Stadt Landshut sagt Frühjahrsdult 2021 offiziell ab

Infektionszahlen steigen erneut stark an

Bis zum geplanten Auftakt am 17. April besteht nun keine realistische Chance mehr auf eine signifikante Besserung der Corona-Lage – Entscheidung über Bartlmädult noch offen

Was Festwirte, Schausteller, Marktkaufleute und alle Volksfestfreunde aus der Region schon seit Wochen befürchtet haben, ist nun offiziell: Die Stadt Landshut hat die Frühjahrsdult 2021 abgesagt. Grund ist einerseits die Rechtslage in Bund und Freistaat, nach der bis auf Weiteres Veranstaltungen aller Art verboten sind. Andererseits hat sich die Corona-Lage in den vergangenen zehn Tagen wieder erheblich verschärft: Wie in ganz Ostbayern steigen auch in Stadt und Landkreis Landshut die Infektionszahlen stark an, gleichzeitig kommt die Impfkampagne aufgrund mangelhafter Impfstoffversorgung nur schleppend voran. „Es besteht keine Chance mehr, dass sich diese schwierige Situation bis zum geplanten Auftakt der Frühjahrsdult am 17. April noch signifikant verbessert“, sagt Oberbürgermeister Alexander Putz. „Wir stecken mittendrin in einer dritten Infektionswelle. Uns bleibt deswegen gar nichts anderes übrig, als erneut unsere Sozialkontakte auf ein Minimum zu reduzieren und so die Ansteckungsgefahr zu verringern.“ Am heutigen Montag treten in Landshut daher wieder strenge Kontaktbeschränkungen und eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft. „Vor diesem Hintergrund ist klar, dass wir nicht in fünf Wochen eine Frühjahrsdult mit täglich zehntausenden Besuchern veranstalten können“, so Putz. „Ich bedauere das sehr, aber die Absage ist unvermeidlich.“

Bürgermeister Dr. Thomas Haslinger, der dem Dultsenat des Stadtrats vorsitzt, sieht in dem Schritt ebenfalls die einzig mögliche Reaktion auf die anhaltende Corona-Pandemie. „Wir haben uns diese bittere Entscheidung wahrlich nicht leicht gemacht und deswegen so lange wie irgend möglich damit gewartet. Aber letztlich war allen, auch den Beschickern, schon seit Weihnachten klar, dass die Chancen auf eine Frühjahrsdult mit jedem Tag schwinden.“

Stadtrat und Verwaltung seien sich darüber bewusst, dass die neuerliche Dult-Absage eine schwere wirtschaftliche Hypothek für Schausteller, Marktkaufleute und Festwirte ist, betonen Putz und Haslinger. „Wir wollen die Betroffenen wenigstens ein bisschen unterstützen. Deswegen wird die Stadt, wie im vergangenen Jahr, Dultbeschickern wieder die Möglichkeit einräumen, ihre Stände im wöchentlichen Wechsel in der Innenstadt aufzustellen und dort ihre Waren anzubieten.“ Einen entsprechenden Beschluss hatte der Stadtrat bereits vor mehreren Wochen für den nun eintretenden Fall getroffen, dass die Frühjahrsdult 2021 nicht stattfinden kann. „Diese Aktion ist natürlich kein Ersatz für eine Dult“, sind sich Putz und Haslinger einig. „Dennoch senden wir damit ein wichtiges Signal: Wir stehen zu unseren Schaustellern, Marktkaufleuten und Festwirten und halten in dieser schwierigen Zeit zusammen.“

Während die Frühjahrsdult 2021 also wegen der Corona-Pandemie ausfällt, besteht für die Bartlmädult durchaus noch Hoffnung. Diese soll nämlich erst am 20. August eröffnet werden. „Wir haben also noch mehr als fünf Monate Zeit. Ich gehe davon aus, dass wir bis dahin vor allem mit der Impfkampagne entscheidend vorangekommen sind und die Lage sich ab dem Sommer spürbar entspannen wird“, sagt Putz. Eine seriöse Prognose, ob die Bartlmädult wie geplant über die Bühne gehen kann, sei momentan aber nicht möglich. „Die Chancen für die Bartlmädult stehen aus heutiger Sicht sicher schlechter als 50:50“, sagt der OB. „Dennoch wäre eine Absage jetzt verfrüht. Über diese Frage müssen wir erst im Frühsommer entscheiden.“

– JV –

Bildquelle: h.j.lodermeier

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