Landkreis MÜHLDORF a. Inn tritt am 1. JANUAR 2026 dem MÜNCHNER VERKEHRSVERBUND (MVV) bei

Einstimmiger Beschluss im Kreistag

Der Landkreis Mühldorf a. Inn wird zum 1. Januar 2026 Teil des Münchner Verkehrsverbundes (MVV): Das haben die Mitglieder des Kreistags in der Sitzung am Freitag, 4. April 2025, einstimmig beschlossen.

Damit gelten ab 1. Januar 2026 im Busnetz und in den Zügen im Landkreis die Tarife und Bedingungen des MVV. „Diese Entscheidung ist ein Meilenstein für den Öffentlichen Nahverkehr im Landkreis Mühldorf und bedeutet einen großen Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger. Sie profitieren vor allem von mehr Servicequalität wie den Vorzügen eines einheitlichen und in fast allen Teilen günstigeren Tarifs, einer verbesserten Fahrplanauskunft und eines effizienteren Vertriebssystems“, erklärte Landrat Max Heimerl.

Damit kommt ein mehrjähriger Entscheidungsprozess zu einem positiven Abschluss. Vorangegangen war unter anderem eine Grundlagenstudie zur MVV-Verbunderweiterung, an der der Landkreis Mühldorf a. Inn seit 2020 teilgenommen hat. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob und wie die Verkehrsbeziehungen des Landkreises mit den Kommunen des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV) sind und wie viele Bürgerinnen und Bürger künftig vom Prinzip „1 Netz. 1 Fahrplan. 1 Tarif.“ profitieren könnten.

Knackpunkt waren bis zuletzt die Kosten des Beitritts. Nach intensiven Verhandlungen steht nun fest: Die mit einem MVV-Beitritt einhergehende dauerhafte finanzielle Belastung des Landkreishaushalts fällt gegenüber der Beschlusslage vom Dezember 2023 deutlich geringer aus. Damals war die Beitrittsentscheidung vertagt worden. Gleichzeitig ergibt sich aufgrund der positiven Ergebnisentwicklung des Haushalts 2024 etwas Gestaltungsspielraum für die überschaubare finanzielle Größenordnung eines MVV-Beitritts. Diese würde 2025 für den Landkreis rund 260.000 Euro für Infrastrukturmaßnahmen und Beratungsleistungen betragen. Ab 2026 fallen dann jährlich ca. 230.000 Euro im Betrieb an. „Es hat sich ausgezahlt, dass wir bis zuletzt hart verhandelt haben. Deshalb und dank des finanziellen Engagements des Freistaats ist dieser Schritt für uns nun finanziell machbar“, betonte Landrat Max Heimerl. Während die Kosten für 2025 bereits im Haushalt eingeplant sind, lassen sich ab 2026 Teile der Ausgaben sogar noch durch Einsparungen in anderen Bereichen des ÖPNV kompensieren.

In einer ersten Beitrittswelle waren bereits die kreisfreie Stadt Rosenheim sowie die Landkreise Rosenheim, Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach dem bestehenden MVV-Raum beigetreten. Es folgten die Landkreise Weilheim-Schongau und Landsberg am Lech zum 01.01.2025. Neben dem Landkreis Mühldorf a. Inn werden zum 01.01.2026 der Landkreis Garmisch-Partenkirchen, der Landkreis Landshut und die Stadt Landshut dem MVV beitreten.

Glückwünsche kommen von Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter: „Der MVV-Beitritt des Landkreises Mühldorf ist ein Gewinn für den ÖPNV in der Region und stärkt die Mobilität im ländlichen Raum. Ich freue mich, dass sich damit alle Kommunen, die an der Grundlagenstudie teilgenommen haben, für einen Beitritt zum MVV entschlossen haben. Der MVV reicht damit von Landsberg am Lech im Westen bis Mühldorf am Inn im Osten, verbindet Stadt und Land und steht über vier Millionen Menschen zur Verfügung. Dadurch wird der ÖPNV noch einheitlicher, digitaler und attraktiver.“

MVV-Geschäftsführer Dr. Bernd Rosenbusch freut sich, dass nun auch der Landkreis Mühldorf Teil des gemeinsamen Verbundes wird. „Die Verkehrsbeziehungen in die umliegenden Landkreise und in die Landeshauptstadt sind sehr groß. Mit einem leichteren Zugang zum ÖPNV – unter anderem durch einen einheitlichen Tarif und eine optimale Fahrgastinformation –  wollen wir noch mehr Menschen zur Nutzung von Bus und Bahn bewegen. Mühldorf selbst hat aber neben Arbeitsplätzen auch für Ausflüge viel zu bieten, so dass wir hier sicher mit Bus und Bahn die Regionen verbinden können.“

In Kürze wird das weitere Vorgehen für die Landkreise Mühldorf a. Inn, Landshut, Garmisch-Partenkirchen und die Stadt Landshut mit dem MVV besprochen. Zeitnah wird es auch um die Frage gehen, ob die Städte Mühldorf a. Inn und Waldkraiburg mit ihren Stadtverkehren dem MVV beitreten werden. Diese Entscheidungen liegen im Verantwortungsbereich der beiden Städte und ihren Gremien.

Der Landkreis informiert unter www.lra-mue.de/mvv<http://www.lra-mue.de/mvv> ab sofort über wichtige Fragen zum Beitritt und wird diese Informationen laufend aktualisieren.

Preisbeispiele:

Neumarkt St. Veit – Mühldorf (Zug): Hin- und Rückfahrt: bisher 13,80 Euro, im MVV-Tarif 4,00 Euro (2x Kurzstrecke oder 3,56 Euro mit der digitalen Streifenkarte) Mühldorf – Rosenheim: Hin- und Rückfahrt (Südostbayern-Ticket): bisher 27,00 Euro, im MVV-Tarif 13,30 Euro (Tageskarte Single Zonen 5 – 9) Mühldorf am Inn – München, Marienplatz: Hin- und Rückfahrt (Südostbayern-Ticket + S-Bahn): bisher 30,00 Euro, MVV-Tarif 23,00 Euro (Tageskarte Single Zonen M- 9) Haag, Bräuhausplatz – Wasserburg, Busbahnhof: bisher 13,60 Euro (Tagesticket RVO), MVV-Tarif 8,20 Euro (2x Einzelfahrt Zone 6) oder 2×2 Streifen (Streifenkarte) 7,30 Euro.

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MVV

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