„Stets mit Herz und Seele bei der Sache“

Hans Ritthaler in wohlverdienten Ruhestand verabschiedet

Sein Name ist untrennbar mit dem Natur- und Umweltschutz verbunden: Hans Ritthaler, der Fachbereichsleiter Naturschutz der Stadt Landshut, wurde vergangene Woche von Bürgermeister Dr. Thomas Haslinger in Vertretung des OB in seinen wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. „Sie waren eine große Bereicherung für die Stadt. Wir sagen schweren Herzens Servus“, sagte Haslinger, der zuletzt als Vorsitzender des Umweltsenates eng mit Ritthaler zusammenarbeitete. Der 66-Jährige hat mehr als drei Jahrzehnte seines Berufslebens in den Dienst der Stadt gestellt und sich dabei mit spürbar viel Herzblut seiner Arbeit verschrieben.

Als absoluten Experten auf seinem Gebiet, der immer mit vollem Herzen und Seele bei der Sache ist – so kennt man Hans Ritthaler. Der Landshuter kennt das Amt für Umwelt-, Klima- und Naturschutz, wie es heute heißt, wie seine Westentasche. 36 Jahre ist es nun her, als er dort (damals: Amt für technischen Umwelt- und Zivilschutz) nach seinem erfolgreich absolvierten Studium der Forstwissenschaften und Referendariat bei der Bayerischen Staatsforstverwaltung seine berufliche Heimat fand. Wie Haslinger sagte, hinterlasse er große Fußstapfen. „Bei vielen Entscheidungen im Sinne einer nachhaltigen Umweltpolitik bildete seine Expertise eine wichtige Grundlage für den Stadtrat“, so der Bürgermeister. Er hob die ausnahmslos harmonischen und stets lösungsorientierten Gespräche hervor, die er neben Ritthalers fachlicher Souveränität rund um die Belange des Umwelt- und Naturschutzes sehr geschätzt habe. Als Zeichen des Dankes für seine überdurchschnittlichen Leistungen und die gute Zusammenarbeit überreichte Haslinger dem angehenden Pensionär – besonders auch im Namen der Mitglieder des Umweltsenates – ein Präsent.

Projekte mit Vorreiterrolle auf den Weg gebracht
Viel Lob und Anerkennung für seine Einsatzbereitschaft erntete Ritthaler auch vom Leiter des Amts für Umwelt-, Klima- und Naturschutz, Thomas Rottenwallner: „Herr Ritthaler hat das heutige Umweltamt wesentlich mitgeprägt“. Er habe viele nachhaltige und für die Stadt entscheidende Projekte, die teils sogar bundesweit Vorreiterrolle einnahmen, angestoßen und auf den Weg gebracht. Stichwort: Biodiversität. 2008 hat Landshut als erste Stadt in Deutschland eine lokale „Biodiversitätsstrategie“ erstellt und beschlossen. Um dies zu würdigen, kam zu der entscheidenden Sitzung des Umweltsenates sogar der damalige Staatssekretär im Bayerischen Umweltministerium, Dr. Marcel Huber, extra nach Landshut, um der
Sitzung beizuwohnen. 2011 wurde die Stadt für die Umsetzung zahlreicher Projekte zur Arten- und Lebensraumvielfalt in Köln als „Biodiversitätskommune“ ausgezeichnet.

Viele Meilensteine gesetzt: Darunter das Naturschutzgebiet
Blickt man noch weiter in die Vergangenheit zurück, gibt es weitere etliche Schlaglichter: Im Vollzug eines Beschlusses des damaligen Umweltausschusses im Jahre 1986 – der seinerzeit amtierende Oberbürgermeister Josef Deimer hatte einen Antrag für ein „Konzept Luftreinhaltung der Stadt Landshut“ gestellt – hat Ritthaler eine Arbeitsgruppe zum Thema „Verkehr und Mobilität“ geleitet. Aus dieser Arbeitsgruppe heraus kam unter anderem die Initialzündung für die erste Landshuter Fußgängerzone in der Theaterstraße. Während der großen Reform in der Abfallwirtschaft – weg von der reinen Abfallbeseitigung hin zu einer Kreislaufwirtschaft – hat er maßgeblich am „Landshuter Müllweg“ mitgearbeitet. Damals wurde erfolgreich sehr viel Öffentlichkeitsarbeit betrieben, um die Bürgerinnen und Bürger zur Müllvermeidung und -trennung anzuhalten.
Im Naturschutz wurden in der Folgezeit viele weitere Meilensteine gesetzt: So hat die Stadt Landshut 1998 als dritte kreisfreie Stadt in Bayern (nach Erlangen und Nürnberg) ein Arten- und Biotopschutzprogramm bekommen. Hier wurden neben dem „klassischen“ Naturschutz auch abiotische Themen aufbereitet, wie das Stadtklima, der Grundwasserschutz, der Bodenschutz und die Naherholung. Zu den Höhepunkten zählte laut Ritthaler auch die Ausweisung des Naturschutzgebietes „Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut mit Isarleite“ im Konsens mit der Kreisgruppe Landshut des Bund Naturschutzes, der seinerzeit zugestimmt hatte, im Isartal 20 Hektar als „Wohnbauvorbehaltsfläche“ von der Unterschutzstellung auszunehmen. „Der erzielte Kompromiss hat der Stadt ein 280 Hektar großes hochattraktives Naturschutzgebiet beschert“, sagte Ritthaler. Sichtbare Ergebnisse seines Einsatzes genießen Erholungssuchende auch im Bereich zwischen der Maximilianstraße und Bauhofstraße: Der Freistaat Bayern griff beim Neubau des Landesamts für Finanzen Ritthalers Vorschlag auf, dort einen Geh- und Radweg mit einer Allee zu bauen. „Die Bäume der Allee entwickeln sich prächtig“, freute sich der Forstwissenschaftler.

„Immer an einem Strang gezogen“
Bezugnehmend auf all die Maßnahmen, deren Aufzählung sich noch weit fortführen ließe, hob der angehende Pensionär vor allem die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Kollegen lobend hervor: Pläne seien nur so gut wie ihre Umsetzung. „Hier haben wir immer an einem Strang gezogen“. Seine Antwort auf die Frage, was er sich im Umwelt- und Naturschutz für die Stadt am meisten wünschte, verdeutlichte nochmals spürbar seine tiefe Verbundenheit: „Es wäre schön, wenn in allen Abläufen des täglichen Lebens der Gedanke der Nachhaltigkeit immer mehr Einzug halten würde. Damit könnte schon vielen Umweltproblemen begegnet werden.“ Dass seine Nachfolgerin Isa Garnreiter diese verantwortungsvolle Aufgabe aufgrund ihrer hohen Kompetenz hervorragend meistern werde, davon zeigte sich Ritthaler überzeugt. Hierfür wünschte er ihr viel Erfolg.

Bildunterschrift:
Seit 36 Jahren mit Leib und Seele für den Natur- und Umweltschutz im Einsatz: Dass Hans Ritthaler (Zweiter von rechts) seinen Ruhestand möglichst ausgiebig und vor allem gesund genießen möge – das wünschten ihm von Herzen: Bürgermeister Dr. Thomas Haslinger (Zweiter von links), der ihm als Zeichen des Dankes – auch im Namen der Umweltsenatsmitglieder – ein Präsent überreichte, der Leiter des Amts für Umwelt-, Klima- und Naturschutz, Thomas Rottenwallner, sowie Ritthalers Nachfolgerin Isa Garnreiter.

Foto: Stadt Landshut

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