Sicherheit ist auch eine Frage der Quantität

Weihnachtsbesuch von Landrat und Abgeordneten bei Polizeiinspektion Landshut

Nachdem die Corona-Pandemie die gute Tradition der Weihnachtsbesuche in den Polizeistationen für zwei Jahre unterbrochen hat, haben Landrat Peter Dreier und die Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier und Rosi Steinberger die Gelegenheit genutzt, vor Weihnachten und dem Jahreswechsel die Polizeiinspektion Landshut zu besuchen.

Die größte PI Niederbayerns, auf sie entfällt rund ein Sechstel des Arbeitsaufkommens im Bezirk, beschäftigen zahlreiche Themen: Unter anderem die Vorbereitung auf einen zwar unwahrscheinlichen, aber möglichen längerfristigen Stromausfall, aber auch der seit Jahren bestehende Personalmangel – und gerade der ist immer drängender geworden: „Montagsspaziergänge, Demonstrationen: Das war früher kein so großes Thema, bindet aber enorme Kapazitäten“, erklärte PI-Leiter Robert Weber.

Dabei wird aller Voraussicht nach der angekündigte Zuwachs an neuen Polizistinnen und Polizisten für die PI Landshut nicht so schnell wie erhofft kommen – „denn in erster Linie werden bei der nächsten Personalzuteilung wohl nur so viel neue Kollegen zu uns kommen, um unsere Personalabgänge auszugleichen. Wir erwarten jedoch trotzdem für die nächsten Jahre einen deutlichen Personalzuwachs“, so der Inspektionsleiter im Gespräch mit den politischen Vertretern. Die Beamten hoffen deshalb auf die Unterstützung der Politik: „Denn auch wenn unsere Kolleginnen und Kollegen trotz enormer Überstunden weiter hoch motiviert sind und alle Einsatzlagen meistern: Es braucht auch Quantität, um unsere Arbeit auf diesem Niveau leisten zu können und die Sicherheit einer ansteigenden Bevölkerung gewährleisten zu können. Wir können nicht dauerhaft am Anschlag und darüber hinaus arbeiten“ – zumal 2023 mit der Landshuter Hochzeit ein besonders herausforderndes Jahr vor der PI Landshut und den Zentralen Einsatzdiensten liegt.

Der Bereich Cyber-Kriminalität ist auch längst in der Arbeit der Kriminalpolizeiinspektion Landshut und im gesamten polizeilichen Bereich zum Alltag geworden. Vor allem sind es die auszuwertenden Datenmengen, die rasant ansteigen – und das braucht nicht nur eine entsprechende technische Ausstattung, sondern bindet auch Personal.

Deshalb versucht die Polizei, Fachkräfte „von außen“ für sich zu gewinnen: unter anderem sind Fachinformatiker sehr gefragt. Doch die Polizei steht auch hier in Konkurrenz zu Arbeitgebern in der freien Wirtschaft, die in puncto Bezahlung natürlich andere Möglichkeiten besitzen, wie Kripo-Leiter Werner Mendler erklärt.

Auch die beengte Raumsituation und die überfällige Generalsanierung des Polizeigebäudes in der Landshuter Neustadt beschäftigt die Führungsspitze der Inspektion. Für den Leiter der Verkehrspolizei, Georg Marchner, ist gerade dieser Umstand ein Hemmschuh für ein effektives Arbeiten seiner Sparte. In der täglichen Arbeit wird zudem deutlich, wie sehr sich das Thema Parken für den Schwerlastverkehr zuspitzt: „Es gibt kaum mehr Plätze, bei denen wir unsere Kontrollen durchführen können. Die LKWFahrer sind mittlerweile gezwungen, innerorts nach Stellplätzen für ihre Pausen und die Nachtruhe zu finden.“

Landrat Dreier dankte herzlich für die Ausführungen der einzelnen Dienststellen: „Ich bewundere alle Polizisten, die sich für diesen wichtigen Beruf entschieden haben und unserer Bevölkerung bei allen Gefahrensituationen beistehen. Dem sollten wir alle Respekt zollen. Wertschätzung ist nicht nur eine finanzielle Angelegenheit, sondern braucht auch Perspektive, Fortschritt und entsprechende Ausstattung. Wir müssen weitere Anreize schaffen, damit sich junge Menschen weiterhin für die Polizei entscheiden.“

Helmut Radlmeier lobte dabei insbesondere das erfolgreiche Pilotprojekt des „Landshuter Wegs“, in dem Berufspraktikanten intensive Einblicke in den Polizeiberuf bekommen. Zudem erkundigte sich Radlmeier nach den gerichtlichen Vorführungen von Strafgefangenen, die die Polizei besonders im Raum Landshut stark fordern. Die PIFührung berichtete von einem anhaltend hohen Niveau, trotz der Corona-Pandemie – „vor allem der unkalkulierbare Aufwand bei einer ohnehin enorm angespannten Personalsituation macht diese Zusatzaufgabe so schwierig.“

Für Rosi Steinberger war es der letzte Weihnachtsbesuch als Landtagsabgeordnete, da sie nicht mehr für dieses Amt kandidieren wird. „In Rückblick auf die letzten zehn Jahre kann ich sagen, dass viele Probleme noch bestehen, wir doch aber schon einiges für unsere Polizistinnen und Polizisten erreichen konnten. Gerade die angekündigte Personalzuweisung für Landshut werden wir auf Landesebene noch zur Sprache bringen.“

Landrat Peter Dreier und die Abgeordneten aus dem Landtag nahmen den Weihnachtsbesuch auch zum Anlass, den Ordnungshütern für ihren ständigen Einsatz im Schichtdienst zu danken, auch während der bevorstehenden Weihnachtsfeiertage, und äußerten den Wunsch und die Hoffnung, dass die Polizisten stets gesund und unbeschadet von ihren Einsätzen zurückkehren mögen.

Bildunterschrift:

Landrat Peter Dreier und die örtlichen Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier und Rosi Steinberger bedankten sich im Rahmen ihres Weihnachtsbesuchs bei der Polizeiinspektion Landshut für die stets hervorragende Arbeit. 

Foto:

C. Weinzierl

 

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