UMGESTÜRTZTER TANKWAGEN MIT DIESEL UND BENZIN

Alarmzeit: 10:11 Uhr – Alarmierungsart: Melder, Sonstiges, Telefon Art: THL – Einsatzort: B299/Johannesbergham – Einsatzleiter: Florian Geisenhausen 2 – Führung: Stadtbrandinspektor – UG-ÖEL: 12/1

KEZ:

Löschzüge 1/2 (Stadt): 1/61/1, 2/40/1
Löschzug 3 (Achdorf): 3/11/1, 3/41/1, 3/47/1, 3/52/1, 3/55/1
Löschzug 5 (Hofberg): 5/11/1, 5/21/1, 5/66/1, 5/67/1
Löschzug 6 (Münchnerau): 6/11/1
Löschzug 7 (Siedlung): 7/14/1, 7/53/1
Löschzug 8 (Schönbrunn): 8/41/1, 8/55/1
Weitere Kräfte: FF Ahrain, FF Altdorf, FF Altheim, FF Gaindorf, FF Geisenhausen, FF Günzkofen, FF Haarbach, FF Hohenegglkofen, FF Holzhausen, FF Neufraunhofen, FF Niederaichbach, FF Obergangkofen, FF Pauluszell, FF Piflas, FF Salksdorf, FF Tiefenbach UGÖEL, FF Viecht, FF Vilsbiburg, FF Waldkraiburg, FF Wörnstorf, FF Zweikirchen, THW Ergolding, Weitere Hilfsorganisation, WF BMW Landshut

Einsatzbericht:

Am Samstagvormittag wurde ein Großaufgebot von Feuerwehr, Polizei, THW, hauptamtlichem Rettungsdienst und Notärzten sowie zahlreichen ehrenamtlichen Bereitschaften von BRK und Maltesern zu einem Tankwagenunfall bei Geisenhausen alarmiert, darunter auch die aus den Löschzügen Stadt, Achdorf, Hofberg und Siedlung bestehende Gefahrgutkomponente der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Landshut. Vor Ort fanden die Einsatzkräfte an der relativ steilen Fahrbahnböschung auf Höhe Johannesbergham einen seitlich umgekippten und abgerutschten Tankzug vor, der insgesamt 15.000 Diesel in zwei Kammern und 20.000 Liter Benzin in drei Kammern geladen hatte. Der Fahrer konnte sich aus eigener Kraft befreien und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Nach Kenntnis der Feuerwehr erlitt er schwere Verletzungen.

Aus einem Domdeckel der Dieselkammern trat Treibstoff aus. Dieser Austritt konnte durch schnell ergriffene Erstmaßnahmen seitens der FFW Geisenhausen zumindest verringert werden. Durch die Gefahrgutzüge aus Landshut und Waldkraiburg sowie Kräfte der Feuerwehr Piflas wurden dann umfangreiche Auffangmaßnahmen in die Wege geleitet. Dazu wurden Planen, Mulden und Rinnen unter den LKW eingezogen und die aufgefangene Menge mittels einer Gefahrstoffpumpe in eigens bereitgestellte Auffangbehälter abgepumpt. Durch einen Rüstwagen wurde der LKW zudem mit zwei Seilzügen gegen ein mögliches Abrutschen gesichert. Der bereits in den Feldgraben bzw. das angrenzende Feld ausgelaufene Treibstoff wurde durch provisorische Dämme, die mit großen Traktoren eingezogen wurden, aufgehalten. Parallel wurde das Wasserwirtschaftsamt verständigt und um eine Einschätzung der Lage gebeten. Hieraus resultierte die Anordnung zum Abgraben des kontaminierten Bereichs durch eine Tiefbaufirma. Die Entleerung des Tankwagens stellte die Einsatzkräfte dann vor eine größere Herausforderung. Da von vornherein klar war, dass ein Aufrichten des verunfallten LKW nur bei komplett entleerten Tankkammern vorgenommen werden kann, wurden mehrere Möglichkeiten geprüft. Unter anderem wurden auch Fachleute der Werkfeuerwehr Wacker (TUIS Fachberater) hinzugezogen. Da von beiden Seiten kein Herankommen an den Tankinhalt möglich war bzw. sämtliche Ab- und Umpumpvorrichtungen durch den Unfall beschädigt oder zerstört waren und auch der Absaugversuch durch einen weiteren Tankzug nicht von Erfolg gekrönt war, wurden durch einen Hubschrauber der Polizei zwei speziell geschulte Mitarbeiter der Tankwagenfirma aus dem Raum Salzburg eingeflogen. Parallel wurde durch einen Bagger die Arbeitsfläche am verunfallten LKW begradigt und ein weiterer Erdwall um den Tankwagen erstellt. Da zwischenzeitlich auch geringe Mengen Benzin am Auslaufen waren, wurden die Absperrgrenzen nochmals ausgeweitet und ein Nachalarm für weitere Feuerwehren zum Aufbau einer weiteren Wasserförderung über längere Strecken ausgelöst. Nach Eintreffen der Fachleute wurden schließlich Vorkehrungen getroffen, um zumindest den Diesel aus den leckgeschlagenen Kammern vorsichtig über die Domdeckel in Auffangwannen ablaufen zu lassen und von dort in einen zweiten Tankwagen zu pumpen. Das Benzin aus den drei noch unversehrten Kammern wurde dann ebenfalls mittels Tankwagen abgesaugt. Dabei wurde der Auflieger langsam mit zwei großen Autokränen immer weiter angehoben, um möglichst den kompletten Treibstoff aus den Kammern zu bekommen. Die gesamten Abpump- und Umpumparbeiten wurden dabei von zwei großen Tanklöschfahrzeugen, mehreren Atemschutztrupps mit Schaum und Pulver sowie vom wassernebelfähigen Großlüfter der BMW Werkfeuerwehr abgesichert. Nach der Bergung des LKW wurde von einer Spezialfirma noch das in den Feldgräben sowie innerhalb des Damms stehende Treibstoff/Wasser/Schlamm – Gemisch abgesaugt. Zu Unglücksursache, den ausgetretenen Kraftstoffmengen und dem insgesamt entstandenen Sachschaden ermitteln nun die Polizei bzw. die entsprechenden zuständigen Fachstellen und Behörden.

Alles in allem forderte dieser anstrengende und zeitraubende Einsatz bei schwülheißen Temperaturen die ganze Kraft und Konzentration aller eingesetzter Kräfte. Die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren und allen anderen beteiligten Hilfsorganisationen über die Stadt- und Landkreisgrenzen hinweg funktionierte stets reibungslos. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Landshut dankt allen Feuerwehren und Führungskräften des Landkreises Landshut sowie der Freiwilligen Feuerwehr Waldkraiburg für die gute und umimplizierte Zusammenarbeit. Ein ebenso großer Dank geht an das THW, die Polizei sowie die zahlreichen Helferinnen und Helfer des BRK und der Malteser für die Absicherung und die Verpflegung. Für die Kräfte aus Landshut war der Einsatz nach gut 14 Stunden gegen 00:30 beendet. Die letzten Kräfte aus dem Landkreis Landshut konnten den Einsatz schließlich gegen 2:30 beenden.

Bilder der Bergeaktion:

Bilderquelle: FF Landshut

weitere Beiträge