Trauerakt im Rathausprunksaal würdigte Lebenswerk des langjährigen Oberbürgermeisters – In der Stiftsbasilika St. Martin wurde anschließend ein Requiem zelebriert
Mit einem Trauerakt im Rathausprunksaal hat die Stadt am Sonntag des verstorbenen Alt-Oberbürgermeisters und Ehrenbürgers Josef Deimer gedacht. Zahlreiche Weggefährten, hochrangige Vertreter aus Politik und Gesellschaft sowie Angehörige nahmen Abschied von einem Mann, der die Stadt Landshut über mehr als drei Jahrzehnte entscheidend geprägt hat. Josef Deimer war am 12. August im Alter von 90 Jahren verstorben. An dem Trauerakt nahm auch Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder teil. Die Trauerfeierlichkeiten schlossen mit einem öffentlichen Requiem in der Stiftsbasilika St. Martin sowie einem Empfang im Rathausfoyer.
Mit bewegenden Worten erinnerten Söder, Oberbürgermeister Dr. Thomas Haslinger und der Vorsitzende des Bayerischen Städtetags und Oberbürgermeister der Stadt Straubing, Markus Pannermayr, an das Leben und Wirken Josef Deimers.


Dr. Markus Söder, Bayerischer Ministerpräsident:
„Josef Deimer war als Oberbürgermeister von Landshut und Vorsitzender des Bayerischen Städtetags einer der bedeutendsten Kommunalpolitiker des Freistaats. Aufs Engste mit seiner Stadt Landshut verbunden, war er zunächst jüngster Oberbürgermeister Deutschlands und bei seinem Rückzug nach 35 Jahren dienstältester OB. Stets bürgernah, mutig, eigenständig und unbeirrbar, war er eine starke und unüberhörbare Stimme in der Politik. Er verkörperte, was die kommunale Familie ausmacht: Zusammenhalt, Verlässlichkeit und Bodenständigkeit. Josef Deimer war ein unabhängiger Vorreiter und Vordenker seiner Zeit – und dabei immer authentisch. Sein eindrucksvolles Lebenswerk strahlt weit über die Grenzen seiner Heimatstadt Landshut hinaus. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden. Der Freistaat Bayern wird Josef Deimer ein ehrendes Andenken bewahren.“
Oberbürgermeister Dr. Thomas Haslinger:
„Mit Josef Deimer verliert Deutschland einen seiner profiliertesten Kommunalpolitiker der Nachkriegsgeschichte und die Stadt einen ihrer bedeutendsten Söhne. Er war der Inbegriff des volksnahen Oberbürgermeisters, der stets und auch in überregionalen Gremien wie dem Bayerischen und Deutschen Städtetag oder dem Bayerischen Senat höchst erfolgreich versucht hat, das Beste für seine Stadt zu erreichen. Josef Deimer war und ist mit seinem Amtsverständnis auch für mich persönlich ein Vorbild. Sein Tod bedeutet eine tiefe Zäsur für unsere Stadt, die ihm angesichts seiner beeindruckenden Lebensleistung, die er über dreieinhalb Jahrzehnte ganz in den Dienst Landshuts gestellt hat, zu großem Dank verpflichtet ist. Unter seiner Führung entwickelte sich Landshut zu einer der attraktivsten Städte Bayerns und Deutschlands: Von vielen Entscheidungen, die in seiner Amtszeit getroffen wurden, profitieren wir bis heute. Zahlreiche Projekte, die damals beschlossen und umgesetzt wurden, prägen nach wie vor das Stadtbild und die Zivilgesellschaft. Die Stadt Landshut, alle Bürgerinnen und Bürger verneigen sich in tiefer Dankbarkeit und großem Respekt vor dem Lebenswerk Josef Deimers. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten.“
Vorsitzender des Bayerischen Städtetags Markus Pannermayr:
„Josef Deimer hat in drei Jahrzehnten als Vorsitzender den Bayerischen Städtetag in der Öffentlichkeit verkörpert. Über 50 Jahre war er im Vorstand aktiv. In der 130-jährigen Geschichte des Bayerischen Städtetags war die Ära Deimer prägend. Als Vorsitzender hat Josef Deimer Maßstäbe gesetzt: Er stand für die kommunale Selbstverwaltung und bewies Mut vor dem Parteifreund. In sämtlichen Feldern der Kommunalpolitik war Deimer ein sachkundiger Experte – für Daseinsvorsorge, Finanzausgleich, Europa, Energie, Mobilität, Sparkassenwesen, Bildungspolitik und Schule. In allen Themen war er argumentativ akribisch vorbereitet. Er hat die Positionen des Bayerischen Städtetags in griffiger Rhetorik und mit originellen Metaphern vertreten. Mit Humor und mit Charme ist Josef Deimer auf die Menschen zugegangen. Auch in schwierigen Phasen war nie eine Spur von Resignation zu spüren, sondern immer ein Grundoptimismus, der uns allen gut getan hat. Er ist stets einen geraden Weg gegangen – kollegial mit den Mitgliedern aus der kommunalen Familie, offen für die Belange aller Menschen und mit einer schier unerschütterlich wirkenden Fröhlichkeit. Er war uns ein Vorbild. Er fehlt uns. Wir vermissen seine Stimme, seine Liebenswürdigkeit, seine Offenheit und seine fröhliche Herzlichkeit.“
Im Namen der Familie würdigte zudem Stadträtin und langjährige Weggefährtin Ursula Weger den Verstorbenen.
