Über ein halbes Jahrhundert die Sozialdemokratie mitgestaltet

SPD ehrt langjähriges Mitglied Gabriele Mirlach

„Im dritten Anlauf klappt es nun endlich mit der Überreichung der Urkunde“, freute sich SPD-Vorsitzende Angelika Wimmer beim Besuch bei Gabriele Mirlach in Rottenburg.

Die 72jährige ehemalige Lehrerin ist vor über 50 Jahren der SPD beigetreten und die Übergabe der besonderen Urkunde samt Ehrennadel musste wegen Corona bereits zweimal verschoben werden. Dafür war aber am Heiligdreikönigs-Tag die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der BayernSPD-Landtagsfraktion und Kreisvorsitzende Ruth Müller, MdL mitgekommen, um Gabriele Mirlach auch im Namen der Landkreis-SPD für ihr langjähriges Wirken zu danken. „Eingetreten bin ich, als wir zum ersten Mal mit Willy Brandt einen Bundeskanzler stellten und geehrt werde ich nach einem fulminanten Wahlkampf aus dem Olaf Scholz für die SPD als Bundeskanzler hervorgegangen ist“, spann Gabriele Mirlach einen Zeitbogen ihrer langjährigen Mitgliedschaft mit Höhen und Tiefen in fünf Jahrzehnten Zeit- und Parteigeschichte. In der sozialdemokratischen Hochburg Oldenburg aufgewachsen, war es für die angehende Lehrerin ein kurzer Weg in die SPD, die sich damals bei den Jusos insbesondere für mehr Bildungsgerechtigkeit und Gleichstellung engagierte. Nach beruflichen Stationen in München mit SPD-Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel verschlug es sie dann in den 1970er Jahren nach Rottenburg, wo es für sie erst einmal gewöhnungsbedürftig war, dass die SPD nicht mehr die Mehrheiten stellte. Nach der Eheschließung und Familiengründung engagierte sich Gabriele Mirlach in der Rottenburger SPD und in der Landkreis-SPD und übernahm Verantwortung in Führungspositionen und bei der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF). Als Lehrerin unterrichtete sie an den Hauptschulen in Rottenburg, Pfeffenhausen und Hohenthann und hatte dadurch einen entsprechend hohen Bekanntheitsgrad, der ihr 1990 zum ersten Mal den Sprung in den Kreistag ermöglichte. Dort blieb sie zwölf Jahre und erinnert sich im Gespräch mit Angelika Wimmer und Ruth Müller, MdL daran, wie hart im damaligen Krankenhausausschuss gleich Anfang der 1990er-Jahre der Erhalt des Krankenhauses in Niederhatzkofen erkämpft wurde, das dann zur ersten Geriatrie Bayerns wurde. Außerdem war Gabriele Mirlach im Hochbau-Ausschuss des Kreistags tätig und in ihrer aktive Zeit fielen die Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen an den Realschulen des Landkreises im Zuge der Einführung der sechsstufigen Realschule. „Hier habe ich mich immer bemüht, ein Schulgebäude aus Kinder- und Lehrersicht zu denken“, so Mirlach. Ab 1986 gehörte sie auch für einige Jahre dem SPD-Kreisvorstand an und nahm viele Delegierten-Mandate wahr. „In der Kommunalpolitik übernimmt man die direkte Verantwortung für das Leben der Menschen vor Ort“, bedankte sich die SPD-Vorsitzende und Rottenburger Stadträtin Angelika Wimmer für das ehrenamtliche Engagement von Gabriele Mirlach. „In eine Partei einzutreten bedeutet auch, für gemeinsame Werte zu streiten, um das Leben der Menschen zu verbessern“, so Ruth Müller, MdL. Sich in über fünf Jahrzehnten sowohl in der SPD als auch in der Gesellschaft, beispielsweise bei der Betreuung von Asylbewerbern oder in der Kommunalpolitik zu engagieren, sei eine bemerkenswerte Leistung, die Dank und Anerkennung verdiene, stellte die Kreisvorsitzende beim Verlesen der Urkunde fest.

Foto: Büro Müller

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