Was möchte ich, bevor ich sterbe?

Den Raum hinter dem Weltraum möchte sie kennenlernen, bevor sie stirbt. Das hat die zehnjährige Maria auf den Tafeln des Kunstprojektes „before I die“ geschrieben.

Zugegeben, ein ambitionierter Wunsch, aber wer weiß denn schon was die Weltraumforschung noch ermöglicht. Schließlich hat Maria mit ihren erst zehn Jahren noch ein langes Leben vor sich. So wünschen wir ihr dies jedenfalls.

In der Hauptsache waren die Wünsche etwas alltäglicher.  Oft ging es um die Zeit, die man mit Freunden, mit der Familie verbringen will und um das Glück, das man finden oder halten will.

Querbeet waren die Wünsche, die auf die Tafeln der Kunstaktion „before I die“ geschrieben wurden. Den Satz, bevor ich sterbe, möchte ich … galt es hier zu vervollständigen. So unterschiedlich die Menschen, so unterschiedlich auch die Wünsche.

Allen gleich war das Erstaunen, mit einer solchen Frage am Ländtor überrascht zu werden. Genau das ist auch der Hintergrund der Aktion, die Menschen zum Nachdenken über Leben, Tod und Sterben anzuregen. Nach einer Idee der amerikanischen Künstlerin Candy Chang holte das Hospiz- und Palliativversorgungsnetzwerk Landshut die Kreidetafeln im Oktober nach Landshut. Den gesamten Monat über reisen die Tafeln durch Stadt und Landkreis Landshut. Wenn zum Auftakt der Aktion das Wetter auch denkbar ungünstig war, so freute sich der Vertreter des Netzwerkes, Kunibert Herzing doch über die zahlreichen Besucher und Interessierte. In kurzer Zeit waren die Tafeln voll und auch zu Gesprächen verweilten die Menschen.

Bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass sich möglichst viele der Wünsche auch umsetzen und realisieren lassen. Ob das auch mit dem Blick hinter den Weltraum klappt, bleibt abzuwarten. Das Ziel der Aktion, die Menschen zum Nachdenken anzuregen, die Themen Sterben und Tod zum Gespräch zu machen, scheint jedenfalls erreicht zu sein.

BU:
Vielfältige Wünsche hatten die Landshuter Bürgerinnen und Bürger
Bild:
Thomas Herzing

 

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