Stabiles Fundament der Stromversorgung

Abgeordneter Helmut Radlmeier sprach mit Vertretern der Vereinigung Wasserkraftwerke in Bayern und des Bayerischen Müllerbundes

Ständig verfügbar, ökologisch produziert, regional nutzbar: Die Ansprüche an die Stromversorgung sind hoch. Die Wasserkraft erfüllt diese Anforderungen in vollem Umfang. Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (CSU) sprach mit Vertretern der Vereinigung Wasserkraftwerke in Bayern e.V. und des Bayerischen Müllerbundes e.V. über Potenziale und Herausforderungen bei der Stromerzeugung durch Wasserkraft.

Der Strombedarf in Deutschland nimmt zu. Gleichzeitig fallen Kohle und Atomenergie in naher Zukunft als Quellen aus. Wind und Sonne liefern aber nicht rund um die Uhr Strom. Die Wasserkraft dagegen ist beständiger Lieferant von erneuerbarem Strom, wie die Wasserkraftwerksbetreiber veranschaulichten. „Jede von uns produzierte Kilowattstunde ist doppelt wichtig“, stellte Dr. Josef Rampl, Leiter der gemeinsamen Geschäftsstelle des Bayerischen Müllerbundes und der Vereinigung Wasserkraftwerke in Bayern, klar: „Zum einen, weil die Wasserkraft ökologisch und CO2-frei Strom erzeugt und zum anderen, weil die Wasserkraft zuverlässig und stabil Strom liefert“, so Rampl.

Tradition seit Jahrhunderten

Diese Zuverlässigkeit werde schon seit vielen Jahrhunderten genutzt, wie die Vertreter des Bayerischen Müllerbundes und der Vereinigung Wasserkraftwerke in Bayern in der Gesprächsrunde mit dem Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier verdeutlichten: Bereits seit dem Jahr 1230 existieren ihre Mühlen-Standorte jeweils, berichteten Fritz Schweiger, 1. Vorsitzender der Vereinigung Wasserkraftwerke in Bayern, und Rudolf Sagberger, 1. Vorsitzender des Bayerischen Müllerbundes. Sagberger, der die Ellermühle im Landshuter Westen und die Bartmühle in Edlkofen bei Bruckberg betreibt, schilderte auch die Wertschätzung, die er regelmäßig für seinen Mühle und das Wasserkraftwerk erfahre: „Nachbarn, Kunden und Besucher sind immer begeistert, dass heutzutage Mühlen immer noch durch ein eigenes Wasserkraftwerk klimafreundlich betrieben werden.“

Damit das in Zukunft so bleibt, werben die beiden Verbände verstärkt für die Wasserkraft in Bayern. Mit der gerade laufenden Neugestaltung des Bayerischen Klimaschutzgesetzes biete sich hier eine Chance, Verbesserungen zu erreichen. Den Verbänden geht es dabei aber nicht darum, die bayerische Flusslandschaft mit Kraftwerken zuzubauen, wie sie deutlich machten. „Wir wollen in erster Linie das Leistungsvermögen der bestehenden Anlagen voll ausschöpfen“, erläuterte Schweiger. Die Wasserkraft habe großes ökologisches und technisches Modernisierungs-Potenzial.

Potenzial erschließen

„Wir wollen weiter modernisieren – wenn man uns lässt!“, unterstrich Schweiger. Das sei oft alles andere als einfach, wie die Kraftwerksbetreiber anhand mehrerer Beispiele aufzeigten. Denn in der Praxis bauen sich viele bürokratische Hürden auf. So sind schon allein die Erneuerungen von Genehmigungen mühsam. „Das kann Jahre dauern – selbst, wenn es das Kraftwerk am Standort schon seit Jahrzehnten gibt“, beklagte Dr. Martin Schröder von der Vereinigung der Wasserkraftwerke. Immer mehr Belange aus dem Bereich Naturschutz müssten beachtet werden, die Anzahl der beteiligten Behörden wachse stetig. Gerade für kleinere Betriebe könne das schnell das Aus bedeuten.

Statt Hürden müsse es aber einen Hochlauf der Wasserkraft geben, befand Landtagsabgeordneter Radlmeier. Denn nur durch einen breiten Energie-Mix sei die Wende in der Stromerzeugung zu schaffen, war man sich einig. „Die Wasserkraft kann dabei mit ihrer stabilisierenden Wirkung eine ganz besondere Rolle übernehmen. Wasserkraftwerke erzeugen zuverlässig in der Region nachhaltigen Strom für die Region. Davon profitieren alle, weshalb eine Optimierung der Wasserkraft in Bayern vorangetrieben werden sollte“, so Radlmeier.

Bildunterschrift: Die Chancen der Wasserkraft in der Region und in Bayern besprachen der 1. Vorsitzende des Bayerischen Müllerbundes, Rudolf Sagberger (r.), der 1. Vorsitzende der Vereinigung der Wasserkraftwerke in Bayern, Fritz Schweiger (2.v.l.), Dr. Martin Schröder (l.), Beirat der Vereinigung der Wasserkraftwerke, und der Geschäftsführer der gemeinsamen Geschäftsstelle der beiden Verbände, Dr. Josef Rampl (2.v.r.), mit dem Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier (CSU).
Foto: Josef Amann

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