„Wir brauchen eine Perspektive und es muss sich etwas tun“

Landrat Peter Dreier fordert konkrete Beschlüsse der morgigen Bund-Länder-Runde

Zwischen Existenzängsten und Kontaktbeschränkungen, über HomeOffice, Home Schooling bis hin zur nächtlichen Ausgangssperre: Seit Monaten kreisen die Gedanken der Menschen um die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf unsere Gesellschaft. Mit der morgigen Konferenz der Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung verbinden Viele die Hoffnung auf eine Verbesserung der aktuellen Lage, nachdem der Lockdown bereits seit Wochen den Alltag bestimmt. Für Landrat Peter Dreier ist aber klar: Es muss sich etwas tun. Er fordert deshalb, dass eine konkrete Öffnungsstrategie beschlossen und umgesetzt wird.

„Die Neuinfektionen sinken spürbar, die Lage in den regionalen Krankenhäusern hat sich etwas entspannt. Die Entwicklung geht in die richtige Richtung, auch bei uns in der Region. Aber diese niedrigen Zahlen müssen nachhaltig konsolidiert werden.“ Kein Verständnis hat er aber, wenn die Bürgerinnen und Bürger dennoch im Unklaren gelassen werden sollten, wie es weitergehen wird. „Wir müssen diese Zeit unbedingt nutzen, um uns auf eine bedachte Öffnung und eine schrittweise Rückkehr des Öffentlichen Lebens vorzubereiten. Die verschiedenen Einrichtungen haben bereits im Frühjahr hervorragende Hygienekonzepte vorbereitet, auf die wir aufbauen können, vom Friseur über den Einzelhandel bis hin zum Möbelhaus und zur Gärtnerei. Wir fangen nicht bei null an, die Situation ist nicht gänzlich neu“, erklärt der Landrat. Die AHA-Regeln sind in „Fleisch und Blut“ übergegangen, auch das Tragen von FFP2-Schutzmasken im Supermarkt ist bereits selbstverständlich geworden: „Das sind alles Punkte, die eine Wiedereröffnung des Handels und des Dienstleistungsgewerbes ermöglichen.“

Dass sich zusehends eine gewisse „Corona-Müdigkeit“ verbreite, kann auch der Landrat bestätigen: Es sind nicht nur die verzweifelten Hilferufe des Handels, der Gastronomie und dem Dienstleistungsgewerbe, die aufrütteln, sondern auch die spürbare Resignation der Bürgerinnen und Bürger, die sich „einfach nach einem Lichtblick sehnen“.

Großes Lob spricht der Landrat auch seiner Verwaltung aus: „In kürzester Zeit haben unsere Mitarbeiter gemeinsam mit der Stadt Landshut eine Teststation auf die Beine gestellt, ein Impfzentrum organisiert und auch in schwierigsten Zeiten die Nachverfolgung der Kontaktpersonen und die Eindämmung von Infektionsketten sichergestellt. Hier kann ich nur meinen großen Respekt zollen“, so der Landrat. Aber er merke auch, dass die monatelange Überlastung ihren Tribut fordere.

Zwölf positive Befunde sind am heutigen Dienstag bei der Corona-Arbeitsgruppe in Landshut eingegangen – damit sind bei bislang insgesamt 7 498 Bürgerinnen und Bürgern der Region Landshut Infektionen mit dem Corona-Virus festgestellt worden. Von diesen konnten 6 874 bereits aus der häuslichen Quarantäne entlassen werden, sie gelten als „genesen“ (+ 11). So sind in der Region Landshut derzeit xx laufende Corona-Infektionen registriert, ein Minus von neun gegenüber dem Vortag. Die Neuinfektionen konzentrieren sich innerhalb weiter innerhalb von Familien bzw. Hausständen. 

Zehn weitere Todesfälle sind in der Region Landshut im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gemeldet worden: Sechs Personen zwischen 92 und 77 Jahre sind an COVID-19 verstorben. Bei vier weiteren Personen (zwischen 92 und 74 Jahre alt) ist vor ihrem Ableben eine Infektion an SARS-CoV2 festgestellt worden, es war aber eine andere Ursache für ausschlaggebend, sie sind also mit dem Virus verstorben. Diese Fälle werden aber dennoch statistisch erfasst. Somit sind bislang 235 Personen verstorben, bei denen ein Zusammenhang mit Covid19 besteht. Aktuell werden in den regionalen Krankenhäusern 38 Patienten, bei denen SARS-CoV2 festgestellt wurde, auf den Normalstationen behandelt (+ 5). Hinzu kommen drei Personen, die intensivmedizinisch betreut werden müssen (-1). 

Landratsamt Landshut

Das Robert-Koch-Institut meldet heute sowohl für Stadt Landshut eine unveränderte 7-Tages-Inzidenz von 92,6, im Landkreis dagegen ist ein weiterer Rückgang zu verzeichnen (45,0). (Stand aller Angaben: 09. Februar 2021)

Bildquelle: h.j.lodermeier

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