Der Treffpunkt für bayerische und tschechische Firmen – Bezirkstagspräsident unterstreicht Bedeutung
Die Stadthalle in Deggendorf ist am Dienstag erneut zu einem bunten Markt der Möglichkeiten geworden. 900 Teilnehmer kamen zum siebten Bayerisch-Tschechischen Unternehmertag, der erneut von Jaroslava Pongratz organisiert wurde. Die Netzwerkmanagerin Bayern-Böhmen konnte einen Rekordbesuch vermelden. An 230 Ständen wurden die wirtschaftlichen Beziehungen von Bayern und Tschechien vertieft und es entstanden viele neue Kontakte, aus denen Kooperationen werden könnten. Der Fokus lag auf Firmen aus den technischen Bereichen wie Maschinenbau, Elektrotechnik, IT und Automotive. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich freute sich über die Veranstaltung, die alle zwei Jahre stattfindet und inzwischen der Treffpunkt schlechthin für bayerische und tschechische Firmen geworden ist.
Dr. Heinrich ist zudem Vorsitzender des Trägervereins der Europaregion Donau-Moldau, unter deren Patronat die Veranstaltung stand. Für ihn ist die starke Resonanz ein wichtiges Signal für die grenzüberschreitende Partnerschaft. „Das große Interesse an der Veranstaltung zeigt eindrucksvoll, wie lebendig, dynamisch und unverzichtbar die wirtschaftliche wie auch menschliche Partnerschaft zwischen Bayern und Tschechien ist.“ Gerade in herausfordernden Zeiten sei es entscheidend, den Austausch aufrechtzuerhalten und die Zusammenarbeit weiterzuentwickeln. Zwar kehrten viele angesichts der aktuellen Herausforderungen zu nationalem Denken zurück, doch Abschottung sei kein Weg zu wirtschaftlichem Erfolg. Im Gegenteil: Sie gefährde den Wohlstand.

„Der Bayerisch-Tschechischen Unternehmertag ist untrennbar mit den Namen Jaroslava Pongratz verbunden. Hut ab vor ihrem unermüdlichen Einsatz“, lobte Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich. Pongratz hat die die Veranstaltung ins Leben gerufen und über die Jahre maßgeblich geprägt. Beim offiziellen Teil wurde ihr Engagement mit donnerndem Applaus gewürdigt. Ihr Anliegen ist es, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Bayern und Tschechien weiter zu stärken und Unternehmen dabei zu unterstützen, Kontakte zum jeweiligen Nachbarland aufzubauen. Dafür steht sie den Betrieben als Ansprechpartnerin zur Verfügung: „Unternehmen können sich an mich wenden, wenn sie Geschäftsbeziehungen mit dem Nachbarland starten möchten.“
Ziel: langfristige Kooperationen und persönliche Verbindungen
Der Unternehmertag soll dabei nicht allein geschäftliche Kontakte ermöglichen. Jaroslava Pongratz wünscht sich, dass aus den Begegnungen langfristige Kooperationen und persönliche Verbindungen entstehen. Neben neuen Geschäftsmöglichkeiten sollen auch Freundschaften wachsen. Für Dr. Heinrich ist es wichtiger denn je, verlässliche, kompetente und leistungsstarke Partner in unmittelbarer Nähe zu wissen: „Vertrauen, kurze Wege und nachbarschaftliche Kooperation schaffen genau die Resilienz, die unsere Unternehmen im Wandel dringend brauchen.“
Welche Anforderungen die rasante technologische Entwicklung an die Wirtschaft stellt, erläuterte Prof. Dr. Maximilian Lude in seiner Keynote. Der Wirtschaftswissenschaftler lehrt an der Technischen Universität München sowie in Mailand und beschäftigte sich mit der Geschwindigkeit, mit der Innovationen entstehen und Märkte verändern. Seine zentrale Botschaft: Unternehmen müssen sich mit dem Wandel auseinandersetzen, ohne jedem neuen Trend unüberlegt hinterherzulaufen oder notwendige Veränderungen aufzuschieben. „KI ist aber kein IT-Projekt, sondern eine kulturelle Transformation“, machte Lude deutlich.
Für den Umgang mit den Veränderungen komme es vor allem darauf an, die Menschen in den Unternehmen mitzunehmen. Lebenslanges Lernen sei dabei der entscheidende Ansatz. Lude rief die Unternehmen dazu auf, ihre Mitarbeiter regelmäßig weiterzubilden, damit diese mit den technologischen Entwicklungen Schritt halten könnten. Auf diese Weise lasse sich die Grundlage schaffen, um Innovationen nicht als Bedrohung zu betrachten, sondern als Chance zu nutzen und der Zukunft ohne Angst zu begegnen – denn auch wenn sowohl die Bayern als auch die Tschechen liebend gerne planen, sei die Zukunft alles andere als planbar.
Wissen austauschen und gemeinsam an Innovationen arbeiten
Dr. Dagmar Škodová Parmová, Mitglied des südböhmischen Parlaments und Oberbürgermeisterin Stadt Budweis, sagte in einer Talkrunde, ihre Stadt und Region bemühe sich, sich für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und die Zukunft vorzubereiten – unter anderem damit, die Infrastruktur, Hochschulen und Gewerbegebiete auszubauen. Auch in Karlsbad spielt nicht nur der Tourismus in der Kurstadt eine wichtige Rolle, sondern auch das Vorantreiben von Innovation und Forschung, unterstrich Oberbürgermeisterin Andrea Pfeffer Ferklová. Die Bedeutung der Technischen Hochschule Deggendorf stellte Deggendorfs zweite Bürgermeisterin und Bezirksrätin Renate Wasmeier heraus. Es sei wichtig, dass sich die Theorie mit der Praxis verzahne. Deggendorfs stellvertretender Landrat Alois Oswald zeigte auf, wie wichtig es ist, Kräfte zu bündeln, um mit den großen Städten mithalten zu können.
Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich bestätigte dies: „Das Potenzial unserer grenzübergreifenden Zusammenarbeit ist riesig: Wenn wir Wissen austauschen und gemeinsam an Innovationen arbeiten, können beide Seiten enorm voneinander profitieren“, ist er sich sicher.
Bildunterschrift 1: Die Ehrengäste aus beiden Ländern kamen zahlreich zum Bayerisch-Tschechischen Unternehmertag.
Bildunterschrift 2: Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich dankte der Organisatorin Jaroslava Pongratz dafür, dass sie die Veranstaltung groß gemacht hat.
Fotos: Bezirk Niederbayern