„Thema bewegt uns“

Abgeordneter Radlmeier und Lakumed-Geschäftsführer Fuchs sprachen über geplante Impfpflicht in Krankenhäusern

Landshut. „Zwei Themen bewegen uns derzeit sehr: Der Medizincampus Niederbayern – und die einrichtungsbezogene Impfpflicht“, machte Jakob Fuchs, geschäftsführender Vorstandsvorsitzender der Lakumed-Gruppe, im Gespräch mit Landtagsabgeordnetem Helmut Radlmeier (CSU) deutlich.

Sozialverbände, Gewerkschaftsbund, Rotes Kreuz: Auf breiter Front gab es in den vergangenen Wochen Kritik an der von der Ampel-Regierung in Berlin beschlossenen Impfpflicht für Bereiche des Gesundheits- und Pflegewesens. Ab dem 15. März müssen alle Beschäftigten bestimmter Einrichtungen geimpft oder genesen sein. Auch den Krankenhäusern des Landshuter Kommunalunternehmens für Medizinische Versorgung (Lakumed) bereitet diese Impfpflicht Sorgen: „Es sind noch viele Fragen offen. Bis vor Kurzem stand noch nicht einmal exakt fest, welche Einrichtungen bzw. Einrichtungsteile genau von der Impfpflicht umfasst sind und welche nicht“, erläuterte Fuchs seine Bedenken.

Gerade der Freistaat Bayern hatte wiederholt derartige Nachbesserungen vom Bund angemahnt, schilderte Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier, Mitglied des Landtags-Ausschusses für Gesundheit und Pflege. Nun habe das Bundesgesundheitsministerium sich bewegt und eine Handreichung veröffentlicht. „Diese Handreichung umfasst nicht weniger als 23 Seiten! Daran sieht man, wie viele Fragen bisher noch völlig offen waren“, so Radlmeier, der mehrmals auf die Probleme in der Praxis hingewiesen hat. Ein großes Problem bleibe aber weiterhin, dass man Einzelfallentscheidungen auf die ohnehin schon belasteten Gesundheitsämter abschieben wolle, waren Radlmeier und Fuchs sich einig.

Medizincampus: Entscheidung steht an

Bei ihrem Gespräch im Achdorfer Krankenhaus hatten Fuchs und Radlmeier aber auch erfreuliche Themen auf ihrer Agenda: Der Freistaat plant derzeit den Aufbau eines Medizincampus Niederbayern. Dadurch wird es zum ersten Mal möglich, Medizin in Niederbayern studieren zu können. „Künftig bilden wir unseren Ärzte-Nachwuchs direkt in der Region aus“, fasste Radlmeier die Intention dahinter zusammen. Landshut sei für ihn als ein Standort des Medizincampus auf jeden Fall gesetzt, so der Abgeordnete. „Es gibt sehr gute Argumente für Landshut. Die Region ist schließlich der größte Klinik-Standort im Bezirk Niederbayern“, betonte Fuchs.

Radlmeier lobte das gemeinsame Vorgehen von Lakumed und Klinikum in dieser Sache: „Gemeinsam ist man stark! Der Medizincampus ist hier das beste Beispiel dafür“, bekräftigte der Abgeordnete, der diese Kooperation als wichtigen Schritt hin zu einem möglichen Klinikverbund sieht. Zunächst aber konzentriere sich alles auf den Medizincampus. Die Machbarkeitsstudien dazu würden derzeit ausgewertet. Er erwarte aber eine baldige Entscheidung, so Radlmeier.

Bildunterschrift: Jakob Fuchs (l.), geschäftsführender Vorstandsvorsitzender der Lakumed Kliniken, und Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (CSU) sprachen über die Hürden einer einrichtungsbezogenen Impfpflicht sowie über den Medizincampus Niederbayern.
Foto: Josef Amann

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