Stadt Landshut erneut an der Spitze

Prognos-Zukunftsatlas 2022 sieht Landshut erneut an der Spitze aller kreisfreien Städte unter 100.000 Einwohnern

Bundesweite Studie attestiert der Stadt auch in der aktuellen Ausgabe „sehr hohe Chancen“. OB Alexander Putz: „Die Menschen in unserer Region sind der entscheidende Erfolgsfaktor“

Seit 2004 werden im Prognos-Zukunftsatlas alle drei Jahre die Chancen und Risiken aller Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland bewertet. Vor wenigen Tagen wurde die aktuelle Ausgabe 2022 veröffentlicht. Sie soll Aufschluss darüber geben, wie die Regionen derzeit im Standortwettbewerb positioniert sind. Die Stadt Landshut zählt dabei einmal mehr zu den Gewinnern der Studie: Wie schon in den Ausgaben von 2016 und 2019 bescheinigen die unabhängigen Autoren der niederbayerischen Bezirkshauptstadt auch diesmal wieder „sehr hohe Chancen“. In der bundesweiten Rangliste belegt die Stadt Landshut diesmal Rang 33 unter 400 untersuchten Landkreisen und kreisfreien Städten. Gegenüber 2019, als Landshut mit Platz 15 das bisher beste Resultat erreicht hatte, büßte die Stadt nun zwar einige Positionen ein. Dennoch sei das Abschneiden erneut hervorragend, betont Oberbürgermeister Alexander Putz und ordnet das Ergebnis ein: „Betrachtet man nur kreisfreie Städte vergleichbarer Größe, also unter 100.000 Einwohnern, haben wir unseren Spitzenplatz verteidigt. Das ist nach drei äußerst schwierigen Jahren mit Corona-Pandemie, dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und einer globalen Energiekrise ein großer Erfolg, auf den alle Landshuterinnen und Landshuter stolz sein dürfen.“

Für die Berechnung des Zukunftsatlas-Rankings werden insgesamt 29 makro- und sozioökonomische Indikatoren herangezogen, die die Zukunftsaussichten der Regionen maßgeblich beeinflussen, erläutert das Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos auf seiner Homepage. Zu diesen breit gestreuten Indikatoren gehören demnach zum Beispiel die Bevölkerungsentwicklung, die Schulabbrecherquote und die Kaufkraft. Die Daten fließen in die Berechnung eines Indexwertes ein: des Zukunftsindex´. Dieser macht laut Prognos „die Zukunftsaussichten aller Regionen vergleichbar“ und zeige, wie sie im Wettbewerb der Standorte aufgestellt sind.

Die Stadt Landshut darf sowohl bezüglich der Zukunftschancen als auch hinsichtlich der aktuellen Standort-Stärke („Ist-Zustand“) sehr gute Ergebnisse verbuchen: Denn in beiden Kategorien konnte man sich mit den Rängen 33 bzw. 32 in der absoluten Spitzengruppe etablieren. Vor der niederbayerischen Bezirkshauptstadt liegen im reinen Städteranking – also ohne Berücksichtigung der Landkreise – diesmal unter anderem die Metropolen München, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf sowie renommierte Universitätsstädte wie Heidelberg, Münster und Würzburg. In Ostbayern schnitt einzig die Stadt Regensburg etwas besser ab. Teils deutlich schlechtere Zukunftschancen als Landshut bescheinigt der Zukunftsatlas dagegen unter anderem auch Großstädten wie Berlin, Köln, Dortmund, Bremen, Dresden, Leipzig, Hannover und Nürnberg. Ebenfalls „sehr hohe Chancen“ attestiert die Studie in Niederbayern neben der Stadt Landshut übrigens nur noch dem Landkreis Dingolfing-Landau; dem Landkreis Landshut werden auf Platz 76 „hohe Chancen“ zuerkannt. Die beiden anderen niederbayerischen kreisfreien Städte Passau (Platz 172) und Straubing (Rang 188) landeten dagegen mit einem ausgeglichenen Verhältnis aus Chancen und Risiken im guten Mittelfeld.

