HITZESCHUTZ ist kein LUXUSGUT

Angesichts immer häufiger auftretender extremer Hitzewellen muss kommunaler Hitzeschutz vor allem für ältere Menschen verbindlicher Bestandteil kommunaler Daseinsvorsorge sein!

„Herr Oberbürgermeister Dr. Haslinger, machen Sie bitte dieses Thema zur Chefsache“, fordert Franz Wölfl, der Vorsitzende des Seniorenbeirates.

Hitze ist längst kein harmloses Sommerphänomen mehr, sondern eine ernsthafte Bedrohung für Leib und Leben – vor allem für ältere Menschen. Gefordert sind neben dem Bund und dem Freistaat Bayern vor allem die Kommunen. Denn sie bestimmen ganz wesentlich die Rahmenbedingungen für ein gesundes Leben im Alter. So liegt beispielsweise die Städteplanung in der Hand der Kommunen; ob in einer Kommune Trinkwasserbrunnen, schattige Aufenthaltsbereiche, mehr Stadtgrün, Frühwarnsysteme oder kühle öffentliche Räume eingerichtet werden, entscheiden sie alleine.

Notwendige Maßnahmen dürfen nicht von der jeweiligen Haushaltslage einer Kommune abhängig gemacht werden, so Wölfl weiter. Sind die Haushaltsmittel knapp, muss priorisiert werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass Gesundheitsschutz und Schutz des Lebens Verfassungsrang haben; für wirtschaftliche Belange gilt das nicht.

Die Stadt Landshut hat (auf Antrag des Seniorenbeirat vom 3. 6. 2022) mit der Herausgabe des eigenen „Hitzeknigge und Hitzekompass“ deutlich gemacht, dass sie die gesundheitlichen Gefahren hoher Temperaturen für ältere Menschen ernst nimmt. Der Schutz vor Hitze darf sich jedoch nicht auf allgemeine Verhaltensempfehlungen während einer Hitzewelle beschränken.

Hat die Stadt Landshut effektive Maßnahmen vorbereitet, um Gesundheit und Leben der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger zu schützen, wenn im nächsten Jahr wieder extreme Hitzewellen auf uns zukommen? Diese Frage beschäftigt den Seniorenbeirat seit langem. Edeltraud Nuhn, stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirates: „Der Seniorenbeirat hat sich an den Oberbürgermeister gewandt und ihn gebeten, die Verwaltung zu beauftragen, im Sozialausschuss darüber zu berichten, welche Konsequenzen die Stadt aus den Hitzeperioden der Jahre 2025 und 2026 zieht bzw. gezogen hat, um hitzebedingten Gesundheitsgefahren für ältere Menschen entgegenzuwirken, und welche Maßnahmen über bereits eingeleitete hinaus geplant sind. “

Zu den Aufgaben der Stadt gehört es auch, die Rahmenbedingungen für die Pflege so zu gestalten, dass vor allem die Altenheime ihren Bewohnerinnen und Bewohnern auch bei extremer Hitze ein würdevolles Leben ermöglichen. Da nur wenige ihre Wohn- und Aufenthaltsbedingungen selbst ausreichend beeinflussen können, sind sie in besonderem Maße darauf angewiesen, dass Gebäude und Räume einen ausreichenden Schutz vor Überhitzung bieten. Hierfür sind u. a. Hitzeschutzkonzepte, ausreichend klimatisierte Aufenthaltsräume, eine gesicherte Trinkwasserversorgung und Investitionen in den baulichen bzw. technischen Hitzeschutz notwendig, so Edeltraud Nuhn.

Schließlich wäre es sinnvoll, wenn die Stadt über die kommunalen Spitzenverbände und die Bayerische Staatsregierung darauf hinwirken würde, dass in dem geplanten Pflege-Neuordnungsgesetz dem Hitzeschutz eine zentrale Bedeutung eingeräumt wird, etwa durch die verpflichtende Ausarbeitung eines Hitzeschutz-Notfallkonzeptes für jedes Altenpflegeheim, so Bernd Friedrich, zweiter stellvertretender Vorsitzender des Seniorenbeirates, abschließend.

Foto:
Seniorenbeirat Landshut

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