Wo Angehörige Unterstützung finden

Demenz: Beratungsstellen des Landkreises zeigen viele Wege auf

Landshut. In einer alternden Gesellschaft ist Demenz dabei, zu einer Art neuen Volkskrankheit zu werden. Vor diesem Hintergrund bietet der Landkreis Landshut für die Betroffenen, aber auch für ihre Angehörigen professionelle Hilfen an: Für den Landkreis Landshut arbeiten eine ganze Reihe von Fachfrauen, die Hilfestellungen für Demenzkranke und ihre Angehörigen leisten. Denn diese Krankheit stellt sie alle in vielen Lebensbereichen vor neue und große Herausforderungen.

„Der Landkreis Landshut leistet mit zwei Beratungsstellen einen wertvollen Beitrag zur Daseinsvorsorge im Alter, damit ältere Menschen so lange wie möglich selbstbestimmt in ihren vier Wänden altern können“, betonte stellvertretender Landrat Fritz Wittmann. Er hieß zahlreiche Teilnehmer zu einer Informationsveranstaltung des „Impulsnetzwerks Senioren“ im großen Sitzungssaal des Landratsamts willkommen – die meisten von ihnen Fachleute der Seniorenarbeit aus vielen Gemeinden des Landkreises.

Wenn ältere Menschen dement werden, wird der Alltag durch die Krankheit in hohem Maße umgekrempelt: Je nach Fortschreiten der Krankheit brauchen Betroffene stetig mehr Hilfe selbst bei alltäglichen Verrichtungen. Beide, Betroffene wie Angehörige, brauchen Unterstützung, zuerst, um die Diagnose anzunehmen und später insbesondere auch in Form von Entlastungsangeboten, führte Janine Bertram auf, die Senioren-Beauftragte des Landkreises, die die Veranstaltung moderierte. 

Nadine Abramowski, Wohnraumberaterin der Sozialhilfe-Verwaltung des Landkreises, legte dar, dass für dementiell erkrankte Menschen die eigene Wohnung noch viel wichtiger als zuvor wird: „Wenn das Gedächtnis nachlässt und die Orientierung im Laufe einer Demenz-Erkrankung immer schwieriger wird, erhält die gewohnte Umgebung einen besonders hohen Stellenwert“, schilderte die Bauingenieurin.

Beim Fortschreiten der Erkrankung werde die Orientierung selbst in den eigenen vier Wänden immer problematischer. Durch oft nur kleine, aber geeignete Baumaßnahmen könne die Lebensqualität für die Betroffenen wie ihre betreuenden Angehörigen erhalten und verbessert werden. „Vertrautheit spielt eine wesentliche Rolle für die Erkrankten“, erklärte Nadine Abramowski und machte dies an konkreten Beispielen deutlich.

Bewegungsmelder, indirekte Lichtquellen und vertraute Gegenstände sorgten für bessere Orientierung, erläuterte sie. Für Umbaumaßnahmen gibt es Fördermittel und Darlehen von den Pflegekassen, aber auch vom Freistaat und von Stiftungen. Informationen dazu bietet die Expertin Abramowski zum Beispiel per E-Mail (Anschrift: nadine.abramowski@landkreis-landshut.de, Telefon: 0871/408-2117).

Zwei weitere Fachfrauen, die Mitarbeiterinnen der Koordinierungsstelle Demenz, beraten Demenzkranke, ihre pflegenden Angehörigen, soweit sie Landkreisbürger sind, aber auch Kommunen des Landkreises professionell in allen Fragen rund um das Thema Demenz. Sie haben ihren Sitz freilich nicht im Landratsamt, sondern im Landshuter Netzwerk (Bahnhofsplatz 1a in Landshut).

Die zwei Sozialpädagoginnen der Koordinierungsstelle bieten unter anderem Sprechstunden in den Gemeinden des Landkreises an, bei denen Angehörige von Demenzkranken zu ganz individuellen Fragestellungen und Problemen beraten werden. Sie helfen mit, Angehörigen-Gruppen aufzubauen und bieten Schulungen etwa für Mitarbeiter von Apotheken oder Kommunalverwaltungen an.

Ein Beispiel: Unter dem Titel „demenzfreundliche Apotheke“ schulten die Expertinnen Mitarbeiter von Apotheken im Umgang mit demenzkranken Kunden, wie man Erkrankte erkennt und wie man handelt, um sie und Angehörige vor Schaden zu bewahren. Die Expertinnen sind in der Regel erreichbar von Montag bis Freitag von 8.30 Uhr bis 12 Uhr unter den Telefonnummern 0871/ 963 67-161 oder 963 67-162 oder per E-Mail, kodela@landshuter-netzwerk.de.

BU: Informationsveranstaltung des Landkreises zum Thema Demenz, im Bild Veranstalter und Referentinnen, von rechts: Janine Bertram, Seniorenbeauftragte des Landkreises, stellvertretender Landrat Fritz Wittmann, Nadine Abramowski, Wohnraumberaterin, und Nicole Smolin, Sozialpädagogin der Koordinierungsstelle Demenz.
Foto: Elmar Stöttner

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