Die kontinuierlich positive Entwicklung, die der Stadt Landshut seit vielen Jahren und in verschiedensten Studien bestätigt wird, führt OB Alexander Putz auf mehrere Faktoren zurück. Die Lage nahe einer wirtschaftsstarken Metropole wie München und nur rund 20 Autominuten vom Flughafen Franz Josef Strauß entfernt sei natürlich ein Vorteil. Aber: „Ähnlich günstige Voraussetzungen haben viele andere deutsche Städte und Landkreise ebenfalls – und sind dennoch teils deutlich hinter uns platziert.“ Das konstant gute

Abschneiden Landshuts müsse daher im Wesentlichen auf die eigene Stärke zurückzuführen sein. „Die Ergebnisse sind ein deutliches Indiz dafür, dass in der Vergangenheit viele zentrale Entscheidung richtig getroffen wurden. In dieser Hinsicht gebührt also nicht zuletzt dem Stadtrat und meinen Amtsvorgängern Hans Rampf und Josef Deimer großer Dank und

Anerkennung.“ Dennoch könne die Politik immer nur Rahmenbedingungen setzen, betont Putz. „Der alles entscheidende Erfolgsfaktor sind die Menschen in unserer Region: Mit ihrem Können, ihrem Fleiß, ihrer Innovationskraft, ihrem Unternehmergeist, aber auch ihrem gesellschaftlichen Engagement machen sie den Wirtschaftsstandort so leistungsstark und unsere Stadt so lebenswert.“

Grund, sich auf den neuerlichen Spitzenergebnissen auszuruhen, gebe es aber nicht, mahnt der Oberbürgermeister. „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die ‚sehr hohen Chancen‘, die uns von den Fachleuten attestiert werden, konsequent zu nutzen – und damit den Lebensstandard in unserer Stadt zu erhalten oder sogar weiter zu steigern.“ Angesichts der aktuellen, weltweiten Krisen sei dies keine Selbstverständlichkeit, zumal die Stadt Landshut auch in den kommenden Jahren kräftig weiterwachsen werde. „Wir erreichen in diesen Wochen die Marke von 75.000 Einwohnern, und ein Ende dieses Trends ist nicht absehbar“, sagt Putz. Im Gegenteil, das Wachstum habe sich im laufenden Jahr nochmals verstärkt.

„Das ist einerseits zwar der beste Beweis für die Attraktivität unserer Region.“ Andererseits bedeute ein derart starkes Wachstum aber immer auch große Herausforderungen. „Wir benötigen ausreichend bezahlbaren Wohnraum, müssen das Bildungs- und

Betreuungsangebot bedarfsgerecht ausbauen und zudem in eine optimale, wohnortnahe medizinische Versorgung, die Verkehrsinfrastruktur und den ÖPNV investieren. Das erfordert auch finanziell erhebliche Anstrengungen, die den Stadthaushalt entsprechend belasten “, sagt der OB. Ungeachtet dieser umfangreichen Pflichtaufgaben dürfe man gleichzeitig die Bereiche Kultur, Sport und Freizeit nicht vernachlässigen: „Das sind ebenfalls ganz wichtige Standortfaktoren, die Landshut so lebenswert machen.“

Wie schwierig dieser Abwägungsprozess in der Praxis ist, zeigt sich in den jährlichen Haushaltsberatungen.Trotz der finanziell herausfordernden Zeit durch die historischen Krisen seit dem Jahr 2020 sei es aber jeweils gelungen, einen tragfähigen und ausgewogenen Haushalt mit solider Mehrheit im Stadtrat zu beschließen, so der Oberbürgermeister.

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Archiv DIESUNDDAS/hjl

Bildtext:

Der Stadt Landshut werden im neuen Prognos-Zukunftsatlas erneut „sehr hohe Chancen“ bescheinigt. Im Vergleich mit allen untersuchten kreisfreien Städten unter 100.000 Einwohnern bedeutet das bundesweit bereits zum zweiten Mal den ersten Platz.

 

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