Praxisnah und innovativ: Bachelorarbeiten überzeugen IHK-Jury
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Niederbayern hat in Passau zwei Absolventen der Hochschule Landshut mit dem IHK-Preis ausgezeichnet. Der mit je 1.000 Euro dotierte Preis würdigt herausragende Abschlussarbeiten, die ein hohes wissenschaftliches Niveau sowie vor allem einen starken Bezug zum Wirtschaftsraum Niederbayern aufweisen.
Diesen stellten sowohl Pascal Schaufuß mit seiner Bachelorarbeit „Einsatz von Natural Language Processing zum Wissensmanagement in produzierenden Unternehmen“ als auch Johannes Matzberger zum Thema „Simulation von thermischen und elektrischen Energieströmen auf der Kläranlage Straubing mit SIMBA#“ her.
Betriebsinternes Wissen mit einem KI-gestützten Chatbot sichern und weitergeben
Schaufuß beschäftigte sich in seiner Bachelorarbeit mit dem Einsatz KIbasierter Sprachverarbeitung für das firmeninterne Wissensmanagement. Er widmete sich der Frage, wie betriebsinternes Know-how angesichts von Fachkräftemangel, demografischem Wandel und wachsenden Datenmengen nachhaltig gesichert, strukturiert und unternehmensweit nutzbar gemacht werden kann. Der Absolvent der Fakultät Betriebswirtschaft – Business School entwickelte ein System, welches hunderte bislang ungenutzte Vertriebs- und Produktionsdokumente eines mittelständischen Unternehmens erschließt, das darin enthaltene praxisrelevante Fertigungswissen verarbeitet und per KI-Chatbot jederzeit für alle Fachbereiche verfügbar macht.
Prof. Dr. Maren Martens, die die Arbeit betreut hat, hebt Schaufuß’ äußerst gelungene Verbindung von fundierter wissenschaftlicher Analyse mit der Entwicklung einer konkret einsetzbaren Lösung für die betriebliche Praxis hervor.
Schaufuß gehört zum ersten Abschlussjahrgang des Studiengangs „Digitalisierung, Prozessoptimierung und Management“ an der Hochschule Landshut. Dass eine Abschlussarbeit bereits im ersten Jahrgang ausgezeichnet wurde, unterstreicht laut Martens die hohe Qualität, Anwendungsnähe und Zukunftsorientierung des Studiengangs.
Energieströme der Kläranlage Straubing realitätsnah simulieren
Ebenfalls mit dem IHK-Preis ausgezeichnet wurde die Bachelorarbeit von Johannes Matzberger, der an der Hochschule Landshut Maschinenbau studierte. Seine Arbeit entstand in Kooperation mit der Kläranlage Straubing und befasste sich mit der Erstellung eines Simulationsmodells, das elektrische und thermische Energieströme der Anlage realitätsnah abbildet.
Ziel war es, Veränderungen der Energiebilanz sichtbar zu machen und deren Auswirkungen auf das Gesamtsystem zu beschreiben. Die Arbeit wurde vom Lehrbeauftragten Stefan Hurzlmeier sowie von Prof. Dr. Josef Hofmann betreut. Hofmann betont das eigenständig entwickelte Konzept sowie die Genauigkeit der Simulation, deren Ergebnisse maximal fünf Prozent von den gemessenen Werten abweichen.
Die Arbeit war zudem ein wesentlicher Anstoß für eine Projektskizze, die Prof. Dr. Florian Winter, Prof. Dr. Christina Toigo und Prof. Dr. Josef Hofmann gemeinsam mit regionalen Projektpartnern beim Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt einreichten. Auf Basis der Ergebnisse ist auch eine Firmenausgründung angedacht. Aufgrund der Recherche, der Analyse der Energieströme und des starken regionalen Bezugs wurde die Arbeit von Hofmann für den IHK-Preis empfohlen.
Die Hochschule Landshut gratuliert Pascal Schaufuß und Johannes Matzberger herzlich zu ihrem Erfolg!
Foto: IHK Niederbayern
Bildunterschrift:
Bei der Preisverleihung (v. l. n. r.):
Thomas Leebmann, Präsident der IHK
Niederbayern, Prof. Dr. Maren Martens, Prof. Dr. Marcus Jautze, Vizepräsident der
Hochschule Landshut für Transfer und Internationales, Pascal Schaufuß, Prof. Dr. Josef
Hofmann, Johannes Matzberger und Alexander Schreiner, Hauptgeschäftsführer der IHK Niederbayern