Zentrales Impfzentrum wird in Kumhausen angesiedelt

Geschäftsgebäude nahe der B15 wird für diesen Zweck umgebaut

Noch sieht es nicht danach aus, als ob hier bald 25 Personen pro Schicht die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises impfen werden: Doch, sollte ein Impfstoff bald bereitgestellt werden, wird es nicht mehr lange dauern, dann werden in Kumhausen Impfungen gegen das Corona-Virus quasi „im Akkord“ stattfinden. Zentral im Landkreis gelegen, ausreichend Parkmöglichkeiten, gut zu erreichen und mit fußläufigem Anschluss an den Öffentlichen Personennahverkehr – das Gebäude an der B15 erfüllt die umfangreichen Voraussetzungen des neuen Impfzentrums. Nun kümmert sich der Landkreis Landshut um den zügigen Ausbau, damit Mitte Dezember die Infrastruktur für die Impfungen bereitsteht.

Landrat Peter Dreier zeigte sich dankbar, dass in Kumhausen eine geeignete Immobilie für das neue Impfzentrum zur Verfügung stehen wird – er macht aber auch keinen Hehl daraus, dass er eigentlich ein anderes System im Sinn gehabt hätte. „In meinen Augen wäre es nur logisch gewesen, wenn die Impfungen von den Hausärzten durchgeführt werden würden. Sie kennen ihre Patienten und deren Krankheitsgeschichte, es besteht ein langjährig gewachsenes Vertrauen zwischen Arzt und Patient. Sie verfügen über ein weiträumiges, flächendeckendes Netzwerk, sodass wir auch über die Hausärzte sicherlich umgehend eine hohe Impfquote erreichen hätten können.“ Zudem sind viele Hausärzte ohnehin auch regelmäßig in Alten- und Pflegeheimen tätig, sodass auch immobile Patientinnen und Patienten versorgt werden könnten.

Die Vorgaben der Staatsregierung, dass jeder Landkreis und kreisfreie Stadt in Bayern ein eigenes Impfzentrum mit mobilem Impf-Team vorhalten muss, können nach Dreiers Ansicht ohnehin nur in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten erfüllt werden. Denn: „Medizinisches Personal ist auf dem freien Markt quasi nicht mehr zu bekommen.“ Für das mobile Impf-Team, das sich vornehmlich um die Impfung von Patienten in Pflege- und Altenheimen kümmern wird, haben bereits einige Ärzte im Ruhestand ihre Unterstützung zugesagt. Die Behandlung des medizinischen Fach- und Pflegepersonals soll in den Krankenhäusern selbst erfolgen.

Ein weiterer Kritikpunkt Dreiers an der Staatsregierung: Die Kostenfrage. Auch jetzt stehen hinter den vom Landkreis vorgestreckten Ausgaben große Fragezeichen. „Das stellt die Kommunen vor enorme Herausforderungen. Zumal wir auch weiter unsere Pflichtaufgaben erfüllen, beispielsweise Schulen sanieren und ausstatten, aber auch Straßen instand setzen und erneuern müssen.“

Das Landratsamt selbst organisiert den Aufbau des Impfzentrums und kümmert sich um die Logistik und Verteilung des Impfstoffes. Welche Personengruppen zuerst geimpft werden, hat die Bayerische Staatsregierung anhand der Priorisierung der zentralen Impfstrategie festgelegt.  Ab voraussichtlich 15. Dezember könnte der Betrieb beginnen – vorausgesetzt, dass bis dahin ein Impfstoff zugelassen und in ausreichenden Mengen produziert wurde. 

Mit den bislang 80 verarbeiteten neuen Positiv-Befunden liegt die Zahl der Indexfälle (aller labortechnisch nachgewiesener Corona-Infektionen seit Mitte März) bei mittlerweile 3 408. Zeitgleich konnten 83 weitere Betroffene aus der Häuslichen Quarantäne entlassen werden (insgesamt 2 753). Insgesamt 60 Personen sind bislang im Zusammenhang mit der Covid19-Pandemie verstorben. Damit sind aktuell 595 (- 3 ggü. Vortag) laufende Covid-Infektionen in der Region bekannt. Die 7-Tages-Inzidenzen haben sich laut dem Robert-Koch-Institut nur wenig verändert: In der Stadt Landshut mit einem Wert von 164,8 leicht angestiegen, im Landkreis Landshut mit aktuell 202,08 leicht gesunken.

70 (+ 3 zum Vortag) mit dem Corona-Virus infizierte Patienten werden in den regionalen Krankenhäusern auf den Normalstationen isoliert, neun (unverändert) Betroffene werden intensivmedizinisch betreut. (Stand: 17.11.2020, 12.00 Uhr)

– CW –

Foto: Landratsamt Landshut

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