Städtisches Bürgerbüro ist ab Montag, 6. Dez. ohne Anmeldung wieder zugänglich

Allerdings ist aufgrund der außergewöhnlich hohen Nachfrage nach kurzfristigen Terminen mit erheblichen Wartezeiten zu rechnen – Online-Buchungen weiter sinnvoll

Das Bürgerbüro der Stadt Landshut ist ab kommenden Montag, 6. Dezember, wieder ohne Anmeldung zugänglich. Mit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 musste der Parteiverkehr aus Infektionsschutzgründen zunächst stark eingeschränkt werden, Behördengänge waren seither nur mit vorheriger Online-Registrierung möglich. Diese Regelung schien sich zunächst zu bewähren und stieß auch in der Bevölkerung wegen der Planbarkeit der Termine auf große Zustimmung. Das aber änderte sich in den vergangenen Monaten: Aufgrund der außergewöhnlich hohen Nachfrage und wegen personeller Engpässe hatten sich die Wartefristen erheblich verlängert, so dass feste Termine je nach Anliegen derzeit erst wieder in zwei bis drei Monaten erhältlich sind. „In letzter Zeit haben sich verständlicherweise Bürgerbeschwerden darüber gehäuft“, sagt Oberbürgermeister Alexander Putz. „Der Zustand war so nicht mehr hinnehmbar, wir mussten schnell reagieren und andere Lösungen finden. Deshalb wurden alle organisatorischen Möglichkeiten ausgeschöpft und Personalkapazitäten umgeschichtet, um unter Einhaltung der bekannten Infektionsschutzregeln wieder Kunden ohne Termin bedienen zu können.“

Wer dringende Angelegenheiten im Bürgerbüro zu erledigen hat, kann künftig also wieder ohne Anmeldung vorbeikommen – die Öffnungszeiten sind Montag und Dienstag von 7.30 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr, mittwochs von 7.30 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr sowie Donnerstag und Freitag von 7.30 bis 12 Uhr. Allerdings müsse vor Ort mit erheblichen Wartezeiten gerechnet werden, sagt Richard Babel, der das Einwohner- und Standesamt leitet. „Wir verzeichnen seit vielen Monaten einen extrem hohen Terminbedarf, tausende Anmeldungen konnten noch nicht abgearbeitet werden. Dementsprechend groß dürfte der Andrang auf kurzfristige Termine sein.“ Zurückzuführen sei die gesamte Entwicklung wohl nicht zuletzt auf die pandemiebedingten Reisebeschränkungen, die in den vergangenen beiden Jahren galten: „Viele Leute haben deswegen ihren Reisepass oder Personalausweis im Alltag nicht gebraucht – und daher offenbar das jeweilige Ablaufdatum übersehen“, vermutet Babel. „Das wird jetzt, da Reisen zumindest für Geimpfte und Genesene wieder relativ problemlos und zumeist ohne Quarantänepflichten möglich sind, in großem Stil nachgeholt. Die Verlängerung von Ausweisdokumenten ist momentan zumindest einer der häufigsten Gründe für einen Besuch im Bürgerbüro.“

Obwohl das Bürgerbüro nun wieder ohne Anmeldung zugänglich ist, rät Babel dennoch dringend dazu, für alle planbaren Behördengänge möglichst frühzeitig und im eigenen Interesse einen festen Termin zu buchen – auch wenn dieser einige Wochen oder gar Monate in der Zukunft liegt. „Wer auf eine vorherige Online-Terminvergabe verzichtet und sich stattdessen fürs Warten vor Ort entscheidet, muss sich darüber bewusst sein, dass es aus den Erfahrungen der Vor-Corona-Zeit bei dem vermuteten hohen Kundenaufkommen durchaus zu mehrstündigen Wartezeiten kommen kann.“ Eine Garantie, dass alle Wartenden am Ende auch an die Reihe kommen, könne er zudem nicht geben, bedauert Babel: „Wir können nicht ausschließen, dass wir im Extremfall auch mal Leute unverrichteter Dinge wieder nach Hause schicken müssen, wenn absehbar ist, dass die Warteschlange an diesem Tag nicht mehr abgearbeitet werden kann.“

Zusätzlich erschwert werde die Situation, weil angesichts der Infektionsschutzvorgaben nur sehr wenige Warteplätze im Rathaus 2 zur Verfügung gestellt werden können. „Viele unserer Kunden, die keinen festen Termin haben, werden daher in einem Zeltpavillon vor dem Rathaus warten müssen – was natürlich gerade im Winter unangenehm sein kann. Aber wir haben räumlich keine andere Möglichkeit“, so Babel. Gerade deshalb habe man bis zuletzt versucht, die Kundenströme durch die verbindliche Anmeldung effektiv zu steuern. „Bei diesem Fallaufkommen stößt ein solches System aber an seine Grenzen, auch weil täglich eine beträchtliche Zahl an Terminen ohne Absage nicht wahrgenommen wird. Dadurch sind die Bearbeitungskapazitäten faktisch gesunken. In diesem Punkt würde uns mehr Disziplin also sehr helfen“, erklärt Babel. Ob sich das neue System in der Praxis bewähren wird und es gelingt, durch den Einsatz zusätzlichen Personals die Wartefristen insbesondere auf feste Termine signifikant zu verkürzen, lasse sich erst in einigen Monaten abschließend beurteilen, so der Amtsleiter. „Bis dahin können wir nur auf das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger hoffen und um Geduld bitten.“

Foto: h.j.lodermeier

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