Hochschule liefert lokale Wetterdaten in Echtzeit
Die Wetterstation der Hochschule sammelt Daten für Lehre und Forschung – und liefert zugleich wertvolle Informationen für die Landshuter Bevölkerung.
Nach den Hitzerekorden der vergangenen Tage ist das Wetter auch in Landshut mehr als Smalltalk: Wie warm ist es wirklich? Hat es genug geregnet? Wie stark scheint die Sonne? Antworten liefert nicht nur der Blick in die großen Wetterportale, sondern auch eine lokale Station auf dem Dach des F Gebäudes der Hochschule Landshut. Sie gehört zum Labor Energiewirtschaft und -technik der Fakultät Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen.
Die Anlage erfasst Wetterdaten wie Temperatur, Niederschlag, Luftdruck, Wind, Luftfeuchtigkeit und Solarstrahlung. Diese werden stündlich aktualisiert und öffentlich bereitgestellt. Auch Boden- und Grastemperatur sind einsehbar. Nach Angaben von Prof. Dr. Stefan-Alexander Arlt, Leiter des Labors, liefern die Messinstrumente Werte auf einem Niveau, das mit dem Deutschen Wetterdienst vergleichbar ist.
Daten direkt aus Landshut
Der Unterschied zu vielen Wetterseiten: Die Daten kommen direkt aus Landshut, ohne Umweg über einen weiter entfernten Messpunkt. Sie sind bis zu einem Jahr rückwirkend abrufbar und können heruntergeladen werden. Besonders für Forschung und Lehre bietet das einen Mehrwert.
Für Bürgerinnen und Bürger liegt der Nutzen näher am Alltag: Sie sehen, wie sich Temperatur, Regen oder Sonneneinstrahlung direkt in Landshut entwickeln, etwa für den richtigen Zeitpunkt zum Gießen oder um zu prüfen, ob der Boden im Frühjahr warm genug ist für Dünger. Außerdem umfasst die Ausstattung zwei Kameras: Eine zeigt den Himmel, die andere in Richtung Innenstadt.
Das Team hinter der Technik
Für den zuverlässigen Betrieb sind nicht nur Sensoren und Software entscheidend. Anton Hadinger, Peter Lorenz und Maximilian Wirthmüller bilden das Technikteam der Fakultät. Sie betreuen die Anlage, prüfen Sensoren und bereiten Laboraufbauten vor. So entstehen verlässliche Messdaten, mit denen Studierende im Labor arbeiten können.
„Die Wetterstation zeigt, was unser Labor ausmacht: Wir verbinden Energietechnik, Messdaten und konkrete Anwendungen“, sagt Arlt. „Dass das im Alltag funktioniert, ist auch der Verdienst unseres Technikteams. Ohne diese Arbeit im Hintergrund wäre ein solcher Betrieb nicht möglich.“
Die Anlage wurde zuletzt an mehreren Stellen weiterentwickelt. Neu ist ein Regensensor. Außerdem kann nun die absolute Luftfeuchtigkeit abgelesen werden. Das Balkonkraftwerk wurde überarbeitet, ebenso die Anzeige des Neigungswinkels des Solarmoduls. So arbeiten Studierende an Themen, die für angehende Ingenieurinnen und Ingenieure wichtig sind: erneuerbare Energien, effiziente Systeme, Mess- und Regeltechnik sowie Datenanalyse.
Geplant ist zudem eine Satelliten-Bodenstation zur eigenen Wetterbildgewinnung.
Abrufbar ist die Wetterstation unter: wetter.etwi.haw-landshut.de