Unangemeldete Corona-Demo am 13.12.21durch Landshuter Altstadt

pm – Am Montag, den 13.12.2021 zogen mehrere hundert Menschen aus dem Querdenken-Spektrum bei einem unangemeldeten Demozug mit Kerzen und Laternen durch die Landshuter Altstadt, um ihre Ablehnung der Corona-Schutzmaßnahmen und in weiten Teilen auch der seriösen Wissenschaft zum Ausdruck zu bringen. Proteste dieser Art finden in Landshut seit Beginn der Pandemie in unterschiedlicher Intensität statt. Bereits in der Vergangenheit zeigte sich dabei die Offenheit für Verschwörungserzählungen und -ideologien sowie die fehlende Abgrenzung zu rechtsradikalen Gruppen und Einzelpersonen auf den Demos.


Am Rande der Demo wurden die Versammlung filmende Menschen massiv von Demonstrationsteilnehmenden bedrängt, dazu aufgefordert, die – völlig rechtskonform entstandenen Aufnahmen zu löschen und dabei teils auch körperlich angegangen.
Bei diesem „Spaziergang“ fielen die Teilnehmenden weniger durch Inhalte auf, da sie vermutlich vermeiden wollten, allzu offensichtlich einen Versammlungscharakter darzustellen, doch wie leider bei diesen Demos üblich wurde durchwegs keine Maske getragen und kein Abstand gehalten.
Diese Corona-Schutzmaßnahmen durchzusetzen sah sich eine völlig überforderte Polizei scheinbar nicht in der Lage oder duldete es bewusst. Obwohl der Demomarsch im Vorhinein über Telegram in öffentlichen Kanälen angekündigt wurde, war die Polizei am Anfang kaum vor Ort, es gab lediglich eine nicht-eingreifende Begleitung der Demo. Erst zum Ende hin, als die Demo sich schon aufgelöst hatte und viele Teilnehmenden bereits gegangen waren, kam die Verstärkung der Polizei und nahm
von einigen übriggebliebenen Demonstrierenden die Personalien auf.
Dieses zögerliche Handeln ist mit einigen anderen Faktoren sicher auch ein Grund für die starke Querdenken-Szene, die in Landshut die größte und aktivste in ganz Ostbayern ist. Wir werten den Umgang mit diesen Versammlungen und ihren Teilnehmenden daher auch als ein Versagen der Landshuter Stadtpolitik und der Zivilgesellschaft, die den Protesten bisher wenig entgegen zu setzen wussten und sich bis auf ein paar wenige engagierte Menschen meist auch nicht groß dafür
interessierten. Es ist brandgefährlich, wenn sich hier ein breites Spektrum von Öko-Eso-Hippies über uninformiert Mitlaufende bis hin zu strammen Neonazis versammelt und gegenseitig in seinen menschenfeindlichen Ideologien und unsolidarischem Verhalten bestätigt.
Wir fordern ein entschlossenes Vorgehen von Politik und Zivilgesellschaft gegen dieses unsolidarische, spaltende Verhalten und gegen jede Form von Diskriminierung – Solidarität statt Verschwörungsideologien!

Foto: afala Landshut

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