„Vorbilder und tragende Säulen für die Jugend und Gesellschaft“

Landrat Peter Dreier überreicht im Kleinen Sitzungssaal des Landratsamtes Landshut in Vertretung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und von Ministerpräsident Dr. Markus Söder das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Rolf Reuter aus Altdorf, die Verdienstmedaille des Bundesverdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für Frieda Rembeck aus Johannesbrunn/Schalkham und für Msrg. Johann Schober aus Adlkofen.

Landrat Dreier stellte in seinen Laudationes drei Persönlichkeiten vor, die sich um die Gesellschaft sehr verdient gemacht haben:

Rolf Reuter, Altdorf, erhielt das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern.

Landrat Dreier:

„Sehr geehrter Herr Reuter,

Seit der ersten Minute unterstützen Sie die Idee von Herrn Dr. Eggert-Vockerodt, dem Initiator und Vorsitzenden des Schulmuseums, ein „Schulmuseum“ einzurichten. Bereits während der Sammlungsphase von Schulexponaten in den Jahren von 2000 bis 2004 suchten Sie für die Einrichtung des Museums bei Antiquitätenhändlern, in Klöstern und alten Schulhäusern nach geeigneten Schulexponaten. Die Jahre danach unterstützten Sie Herrn Dr. Eggert-Vockerodt bei der Suche nach passenden Räumen in und um Landshut für das geplante Museum. Sie waren bei der Vorstellung der Idee vor verschiedenen Behörden, wie Senaten, Gemeinden, Einrichtungen, Regierung und dem Schulamt mit involviert. In der übrigen Zeit haben Sie sowohl beim Transport der Exponate in eine mietfreie Unterkunft als Zwischenlager als auch bei der Inventarisierung und Auflistung der eingelagerten Exponate fleißig geholfen.  Als im Jahr 2011 die Ansiedlung eines Schulmuseums in der Grundschule Ahrain feststand, trugen Sie, Herr Reuter, mit Ihren Ideen und Gestaltungsvorschlägen wesentlich zur aktuellen Darstellung des Museums bei.

Von Juni 2011 bis September 2011 waren Sie fast täglich im Schulmuseum vor Ort, um die Räume einzurichten und liebevoll zu gestalten. Seit der Eröffnung des Museums sind Sie im pädagogischen Beirat beteiligt, als Betreuer und für Führungen im Einsatz.

Im Herbst 2011 wurden Sie in der Gründungsversammlung zum Schatzmeister des Fördervereins Schulmuseum Ahrain e.V. gewählt. Dieses Amt üben Sie bis zum heutigen Tage aus. Im Jahr 2017 wurden mehrere große Sonderausstellungen über die Schullandkarten im Schulmuseum mit Ihrer Hilfe vorbereitet, gestaltet und durchgeführt.

Neben Ihrem Engagement rund um das Schulmuseum sind Sie auch in Ihrer Heimatgemeinde Altdorf ehrenamtlich aktiv. Seit 1973 sind Sie aktives Mitglied im Männerchor und seit vielen Jahren dort auch zuständig für die Notenpflege.

Sehr geehrter Herr Reuter, Sie sind seit über 20 Jahren einer der tragenden Säulen des Schulmuseums. Ihr großer Einsatz, Ihr Wirken in vielfältiger Weise im Schulmuseum, hier Schulgeschichte, Zivilisations- und Kulturgeschichte zu vermitteln, hat große Vorbildfunktion.

Ich freue mich daher sehr, dass Herr Ministerpräsident Dr. Markus Söder Ihr außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement gewürdigt und Ihnen das Ehrenzeichen für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern verliehen hat.

Ich darf diese Auszeichnung nun überreichen und gratuliere Ihnen auch im Namen des Landkreises Landshut dazu ganz herzlich.“

 

Frau Frieda Rembeck erhielt die Verdienstmedaille des Bundesverdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Landrat Dreier:

„Sehr geehrte Frau Rembeck,

heute stehen auch Ihre Verdienste im Mittelpunkt. – Heute können wir Ihnen Dank sagen für Ihren jahrzehntelangen selbstlosen Einsatz.

Ihre Tochter Monika kam im Jahr 1980 mit der Behinderung „Down-Syndrom“ zur Welt und braucht aufgrund dieser Krankheit für alle Dinge des täglichen Lebens Hilfe. Sie pflegen Monika deshalb seit deren Geburt – also seit über 40 Jahren – aufopferungsvoll und ohne Inanspruchnahme eines Pflegedienstes.

Monika besucht tagsüber die Landshuter Werkstätten und fühlt sich sehr wohl dort. Morgens und abends, an den Wochenenden und auch während der fast einjährigen Pause aufgrund der Corona-Pandemie übernahmen bzw. übernehmen Sie die Pflege trotz Ihres hohen Alters alleine.

Liebe Frau Rembeck, Sie haben noch drei weitere Töchter – Hildegard, Ingrid und Sabine – großgezogen und waren bzw. sind ihnen eine hingebungsvolle Mutter, obwohl Sie Ihr Leben ganz auf die Fürsorge um Monika ausgerichtet haben.

Zusammen mit Ihrem Ehemann führten Sie eine Schreinerei. Auch dort halfen Sie regelmäßig in der Werkstatt mit und waren für das Büro zuständig.