Über drei Jahrzehnte im Einsatz für sein Landshut
35 Jahre lang, von 1969 bis 2004, lenkte Josef Deimer als Oberbürgermeister die Geschicke seiner Heimatstadt. Als er sein Amt am 1. Januar 1970 im Alter von 33 Jahren antrat, war er der jüngste Oberbürgermeister der Bundesrepublik Deutschland. Tatkraft, Umsicht und Weitblick zeichneten ihn aus. Sein politisches Handeln stellte er ganz in den Dienst seiner Heimatstadt. Auch über Landshut hinaus war Deimer über Jahrzehnte kommunalpolitisch engagiert. Von 1975 bis 2004 stand er an der Spitze des Bayerischen Städtetags und war anschließend dessen Ehrenvorsitzender. Von 1982 bis zur Abschaffung des Gremiums Ende 1999 gehörte er dem Bayerischen Senat an. Sein politisches Wirken hatte 1966 mit seiner Wahl in den Bayerischen Landtag begonnen.
Neben seinen politischen Ämtern engagierte sich Deimer in besonderem Maße für soziale, kulturelle und gesellschaftliche Belange. Von 1979 bis 2014 war er Präsident des Bayerischen Volkshochschulverbands und anschließend dessen Ehrenpräsident. Der Lebenshilfe Landshut stand er von 1971 bis 2021 als Präsident vor. Die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen war ihm dabei ein besonderes Anliegen.
Zahlreiche Auszeichnungen für Josef Deimer
Für sein politisches und gesellschaftliches Wirken wurde Josef Deimer vielfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er 1999 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, den Bayerischen Verdienstorden und die Bayerische Verfassungsmedaille in Gold. Seine Heimatstadt verlieh ihm im Jahr 2000 den Goldenen Ehrenring und ernannte ihn 2006 zum Ehrenbürger.
Im Anschluss an den Trauerakt, musikalisch umrahmt vom Hildegard-Baier-Quartett der Städtischen Musikschule, fand in der Stiftsbasilika St. Martin das öffentliche Requiem für Josef Deimer statt, dabei konnten sich auch die Landshuterinnen und Landshuter von ihrem langjährigen Oberbürgermeister verabschieden. Stiftspropst Monsignore Dr. Franz Joseph Baur zelebrierte den Gottesdienst. Musikalisch gestaltet wurde er von der Stadtkapelle und vom Chor der Reisigen. Mit einem Empfang im Rathausfoyer klang die offiziellen Trauerfeier aus.
Josef Deimer hat Landshut über 35 Jahre als Oberbürgermeister geprägt und darüber hinaus die kommunale Politik in Bayern maßgeblich mitgestaltet. Die Stadt Landshut wird ihren Alt-Oberbürgermeister und Ehrenbürger stets mit großer Dankbarkeit in Erinnerung behalten.
Fotos:
Stadt Landshut
Bildtexte:
Der Trauerakt zu Ehren Josef Deimers fand im voll besetzten Rathausprunksaal statt.
Das Requiem in der Stiftsbasilika St. Martin zelebrierte Stiftspropst Monsignore Dr. Franz Joseph Baur. Gemeinsam Abschied von Josef Deimer nahmen Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Oberbürgermeister Dr. Thomas Haslinger.