Zwischen IDYLL und FEHLPLANUNG: ÖDP-Tour zum WAHLKAMPFAUFTAKT

Die ÖDP startete am Wochenende ihren Wahlkampf mit einer zweistündigen Wanderung durch das Salzdorfer Tal und das angrenzende Wohngebiet.

ÖDP-Stadträtin Elke März-Granda erläuterte bei der Tour, die positiven Entwicklungen, aber auch die teilweise gravierenden Fehlentwicklungen. Sie und OB-Kandidat Heiko Helmbrecht wollen dem Natur- und Klimaschutz zu mehr Recht verhelfen. Sie sehen im Turbo-Stadt-Wachstum keinen Grund zum Feiern. Denn Bevölkerungswachstum kostet viel Geld für neue Infrastrukturmaßnahmen und verschlingt gleichzeitig wertvolle Acker- und Grünflächen. Deshalb setzt sich die ÖDP für eine moderate Nachverdichtung, anstelle neuer Baugebiete in der Peripherie ein.

Der seit Jahrzehnten geplante Fußweg zwischen Weickmannshöhe und Ehrnstorf wurde bis heute von der Stadt nicht umgesetzt, monierte die Stadträtin. Dieser begrünte Höhenweg ist in den Bebauungsplänen festgesetzt und sollte den Abschluss des Siedlungsgebietes sichern und so eine weitere Ausbreitung der Bebauung in das Salzdorfer Tal verhindern. „So wie sich jeder Private an Vorgaben in Bebauungspläne halten muss, hat auch die Stadt diese Vorgaben zur erfüllen“, kritisierte März-Granda.

Beim Wäldchen „Hackerhölzl“ erinnerte die Politikerin an den massiven Eingriff im Jahr 2016. Damals fanden Rodungen statt und viele alte Bäume wurden entfernt. Es kam zu erheblichen Protesten mit Unterschriftensammlungen aus der Bürgerschaft. Die ÖDP konnte per Antrag erfolgreich eine Unterschutzstellung erreichen. „Dadurch bleibt uns das Wäldchen erhalten und kann auch weiterhin für die Naherholung, den Naturschutz und für das Mikroklima gute Dienste leisten“, freut sich die Stadträtin.

Bei der Wanderung wurde erneut deutlich, welches Geschenk das Salzdorfer Tal für Naturliebhaber ist. Viele Landshuter kennen und schätzen dieses schützenswerte Kleinod. Jedoch sind viele, der einst vorhandenen seltenen und streng geschützten Pflanzenarten, beispielsweise das kleine Mäuseschwänzchen aufgrund unsachgemäßer Landbewirtschaftung mittlerweile weitgehend verschwunden, so Dieter Nuhn, Experte für Blühpflanzen.

Helmbrecht und März-Granda fordern daher die Stadt auf, zu reagieren und selbst die Initiative zur Ausweisung des Salzdorfer Tals als Landschaftsschutzgebiet zu ergreifen. Nur so kann der Verlust weiterer botanischer Kostbarkeiten verhindert werden.

Im angrenzenden Siedlungsbereich zwischen Neuer Bergstraße, Englbergweg und Veldener Straße wurden in den letzten Jahren zahlreiche neue Baugebiete ausgewiesen. Das führte immer wieder zu größeren Bürgerprotesten. Deshalb fordert die ÖDP seit Jahren mehr Anwohnerbeteiligung und Transparenz bei neuen größeren Bauprojekten.

Lobend hob die Stadträtin hervor, dass im Baugebiet am Felix-Meindl-Weg eine neue Kita entstanden ist, die den dortigen Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen deckt. Negativ stößt allerdings auf, dass die im Flächennutzungsplan festgelegte Grünverbindung durch Festsetzungen im Bebauungsplan fast vollständig überbaut wird.  Diese wäre äußerst wichtig für das Stadtklima und die Biotopvernetzung gewesen. Unverständlich ist auch, dass der seit Jahren ausstehende Geschosswohnungsbau mit einem beträchtlichen Anteil dringend benötigter Sozialwohnungen bis heute nicht umgesetzt wurde.

Die für den Bereich südlich der Pfarrfeldstraße vorgesehene massivere Bebauung sehen die Politiker kritisch. Die Verkehrssituation ist dort durch das Achdorfer Krankenhaus mit den angeschlossenen medizinischen Tageseinrichtungen trotz Parkhaus bereits jetzt völlig überlastet. „Hier muss die Verkehrszunahme durch neue Baugebiete in ihrer Gesamtheit betrachtet werden, und nicht nur jedes Baugebiet separat“, so Helmbrecht. Die ÖDP spricht sich deshalb für ein Parkraummanagement mit Anliegerparkplätzen aus. Darüber hinaus erfordert die Starkregenproblematik dort Rückhaltebecken, die eine komplexe Planung und mehr Kosten mit sich bringen. Heikel ist in dieser schwierigen Topographie auch die Gefahr von Hangrutschen, die im Bayernatlas bereits seit den 70-er Jahren als Georisiko dargestellt sind. Warum dennoch dort Baurecht gewährt wurde und es dann tatsächlich zu den prognostizierten Hangrutschen gekommen ist, stieß bei allen Anwesenden auf Unverständnis. Zweifelhaft erscheint auch, dies mit mehr Beton und größeren Bauten im Hangbereich zu beheben. Die Ökodemokraten fordern deshalb, dass gravierende bauliche Eingriffe in steilen Hanglagen auf ihre Tragfähigkeit und Landschaftsverträglichkeit geprüft und bestenfalls nicht erlaubt werden.

Fotos: ÖDP Stadt Landshut

 

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