Interview:
Dies&Das:
Frau Hahn, Sie sind in dieser Stadt schon längst ehrenamtlich unterwegs, insbesondere für die Kultur und für Kinder und Jugendliche sind Sie mit einschlägigen Projekten wie Oliver Twist auf der Burg Trausnitz aufgefallen. Nun treten Sie als Stadtratskandidatin für eine unabhängige politische Organisation an, was hat Sie dazu bewegt?
Claudia Hahn:
Ja das stimmt, ich bewege mich ehrenamtlich auf diesen Sektoren, die ich auch politisch weiterführen möchte. Beruflich und letztlich auch politisch interessieren mich weitere Felder, wie zum Beispiel der Mensch und sein Raum in dem er sich bewegt. Persönlichkeitsentwicklung und Stadtentwicklung sind meine primären Themen. Eine der zentralen menschlichen Fähigkeiten ist die der Anpassung. Was aber für die einen der überlebenswichtigen Schlüssel ihrer Existenz ist, ist für viele im Alltag eine riesige Herausforderung.
Wie erkennen wir diese eigentlich und wann ist es zu viel?
Wann ist Anpassung falsch und wann überfordert sie?
Wie merken wir, dass eine Veränderung längst überfällig ist?
Und welche denn überhaupt? Eine Änderung unseres Umfelds oder eine Änderung von uns selbst?
Da schaue ich ganz besonders genau hin.
Dies&Das:
Was genau meinen Sie damit? Wo genau ist die Verbindung oder die Motivation zu ihrer Stadtratskandidatur?
Claudia Hahn:
Ich erkenne Menschen, die an der Grenze der Anpassungsfähigkeit stehen – oder noch bevor sie selbst es sehen. Gemeinsam finde ich mit ihnen einen Weg zurück in die kreative Eigenverantwortung: mit der Kraft, sich selbst zur Veränderung zu bringen. Unser Umfeld spielt dabei eine große Rolle. Ort in der Stadt sind Orte für Menschen. Sie unterliegen deshalb gleichen Gesetzmäßigkeiten – benötigen aber Hilfe von außen. Sie müssen in die Lage versetzt werden, Veränderungen zuzulassen, sie müssen wieder Potential zur Optimierung erhalten – weil sie für die Menschen da sind, nicht umgekehrt. So wunderschön unsere Stadt im Kern ist, fällt doch auf: je weiter man sich von unserem historischen Erbe entfernt, desto mehr Unorte finden sich in Landshut – Umgebungen, an die man sich gewöhnt hat, Umstände an die wir uns anpassen.
Wir sollten aber diese Orte an unsere veränderten Bedürfnisse anpassen, nicht wir uns bedingungslos an sie.
Jeder Landshuter Stadtteil, jede Straßenecke, jeder Innenhof dort verdient die Aufmerksamkeit, die wir der historischen Innenstadt entgegenbringen. Jedes Viertel hat heute zu viele Unorte, die -wenn wir es nur wollen- wieder zu Orten unserer Stadtgemeinschaft werden können.
Ich zeige ihnen, wie wir sie aufspüren, erkennen und wie wir sie -und uns- zukunftsfähig machen.
Dies&Das:
Wie möchten sie das angehen?
Claudia Hahn:
Landshut ist -wie jede Stadt- eine Ansammlung von vielen Menschen und vielen kleinen Orten.
Orte und Menschen gehören zusammen.
Beides muss entwicklungsfähig und durchlässig bleiben.
Was ich in meiner Arbeit als Coach -und als Landshuterin, die ihre schöne Heimatstadt liebt- gelernt habe: das sorgfältige Auslesen und Analysieren – vor dem Treffen von Entscheidungen. Helfen wird mir dabei ein über viele Jahre aufgebautes Netzwerk aus Partnern und Freunden, Unterstützern und Fachleuten. Menschen, die selbst erfahrene Veränderer und Optimierer sind. Mein Versprechen: Niemand wird dabei von mir allein gelassen.
Dies&Das?
Wie sehen sie die Situation der Ungleichheit des Verhältnisses von Männern und Frauen im Stadtrat?
Claudia Hahn:
Ich persönlich, mache keinen Unterschied ob männlich, weiblich oder divers. Ich bin auch nie gerne die „Quotenfrau“. Ich bin der Meinung es zählt das Zusammenspiel aller Menschen und deren Expertise und Leidenschaft. Auch finde ich geschlechtsspezifische Plenen, (nur Frauen oder nur
Männer) nicht zielführend. Warum trennen? Mir ist bewusst, dass die Gesellschaft immer noch diese Hinweise auf Gleichberechtigung braucht, von daher müssen wir wohl noch das Spiel spielen, aber ich setze mich für ein absolutes Miteinander ein. Vor allem auch interfraktionell. Es geht um die Sache, um die Menschen in dieser Stadt, das ist mein Fokus.
Dies&Das:
Vielen Dank für den kleinen spannenden Einblick in ihre Motivation als Stadträtin zu kandidieren und viel Erfolg.
Claudia Hahn:
Vielen Dank