochen erfolgt, ist man rechtzeitig zum Beginn der Sommerferien vollständig geimpft“, erklärt Schindler. OB Putz unterstützt die Aktion: „Ich hoffe, dass dieses attraktive Angebot auf rege Nachfrage stößt. Denn das würde uns im Kampf gegen die Pandemie wieder ein Stück voranbringen.“

Dass die Aktion für die Stadt Landshut auch mit organisatorischen Risiken verbunden ist, wollen Putz und Schindler nicht verschweigen. „Durch den Wegfall der Anmeldepflicht und den Verzicht auf vorherige Terminvereinbarung bieten wir den Impfwilligen an den beiden ‚Offenen Impftagen‘ zwar die von vielen gewünschte maximale Flexibilität. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass wir dadurch nicht kalkulieren können, wie viele Impflinge tatsächlich kommen werden“, erklärt Schindler. Man werde zwar an der Einfahrt ins Impfzentrum – wie etwa im Bürgerbüro üblich – Wartemarken verteilen, damit Betroffene in etwa einschätzen können, wann sie an die Reihe kommen könnten. Außerdem werde das Impfzentrum in voller Personalstärke arbeiten, so dass bis zu 1.200 Impfungen pro Tag möglich wären. Dennoch bittet OB Putz Impfwillige, die die Sonderaktion am Wochenende nutzen wollen, schon jetzt um Geduld: „Wer sich bewusst für diesen Weg entscheidet, der muss bereit sein, gegebenenfalls auch längere Wartezeiten in Kauf zu nehmen“, so der Rathauschef. „Dafür ist man dann pünktlich zu den Ferien zuverlässig mit einem der begehrten mRNA-Impfstoffe gegen Corona geschützt und kann guten Gewissens in den Urlaub starten.

– J V –

Bildquelle: h.j.lodermeier

weitere Beiträge