Lange Jahre waren Sie und Ihr Ehemann ehrenamtlich in Ihrer Pfarrgemeinde engagiert. Über viele Jahre haben Sie den Blumenschmuck in der Kirche in Johannesbrunn unentgeltlich übernommen. Außerdem singen Sie seit Ihrer Jugend im Kirchenchor Johannesbrunn und haben Ihren Mann, der dort viele Jahre Organist war auch hier unterstützt.

Es freut mich, dass Sie hier immer noch organisatorische Aufgaben im Kirchenchor übernehmen und Anlaufstelle sind, wenn der Chor benötigt wird.

Als Ihr Mann später aufgrund einer Krebserkrankung Hilfe benötigte, haben Sie auch ihn bis zu seinem Ableben im Jahr 2012 über drei Jahre lang liebevoll gepflegt.

Sehr geehrte Frau Rembeck, über die vielen Jahre hinweg haben Sie – und tun dies immer noch – Ihre Tochter begleitet, betreut und gepflegt. Die Leistung die Sie seit Jahrzehnten erbringen, kann gar nicht hoch genug geschätzt werden. Sie haben dabei sehr viele persönliche Wünsche zurückgestellt, um für Ihre Tochter da zu sein und um ihr bei der Bewältigung ihres Lebens zu helfen.

Ihr Einsatz in allen Bereichen vollzieht sich im Stillen und damit meist im Verborgenen. Dafür möchte ich Ihnen meine persönliche Anerkennung aussprechen. Der aufopfernde Dienst am Nächsten vor allem in der leistungsorientierten Gesellschaft unserer Tage darf nicht vergessen werden.

Sehr geehrte Frau Rembeck, heute werden Sie nun mit der Verdienstmedaille des Bundesverdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Es ist ein symbolisches Zeichen des Dankes, den Ihnen unsere Gesellschaft schuldet, den wir Ihnen schulden.

Verbunden mit dem Dank des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier darf ich nun diese Auszeichnung an Sie überreichen und gratuliere Ihnen auch im Namen des Landkreises Landshut dazu ganz herzlich.

Liebe Frau Rembeck – herzlichen Dank für Ihre außerordentliche  Leistung!“

 

H.H. Bischöflich Geistlichen Rat Msgr. Johann Schober erhielt die Verdienstmedaille des Bundesverdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Landrat Dreier:

„Sehr geehrter Monsignore Schober,

seit Jahrzehnten haben Sie es sich zur Aufgabe gemacht, heimische Sagen und Legenden zu sammeln bzw. zu erforschen. Zu diesem Thema haben Sie bereits zwei Bände veröffentlicht, die vor über 25 Jahren erschienen sind. Hierzu haben Sie unzählig viele Vorträge im ganzen Landkreis und darüber hinaus gehalten.

Seit Jahrzehnten forschen Sie nun über die sprachliche und mundartliche Entwicklung der Orts- und Gewässernamen und ihrer Siedlungsgeschichte im Landkreis Landshut. Neben Ihrer beruflichen Tätigkeit als Pfarrer recherchieren Sie, suchen diverse Staats- und Kirchenarchive auf und vertiefen sich immer weiter in die Materie. Mittlerweile haben Sie alle Ortsnamen im neuen, großen Landkreis Landshut bearbeitet – Landshut, Vilsbiburg, Rottenburg, sowie Teile von Mainburg und Mallersdorf – aber vermutlich auch noch weit über die Landkreisgrenzen hinaus in benachbarten Gebieten wie Straubing, Dingolfing, Kelheim, Regensburg, Mühldorf, Erding und Freising.

Insbesondere arbeiten Sie an dem Historischen Ortsnamenbuch des Altlandkreises Landshut, das von der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften herausgegeben wird. Ergebnisse sind bereits im Jahr 2016 im Band 53 der Blätter für oberdeutsche Namensforschung veröffentlicht worden. Erst vor wenigen Monaten präsentierten Sie das Ortsnamenbuch für den Altlandkreis Vilsbiburg. Hierfür investierten Sie, sehr geehrter Monsignore Schober, unzählige Stunden Ihrer Freizeit.

Neben der Förderung der Gemeindepartnerschaft Adlkofen mit der zimbrischen Gemeinde Badia Calavena (13 Gemeinden v. Verona) geben Sie ehrenamtlich zahlreiche Führungen und halten Vorträge über Kulturstätten, wie z.B. der Wallfahrtskirche Wippstetten im Landkreis Landshut. Ebenso referieren Sie seit vielen Jahren ehrenamtlich bei Heimatvereinen und anderen Kulturvereinen des Landkreises Landshut über örtliche Sagen und Geschichten aus früherer Zeit.

Sehr geehrter Monsignore Schober, Sie leisten bereits seit Jahrzehnten still und bescheiden geschichtlich Bedeutsames für die bayerische Heimat. Der Wert Ihrer Arbeit ist nicht bezifferbar, aber von unschätzbarem Wert.

Es freut mich, dass Ihre außergewöhnliche Leistung von Herrn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gewürdigt und Ihnen hierfür die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen wurde.

Ich gratuliere dazu – auch im Namen des Landkreises Landshut – ganz herzlich. Diese hohe Auszeichnung darf ich nun überreichen und spreche Ihnen für Ihre vielfältigen Verdienste meinen großen Dank aus.“

-hjl-

Fotos: h.j.lodermeier

 

weitere Beiträge