Sternstunden, die leuchten………

Die evangelische Pfarrerin habe sie gefragt, ob sei beim einem digitalen Adventskalender mitmachen möchte, beginnt SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller ihrem Weihnachtsgruß. Sie solle sich doch überlegen, welche Momente in ihrem Leben „Sternstunden“ waren. Das habe sie in Grübeln gebracht. Was sind Sternstunden? Persönliche Erfolgsmomente, Karrieresprünge, ein großes Haus, ein schickes Auto? Oder sind es doch die besonderen Lebensereignisse, in denen man die Sterne heller scheinen sieht? Als Frau und Mutter sei die Frage schnell beantwortet gewesen: „die Geburt meines Sohnes vor 23 Jahren war so ein besonderer Moment in meinem Leben“.

 Das werden sicher viele Menschen nachvollziehen können, die sich an die Begeisterung erinnern, wenn die ersten Worte fallen, die ersten Schritte gegangen werden und aus dem Kleinkind ein Schulkind wird, das irgendwann sein Abschluss-Zeugnis in den Händen hält und sich auf den Weg in die Welt macht, schreibt Müller. Dieses Erlebnis, ein Kind durchs Leben begleiten zu dürfen und dadurch auch wieder an seine eigene Kindheit und Jugend erinnert zu werden, sei ein ganz besonderes Glück.

Doch dass aus der Geburt eines Kindes ein lebenslanges Leuchten wird, dazu brauche es nicht nur Glück, sondern auch die politischen Rahmenbedingungen, die es allen Kindern ermöglichen, in Frieden, in Freiheit und in Demokratie aufzuwachsen und bestmöglich gefördert zu werden. Als Politikerin erfahre sie bei ihren Besuchen vor Ort und in den Gesprächen mit den Bürgerinnen und Bürgern, wo der Schuh drückt und was besser gemacht werden muss. Dabei lerne sie oft Menschen kennen, die mehr tun, als sie müssten: Frauen und Männer, die ehrenamtliche Lesepatenschaften übernehmen, in den Tafeln helfen oder im Hospizverein das wertvollste schenken, was sie haben: ihre Zeit. Oft sind es genau diese Menschen, die die persönlichen Schicksalsstunden erhellen. „Weil sie uns spüren lassen, dass wir nicht alleine sind, dass uns jemand bei Krankheiten begleitet, bei der Bewältigung des Alltags hilft oder einfach mit Musik erfreut. Dafür danke ich Ihnen sehr herzlich“, schreibt Müller abschließend in ihrem Weihnachtsgruß.

Foto:

R. Müller priv.

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