Vom Landschaftsschutzgebiet zum Baugebiet?

„Wie geht’s weiter im Metzental?“, diese Frage stellen sich nach der festen Überzeugung der beiden ÖDP-Stadträte Elke März-Granda und Stefan Müller-Kroehling derzeit viele Landshuter Bürger.

Noch im März dieses Jahres sprach sich das Plenum einstimmig für die Fortführung des Verfahrens zur Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes „Metzental“ aus. Und auch das von einem Fachbüro erstellte Gutachten bestätigt vollumfänglich die außerordentliche Schutzwürdigkeit des seit Jahrzehnten geplanten Schutzgebietes. Ausschlaggebend dabei sind insbesondere die hohe Vielfalt unterschiedlicher naturnaher Lebensräume, die vorhandenen ökologisch sehr bedeutenden Biotopstrukturen, die einmalige stadtnahe Erholungsnutzung und der kleinklimatisch wichtige Hangwald für die angrenzenden Siedlungsbereiche. Von einer räumlichen Reduzierung des Gebiets wird im Gutachten abgeraten.

Entgegen der bisherigen Beschlusslage und des Gutachtens wurde in der jüngsten Umweltsenatssitzung beschlossen, den Schutz auf die Waldflächen zu begrenzen und eine Bebauung der landwirtschaftlichen Fläche auf der Hochebene in Erwägung zu ziehen. “Wir bedauern, dass dieser Verwaltungsvorschlag mehrheitlich angenommen wurde. Für uns stellt dies einen klaren Rückschritt gegenüber den bereits beschlossenen Zielen dar “, so die Politiker.

Ein von den ÖDP, Grünen und Linke/Mut -Umweltsenatsmitgliedern gestellter Nachprüfungsantrag soll nun den Widerspruch zwischen Plenar- und Umweltsenatsbeschluss klären.

Der Umgang mit diesem Gebiet berührt nach Ansicht der beiden ÖDP-Stadträte viele Aspekte der Stadtpolitik. „Es handelt sich regelrecht um eine Nagelprobe, wie die Stadt gewillt ist, die verschiedenen Interessen zu einem Ausgleich zu Gunsten des Gemeinwohls zu führen“, ist März-Granda überzeugt. Die beiden Stadtpolitiker bringen ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass die Interessen der Allgemeinheit höher bewertet werden als Interessen Einzelner.

„Der Umgang mit der Hochebene, die wie eine Schüssel über dem Metzental liegt, entscheidet über grundlegende Fragen der Umweltvorsorge wie Starkregenabfluss und Kaltluftentstehung für das ganze Stadtviertel unterhalb“, gibt Müller-Kroehling zu bedenken. Die diesjährige Starkregenkatastrophe vom Rosental zeige, dass in den Städten sehr viel sorgfältiger abgewogen werden müsse, bevor neues Bauland geschaffen oder nachverdichtet werde. „Wir sehen deshalb eine Versiegelung an dieser äußerst sensiblen Stelle im Hinblick auf vermehrte Starkregenereignisse sehr kritisch“, ist man sich einig.

Auch der Aspekt der wohnortnahen Erholungsnutzung der Bevölkerung gelte es zu berücksichtigen, wozu auch ein Erlebniswert und eine vielfältige Landschaft gehörten, ergänzt März-Granda. “Wir müssen fußläufige Räume haben, wo wir der Hektik des Alltags entfliehen können“. Dies gelinge nicht, wenn die Stadt bis an die Stadtgrenze zugebaut werde, denn „auch eine gelungene grüne Ortsabrundung gehört zum Wesen einer Stadt.“

Die beiden Stadträte fordern daher von der Stadt, im weiteren Prozess die Folgen einer möglichen Baulandausweisung auf der Hochfläche sehr gründlich zu prüfen. „Wenn die Prüfung ergibt, dass die Flächen auf der Hochfläche integraler Teil des Schutzgebietes als Gesamteinheit sind, dann müssen sie in das Schutzgebiet einbezogen werden“, sind sich die beiden Ökodemokraten einig. Das Landschaftsschutzgebiet in einer großen Lösung ist noch nicht vom Tisch“, so Müller-Kroehling.
Foto: ÖDP Landshut

weitere Beiträge