Landshut. Rund 300 Menschen haben sich am Freitagabend, 30. Januar, auf dem Dreifaltigkeitsplatz in Landshut versammelt, um auf die dramatische humanitäre Lage in Nord- und Ostsyrien (auch Rojava genannt) aufmerksam zu machen.
Unter dem Motto „Solidarität mit den Menschen in Nordost-Syrien“ riefen die Teilnehmenden zu Schutz der Zivilbevölkerung, einem Ende der Angriffe und zu internationaler humanitärer Hilfe auf.
Organisiert wurde die Demonstration vom Internationalen Kurdischen Freundschaftsverein Landshut, unterstützt von zahlreichen zivilgesellschaftlichen Gruppen. Die Stimmung war kraftvoll und entschlossen. Viele Anwesende betonten, das Auftreten der Demonstration hätte sich „wie tausend Menschen“ angefühlt.


Den Auftakt bildete eine Kundgebung auf dem Dreifaltigkeitsplatz mit mehreren Redebeiträgen und Grußworten. Besonders eindringlich war die Botschaft von Xabat, einer kurdischen Aktivistin aus Qamislo in Nordostsyrien, die sich per Grußwort an die Versammlung wandte. Sie warnte vor einer erneuten Eskalation der Gewalt und appellierte an die internationale Gemeinschaft:
„Die kurdische Bevölkerung ist erneut in akuter Gefahr. Kobane steht unter Belagerung – es gibt keinen Strom, kein sauberes Wasser, kaum Lebensmittel. Babys sterben an Kälte und Hunger. An Dingen, die vermeidbar wären, wenn die Welt hinschauen würde.“
Im Anschluss setzte sich ein Demonstrationszug durch die Landshuter Altstadt in Bewegung. Mit Transparenten, Fahnen, Sprechchören und Gesängen zogen die Teilnehmenden bis vor das Rathaus, wo eine weitere Kundgebung stattfand. Auch dort wurde die Verantwortung westlicher Staaten thematisiert. In einem Grußwort des Passauer Bundestagsabgeordneten Luke Hoß (Die Linke) hieß es:
„Rojava war und ist ein Leuchtturm der Hoffnung, der Gleichberechtigung und der Gerechtigkeit. Stattdessen zielen autoritäre Kräfte auf seine Zerstörung ab – und der Westen schweigt.“
Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz ließ in einem schriftlichen Grußwort seine Unterstützung für das Anliegen erkennen. Er zeigte sich betroffen darüber, dass die Lage der Menschen in den kurdischen Gebieten Syriens in Deutschland kaum öffentliche Aufmerksamkeit erhalte, und bedauerte, aus terminlichen Gründen nicht persönlich an der Demonstration teilnehmen zu können. Insgesamt gab es noch weitere Reden wie vom Kurdischen Kulturzentrum München, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, den Organisator*innen und einigen anderen.
Nach der Zwischenkundgebung führte der Demonstrationszug weiter durch die Innenstadt bis vor das Maxwehr. Dort endete die Veranstaltung mit weiteren Sprechchören und gemeinsamen Gesängen. Die Veranstalter betonten, es gehe nicht nur um politische Forderungen, sondern auch um konkrete Hilfe: Während der Demonstration wurden Spenden für vor Ort gesammelt.
Viele Teilnehmende zeigten sich am Ende der Demonstration entschlossen, den öffentlichen Druck aufrechtzuerhalten. „Solidarität darf kein einmaliger Akt sein“, so eine Sprecherin des Organisationsteams. „Die Menschen in Nord- und Ostsyrien, gerade die kurdische, alevitische und drusische Bevölkerung brauchen Aufmerksamkeit, Schutz und Unterstützung – jetzt.“